egg_10Spicys_101220
+
Die Spicys verteilen die roten Geschenktüten gleich körbeweise. foto: Alexander seipp

Nauheim

Der Nikolaus kann auch Lieferservice

  • vonRainer Beutel
    schließen

"Spicys" der Sport- und Kulturvereinigung verteilen Geschenke.

Die Tanzabteilung Sport- und Kulturvereinigung (SKV) Nauheim hat am Sonntag mehr als 70 Kindern eine Freude bereitet. Fünf Mitglieder brachten Familien, die sich für die liebevolle Aktion angemeldet hatten, Nikolaustüten nach Hause. Durch den Lieferdienst vermieden die Initiatoren eine größere Menschenansammlung vor ihrer Halle.

Die "Spicys" hatten an einen kleinen Weihnachtsmarkt vor ihrer Halle gedacht. Das hätte aber viel Aufwand und ein letztlich nicht kalkulierbares Risiko bedeutet, um allen Corona-Bestimmungen gerecht zu werden. Bald darauf wurden die allgemeinen Verhaltensvorschriften in der Corona-Pandemie zusätzlich verschärft. An den Markt sei nicht mehr zu denken gewesen, berichtet Abteilungsleiterin Katja Nikolaus. Also musste anders geplant werden.

Guter Zusammenhalt

Kurzerhand trafen sich die Mitglieder vor der SKV-Halle, um Geschenktüten zu füllen. Dabei wurde unterschieden, für welche Altersgruppe die Präsente gedacht waren. Mädchen und Jungen im Kindergartenalter erhielten zum Beispiel Pixie-Bücher. Ältere ab sieben Jahren fanden in den Tüten einen Rätselblock. Außerdem gab es für alle Geschicklichkeitsspiele sowie Mandarinen und Nüsse.

Bestellt wurden 72 Tüten. Nicht nur Angehörige der "Spicys", sondern auch andere SKV-Mitglieder und vereinsunabhängige Eltern hatten zuvor den Wunsch geäußert, beschert zu werden, informiert Nikolaus. Zuvor seit beispielsweise in den Kindergärten für die Aktion geworben worden.

Unter anderem habe sich eine Frau von der SKV-Seniorengymnastik gemeldet, die gleich um drei gefüllte Beutel gebeten habe - "vermutlich für ihre Enkel", sagt die Abteilungsleiterin, während Helferinnen die Tüten füllen. "Wir machen das im Namen der gesamten SKV", verdeutlicht Katja Nikolaus, wie gut der Zusammenhalt im Verein trotz aller Beschränkungen funktioniere.

Kein Risiko eingehen

Die Gaben wurden schließlich zu den jeweiligen Adressaten gebracht. Bei einem Weihnachtsmarkt hätten die angemeldeten Familien ihr Präsent abholen können. Doch wie hätte das derzeit regelkonform funktionieren sollen? Es wäre zu riskant gewesen, wenn eine als Nikolaus verkleidete Person Kontakt zu mehr als 70 Kindern gehabt hätte. Deshalb hätten die Spicys den Lieferdienst auf die Beine gestellt, obwohl schon der Flyer unters Volk gebracht worden war, in dem das Abholen vor der SKV-Halle noch beworben wurde.

Auf die Idee gekommen waren die Spicys während einer Aktion mit sogenannten Oktoberfestkörben. Weil die Sport- und Kulturvereinigung bereits auf ihr angestammtes Oktoberfest hatte verzichten müssen, veranlasste der Verein vor einigen Wochen, dass sich Mitglieder und Freunde vor der Halle einen Korb gespickt mit Oktoberfestutensilien abholen konnten.

Das habe prima funktioniert, erinnert sich Nikolaus, doch mit vielen Kindern, von denen die Jüngeren nicht mal eine Mund-Nasen-Maske tragen müssten, sei das alles nicht so leicht zu handhaben. "Wir wollten das Risiko nicht eingehen", betont sie. Von Rainer Beutel

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare