Susanne Niklaus engagiert sich bei der Betreuung die Konfirmanden, die sie, wie auf dem Foto vom August 2020, zum Beispiel mit Informationen für einen Gottesdienst versorgt. Foto: Rainer Beutel
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Susanne Niklaus engagiert sich bei der Betreuung die Konfirmanden, die sie, wie auf dem Foto vom August 2020, zum Beispiel mit Informationen für einen Gottesdienst versorgt.

Kirchenvorstandswahlen

Die Gemeinde soll facettenreich sein

Protestanten sind im Juni zur Kirchenvorstandswahl aufgerufen. Die evangelische Kirchengemeinde in Nauheim rührt schon einmal die Werbetrommel.

Nauheim -Die evangelische Kirchengemeinde bereitet die Wahl des Kirchenvorstands vor, der alle sechs Jahre bestimmt wird. Am 13. Juni sind rund 2700 in Nauheim lebende Protestanten aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Pfarrerin Esther Häcker spornt dazu ausdrücklich an, weil dem Kirchenvorstand wichtige Leitungsfunktionen zustünden.

Derzeit rührt die Kirchengemeinde die Werbetrommel, um eine möglichst große Beteiligung der Gläubigen zu erreichen. Vor sechs Jahren hatten rund 25 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Corona-bedingt hat der noch amtierende Kirchenvorstand entschieden, eine Briefwahl durchzuführen. Die Unterlagen seien allen Beteiligten zugestellt worden, informiert das Pfarrbüro. Die Wahlbriefe müssen am Wahltag bis 18 Uhr in der Pfarrgasse 13 beim Wahlvorstand eingegangen sein. "Ein Wahllokal wird nicht eingerichtet", heißt es ausdrücklich.

Das Gremium wird kleiner

Gewählt werden können zehn Mitglieder. Damit wird der Kirchenvorstand verkleinert. 2015 wurden 14 Mitglieder in das Gremium entsendet. "Es war nicht ganz einfach, Kandidaten zu finden", erklärt Häcker den Grund für die Reduzierung. Zur Wahl stellen sich zehn Frauen und vier Männer. Die beiden in Nauheim tätigen Pfarrerinnen Esther Häcker und Stefanie Bischof, die sich in Mutterschaft befindet, gehören dem Kirchenvorstand kraft Amtes an.

In ihrem Gemeindebrief, der in Kürze erscheint, will die Kirchengemeinde auf das Wahlprozedere näher eingehen. Zudem werden sich die Kandidaten vorstellen und die Beweggründe für ihre Kandidatur beschreiben. Zur Wahl stellen sich Vivian Blatt-Köthe, Andrea Gappisch, Sylvia Gottfriedt, Christine Lorenz, Martina Neumann, Susanne Niklaus, Fridrun Olbert, Stefanie Peglow, Markus Richter, Marcel Scholze, Julia Steinmann, Oliver Trippel, Elli Weber und Gerhard Weber.

Susanne Niklaus gehört dem Gremium seit sieben Jahren an. Derzeit ist sie Vorsitzende des Kirchenvorstands. Sie widme sich insbesondere dem Besuchsdienst, der Organisation des Weltgebetstags, verfasst mit anderen den Gemeindebrief und unterstützt die Chöre "Singmania" und die "Swingenden Kirchenmäuse" bei der Öffentlichkeitsarbeit. Sie hat sich vorgenommen, für noch mehr Offenheit und Präsenz zu sorgen und "die Werte des christlichen Miteinanders zu leben und weiter zu geben".

Christine Lorenz berichtet, dass sie dem Kirchenvorstand seit 2003 angehört. Sie habe sich von Beginn an im Bau- und Finanzausschuss, später auch im Gottesdienst- und Personalausschuss der Gemeinde engagiert. Außerdem kümmere sie sich mit anderen darum, Spenden für die Kirche zu sammeln.

Julia Steinmann, seit 2015 dabei, lobt, dass sich im Kirchenvorstand jeder mit Wissen und Können einbringe und so die Gemeinschaft und das harmonische Arbeiten stärke. Martina Neumann, die seit 2009 im Vorstand tätig ist, hat Freude daran, Treffen künftiger Konfirmanden zu organisieren, im Fundraising- und Personalausschuss mitzuarbeiten sowie bei der Organisation von Veranstaltungen zu helfen.

Eine wichtige Rolle

Aus den Bewerbungen wird deutlich, dass der Kirchenvorstand einiges mitbestimmen kann. Darauf weist Pfarrerin Häcker ausdrücklich hin. "Die Gemeinde hat ein Mitspracherecht." Eine Kirchengemeinde solle "nicht so pfarrherrlich sein". Daher wirkten Laien "in einem sehr demokratischen Prozess" bei Entscheidungsfindungen mit. Im kirchlichen Alltag spiele der Kirchenvorstand eine wichtige Rolle. Er nehme neben seinen Leitungsaufgaben quasi eine Mittlerfunktion ein.

Konkret wirke sich das aus, wenn sich Gläubige mit Anliegen an Vorstandsmitglieder wendeten. "Wir kriegen oft positive Rückmeldungen", berichtet Häcker. Bedauerlich sei, dass die Zahl der Bewerber für einen Sitz im Kirchenvorstand zurückgegangen sei. Das sei in der heutigen Zeit nachvollziehbar, da das Ehrenamt für sechs Jahre gelte. Die Wenigsten, vor allem Jüngere, könnten oder wollten sich so lange binden.

Unter jenen, die nicht mehr zur Wahl stehen, seien vier, die aus Altersgründen ausscheiden, zudem ein Mitglied aus beruflichen Gründen, so Pfarrerin Esther Häcker. Ein "großes Anliegen" der Vorstandsvorsitzenden Susanne Niklaus ist "das Miteinander von Jung und Alt". Sie finde es gut, auf Erfahrungen Älterer zurückzugreifen und diese mit den Ideen und Wünschen junger Menschen zu kombinieren. Es sei ein Ziel, "gemeinsam eine bunte und facettenreiche Gemeinde zu gestalten". Rainer Beutel

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