Tonnenweise Arbeit für die Wahlhelfer: Der bisherige Parlamentschef Karl Norbert Merz (SPD) kippt im Rathaus Wahlbriefe auf einen Haufen, Ursula Ackley, Alicia Rusitzka und Walter Hermann (von rechts) schauen gespannt zu. FOTO: BEUTEL
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Tonnenweise Arbeit für die Wahlhelfer: Der bisherige Parlamentschef Karl Norbert Merz (SPD) kippt im Rathaus Wahlbriefe auf einen Haufen, Ursula Ackley, Alicia Rusitzka und Walter Hermann (von rechts) schauen gespannt zu.

Kommunalwahl

CDU könnte an der SPD vorbeiziehen

  • vonRainer Beutel
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Die Grünen verdoppeln beinahe ihr Ergebnis

Laut Trend-Ergebnis bei der Kommunalwahl wäre die CDU anstelle der SPD künftig stärkste Fraktion. Am meisten legten die Grünen zu, die drei Mandate im Ortsparlament hinzugewinnen, wenn alles so bliebe.

Die Union hätte laut Trend bislang den größten Stimmenanteil mit 32,79 Prozent. Sollte sich das Zwischenergebnis bei der Auszählung der Personenstimmen am Montag festigen, hätte die SPD ihr wichtigstes Wahlziel verfehlt: Sie wäre nicht mehr stärkste Fraktion. Die Genossen liegen am Sonntagabend bei 27,82 Prozent. Sie hätten künftig im Ortsparlament einen Sitz weniger, also nur noch neun.

Die Grünen sind bislang der Wahlgewinner. Sie holen gegenüber 2016 drei zusätzliche Sitze. Bisher hatten sie fünf, nach dem Wechsel eines CDU-Abgeordneten zuletzt sechs. Die FDP müsste sich mit einem Stimmengewinn von einem Mandat begnügen, obwohl sie fast vier Prozent hinzu gewinnen würde. Die FLN (bislang vier Sitze) trat nicht mehr an. Gut möglich, dass es bei wechselnden Mehrheiten bleibt.

50 Prozent aller Simmen ausgezählt

CDU-Spitzenkandidat Marc Friedrich äußerte sich glücklich über das Zwischenresultat. Obwohl die CDU sich im Online-Wahlkampf nicht so sehr engagiert habe, sei es gelungen, sich gut zu positionieren. "Ich freue mich", betonte Friedrich zu später Stunde.

Marco Müller, Fraktionschef der Grünen, zeigte sich über den Stimmenzuwachs erfreut, betonte aber, dass es nur ein Trend-Ergebnis sei. Bislang seien nur etwa 50 Prozent aller vergebenen Stimmen ausgezählt. "Wir sehen es am Montag", hofft er auf weitere Zuwächse. Das Panaschieren und Kumulieren komme den Grünen möglicherweise zugute. Dass die CDU die SPD überholt habe, habe ihn "ein bisschen überrascht".

SPD-Spitzenkandidat Daniel Schmidt stieß ins gleiche Horn: Es sei nur ein erster Trend. Dass die SPD bislang weniger als erhofft erreicht habe, könne womöglich mit dem für die Sozialdemokraten schlechten Landes- und Bundestrend zusammenhängen, vermutete er. FDP-Spitzenkandidat Gerd Petersen war gestern Abend für eine Stellungnahme nicht mehr erreichbar.

Das Rathaus verzeichnete einen ungewöhnlich hohen Anteil an Briefwähler. Mehr als 2900 Briefwahlanträge waren eingegangen. Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren hatten lediglich 827 Wähler von der Möglichkeit einer Briefwahl Gebrauch gemacht. Ein großer Briefwahlbezirk verzögerte die Bekanntgabe des Trend-Ergebnisses, bis 21.40 Uhr.

Wenig los in den Wahllokalen

Bereits kurz vor 18 Uhr schilderte Wahlleiter Roman Maus einen ersten Eindruck, den er gegen 21 Uhr nochmals bekräftigte: "Es gibt keine besonderen Vorkommnisse", sagte er. Mit seinem Stellvertreter Marcus Pritsch hatte er tagsüber die Wahllokale regelmäßig besucht, um nach dem Rechten zu sehen. Sein Eindruck stimmt mit Äußerungen in den Wahllokalen überein. In der Kita Ochsengrund und im extra eingerichteten Wahllokal im Foyer der Georg-Schad-Halle als Corona-bedingtes Ausweichquartier für das zu enge Alte Rathaus bestätigte Wahlhelferin Patricia Emmel am Mittag, dass "alles sehr ruhig" laufe. Die Wähler kämen "eher tröpchenweise". Von Rainer Beutel

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