Nicht mehr zeitgemäß: In der Straße Im Rod und mehreren weiteren Ortsstraßen sollen Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut werden.
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Nicht mehr zeitgemäß: In der Straße Im Rod und mehreren weiteren Ortsstraßen sollen Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut werden.

Infrastruktur

Ebenerdiger Zugang zum Bus

Gemeinde will weitere Haltestellen barrierefrei ausbauen. Diese befinden sich allerdings auf der Landesstraße, weswegen Kreis und Land in die Planung einbezogen werden sollen.

Nauheim -Der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen soll vorangetrieben werden. Die Kommune erwartet für neue Maßnahmen hohe Landeszuschüsse. Einzelne Gemeindevertreter sind unterschiedlicher Meinung, ob die neuen Haltestellen dem Verkehrsfluss zuträglich seien oder unnötige Engpässe entstünden.

Der Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt hat sich am Mittwoch mit dem Thema befasst und weitere Aufträge vergeben. Es geht um den barrierefreie Ausbau von fünf Haltepunkten in der Straße Unter der Muschel, Im Rod und in der Thomas-Mann-Straße. Außerdem wurde ein Ingenieurbüro mit der Planung von barrierefreien Haltestellen am Sportpark, in der Königstädter Straße an der SKV-Halle sowie in der Rüsselsheimer Straße in der Nähe des Kreisels beauftragt.

Warten auf besseres Wetter

Die neuen Projekte sollen noch in der zweiten Jahreshälfte starten und 2022 fertig werden, umriss Bürgermeister Jan Fischer (CDU) den Zeitplan. Drei weitere Haltestellen stünden noch aus. Sie befinden sich auf Landesstraßen. Die Gemeinde wolle dort mit der Planung nicht vorpreschen, weil es mit Kreis und Land weitere Beteiligte gebe, erklärte Fischer. Sobald es die Witterung zulasse, beginne der bereits in die Wege geleitete Ausbau der Haltestellen am Friedhof und in der Waldstraße. Die Aufträge hierfür waren bereits 2020 vergeben worden.

Die Standorte der Haltestellen in den Straßen Unter der Muschel, Im Rod und Thomas-Mann-Straße würden im Vergleich zur gegenwärtigen Position etwas verlagert. Das hänge mit der Rücksicht auf Hofeinfahrten und Kreuzungen zusammen. Eine barrierefreie Haltestelle sei bis zu 18 Meter lang. Bleibe dort ein Bus stehen, sei ein ebenerdiger Zugang möglich. "Im Prinzip ist es eine Null-Acht-Fünfzehn-Planung, aber doch an jeder Haltestelle unterschiedlich", sagte Fischer.

Dass die neuen Stationen mit Hochbordsteinen erheblich in die Fahrbahn ragen, wurde im Ausschuss differenziert interpretiert. Gerhard Kunz (SPD) sprach von einer "indirekten Verkehrsberuhigung". Fischer sieht einen "eher erfreulichen" Nebenaspekt, wenn für nachfolgende Verkehrsteilnehmer hinter einem Bus Wartezeiten entstünden. Lars Jüngling (CDU) verwies auf einen schon jetzt engen innerörtlichen Begegnungsverkehr zwischen Bussen, Feuerwehrfahrzeugen und Lastwagen. Dass die Hochbords kenntlich gemacht würden, damit niemand versehentlich drüber fahre, sei nicht vorgesehen.

Kosten von einer halben Million

Über die voraussichtlichen Kosten wurde nicht gesprochen. Als grobe Orientierung diene der bevorstehende Umbau am Friedhof und in der Waldstraße. Dort werden für den Umbau laut eines Auftrags, der im Oktober 2020 erteilt wurde, mehr als eine halbe Million Euro investiert. Rund 420 000 Euro bekomme die Gemeinde als Zuschuss vom Land Hessen. Fischer geht davon aus, dass das Land für weitere Maßnahmen bis zu 80 Prozent der Kosten locker mache.

Mit einem zweiten Beschluss stellte der Bauausschuss die Weichen für den barrierefreien Ausbau von Haltestellen am Sportpark, in der Königstädter Straße und am beidseitigen Haltepunkt "Neue Ortsmitte" (Rüsselsheimer Straße). Die notwendigen Pläne solle ein Ingenieurbüro aus Zornheim für rund 60 000 Euro erstellen. Bauausschussvorsitzender Johann Siegl erklärte, dass der Angebotspreis in etwa so hoch sei wie bei Mitbewerbern. Fischer teilte mit, dass einige Bieterfirmen nach der Ausschreibung vom weiteren Vergabeverfahren aussortiert worden seien, weil ihre Offerten nicht korrekt gewesen seien. Durch fehlerhafte Unterlagen der Anbieter hätten sich zunächst große Preisdifferenzen ergeben. Die Planungskosten würden von der Gemeinde vorfinanziert und laut einer Vereinbarung mit der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft, einem Tochterunternehmen der Riedwerke, geteilt. Rainer Beutel

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