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Franziska Siegl koordiniert zurzeit die Bemühungen um einen Bürgerbus.

Konzept-Vorstellung

Bürgerbus soll neue Möglichkeit bieten, von A nach B zu kommen

Nauheim soll einen Bürgerbus bekommen. Bis es so weit ist, sind allerdings noch einige Fragen zu klären. Eine erste Gelegenheit dazu gab es am Donnerstag.

Die Idee, dass in Nauheim ein Bürgerbus fährt, findet großen Anklang. Zu einer Informationsveranstaltung am Donnerstag fanden sich rund 40 Interessierte ein, darunter Politiker, Bürger, Jugendliche und Vereinsvertreter. Jetzt kommt es auf ein pfiffiges Betriebskonzept an.

Die Chance, einen Bürgerbus zu erhalten, bietet das Land Hessen gemeinsam mit der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“. Das Land schaffe 60 Opel Vivaro an und stelle diese Kommunen zweckgebunden zur Verfügung. Die Anschaffungskosten bezahle das Land, auf die Gemeinde entfielen für das Fahrzeug keinen Cent, erklärte Florian Müller von der Landesstiftung. Er stellte am Donnerstagabend in der Sozialstation das Konzept vor. Nach seinen Angaben investiere Hessen 2018 und nächstes Jahr jeweils 1,2 Millionen Euro für das Projekt.

Bislang gebe es drei Kommunen, die einen Bürgerbus erhalten hätten: Großenlüder im Kreis Fulda, Rabenau im Kreis Gießen und Amöneburg im Kreis Marburg-Biedenkopf. Homberg (Effze) habe ebenfalls einen, der allerdings schon früher und damit außerhalb der neuen Landesförderung angeschafft worden sei.

Ein Bürgerbus mache Taxis und dem öffentlichen Personennahverkehr keine Konkurrenz, versicherte Müller. Es sei vielmehr daran gedacht, dass diejenigen gegebenenfalls vor ihrer Haustür abgeholt und wieder dorthin gebracht würden, die nicht oder nicht mehr mobil seine.

Das könnten Senioren ebenso sein wie Jugendliche, jemand, der kein eigenes Fahrzeug habe wie ein Fußballverein, dessen Kinder zu einem Auswärtsspiel müssten und für die sich kein Elterntaxi finde.

Die Varianten seien vielfältig und noch zu klären, hieß es. Ein Bürgerbus könne eine festgelegte Route fahren oder sich frei in einem vorher definierten Umkreis bewegen. Wichtig für die Landesstiftung seien einige Bedingungen. Das Fahrzeug solle wenigstens an zwei Tagen in der Woche vier Stunden eingesetzt werden. Ans Steuer sollten sich ehrenamtliche Helfer setzen. Fahrpreise würden keine kassiert, weil sich der Bürgerbus rechtlich außerhalb des Personenförderungsgesetzes bewege. Das passiere absichtlich, um die Nutzungsschwelle gering zu halten. Der oder die Betreiber – das könnten die Kommune, ein bestehender oder ein zu gründender Verein, die Generationenhilfe oder ein Vereinszusammenschluss sein – sollten Rücklagen bilden, um die Betriebskosten aufzubringen.

Das neunsitzige Gefährt modernster Bauart habe genügend weiße Flächen, die vom Betreiber für Werbezwecke vermietet werden könnten, beispielsweise an Supermärkte, Apotheken, Tankstellen oder andere Gewerbetreibende.

Die Landesstiftung ziele auf eine Stärkung des Miteinanders. „Die Mobilität ist dafür nur ein Vehikel“, sagte Müller. Als Ansprechpartner bei der Gemeinde hat sich Verwaltungsangestellte Franziska Siegl etabliert, die sich seit Kurzem um Fördermaßnahmen für die Kommune kümmert. Sie sprach sich am Donnerstag ebenso angetan über die neuen Möglichkeiten aus wie viele Anwesende. Bürgermeister Jan Fischer (CDU) bezeichnete den Plan als Bürgerbeteiligungsprojekt über alle Generationen hinweg.

Franziska Siegl hat der Landesstiftung eine förmliche Interessensbekundung zukommen lassen. Diese sei angekommen und registriert worden, bekundete Müller. Die Fragen, die sich ergaben – von Sicherheitsaspekten über den Parkplatz des Opels bis zur Wartung des Fahrzeugs – sollen nun intern geklärt werden, möglicherweise in einer Art Arbeitskreis.

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