Vorsitzende Anne Dammel, Jubilarin Regina Birkholz, Gabi Bender und Marita May (von links) stoßen bei der Ehrung mit Sekt an. Fotos: Rainer Beutel
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Vorsitzende Anne Dammel, Jubilarin Regina Birkholz, Gabi Bender und Marita May (von links) stoßen bei der Ehrung mit Sekt an.

Ehrung

Ein Prosit auf die Landfrauen

  • VonRainer Beutel
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Der Vorstand ehrt langjährige Mitglieder - Viel Lob für das Engagement der "fleißigen Bienen"

Die Führungsspitze der Nauheimer Landfrauen hat zwei Mitglieder geehrt, die dem Verein seit einem Vierteljahrhundert die Treue halten. Bei den Treffen, die Corona-bedingt getrennt voneinander stattfanden, gab es reichlich Lob für das Programm der "fleißigen Bienen", wie sich die Landfrauen selbst nennen.

Vorsitzende Anne Dammel sowie ihre beiden Stellvertreterinnen Gabi Bender und Marita May sind am Samstagmorgen ausgeschwirrt, weil eine Traditionsveranstaltung der Landfrauen unter den derzeitigen Verhältnissen nicht erlaubt ist. Gewöhnlich lädt der Vorstand alljährlich jene Vereinsangehörigen zu einem Frühlingscafé ein, die 25 und mehr Jahre dazu gehören. Jetzt sei das Ereignis wegen der Pandemie schon zum zweiten Mal ausgefallen, bedauerte Dammel.

Der Vorstand sei jedoch flexibel und kreativ genug, so dass die Ehrung von zwei Mitgliedern nicht versäumt werde, verkündete das Führungstrio bei seiner Runde durch den Ort. Zunächst ging es ins Wohngebiet "Wolfsberg", um "aneinander zu denken, Freude zu schenken und für die Treue zu danken", erklärte Dammel. So kam Ortrun Firnges an ihrer Haustür in den Genuss von Blumen und einem Präsent. 1996 hatte sie sich den Landfrauen angeschlossen.

Beeindruckt von vielen Vorträgen

"Eine Nachbarin hat mich dazu angeregt", erzählte sie. Sie habe zuvor an Bastelkursen der Volkshochschule teilgenommen, wo sie auf Landfrauen traf. Diese hätten zu ihr gesagt: "Mensch, da kannst Du auch zu uns kommen". Sie habe sich angemeldet und das nie bereut. "Es ist toll, was die Landfrauen alles machen, es ist eine tolle Gruppe voller Tatendrang", schwärmte Ortrun Firnges. Nach 25 Jahren könne sie sagen, "dass die Landfrauen eine Bereicherung für mein Leben sind".

Das Kompliment wiederholte sich beim zweiten Termin. Dammel, May und Bender fuhren nach Königstädten zu Regina Birkholz, die wie Firnges vor 25 Jahren eine Landfrau wurde - wissend, dass der Verein sich längst viele Jahre zuvor vom Image eines einst bäuerlich geprägten Bündnisses gelöst hatte und alljährlich ein Kultur- und Bildungsprogramm für Frauen jeglichen Alters und Interesses auf die Beine stellte. "Ich war beeindruckt von den vielen Vorträgen, zum Beispiel aus dem medizinischen oder kulturellen Bereich, und das alles kostenfrei", schilderte Regina Birkholz ihre Motive, sich als passives Mitglied an den Klub zu binden.

Bei diesem zweiten Treffen im Freien herrschte eine ähnlich herzliche Atmosphäre wie bei Vereinsversammlungen der Landfrauen. Für die Jubilarin gab es Blumen und Präsente, während der Ehemann der Geehrten, der kreisweit in der Politik bekannte und früher in der Rüsselsheimer Kulturarbeit an führender Stelle beschäftigte Hans-Jürgen Birkholz, Sekt kredenzte. Mit Kennerblick von außen urteilte er: "Die Landfrauen sind die geistige Führung Nauheims."

Spenden für gute Zwecke

Nicht unerwähnt blieb, dass der Verein bereits vor 25 Jahren immens viel für andere unternommen und bewegt habe. Unvergessen seien die Herbstbasare gewesen. "Wir haben 1996 einen Erlös von 10 000 Mark erzielt und für verschiedene Institutionen gespendet, davon 3000 Mark allein für die Multiple-Sklerose-Gruppe", rief Dammel ins Gedächtnis. Für die Gemeinde sei etwa ein Krankenpflegebett bezahlt worden. Es sei bis jetzt die höchste Summe, die von den Landfrauen erwirtschaftet worden sei.

Damals seien es 125 Mitglieder im Landfrauenverein gewesen, mittlerweile rund 300. Die herausragenden Anlässe, welche die fleißigen Bienen angestachelt hätten, seien Informationsvorträge und Tagestouren gewesen. Übers Jahr hinweg seien es 34 Veranstaltungen gewesen. Zu 25 Vorträgen seien 665 Besucher gekommen. Bei Spargeltagen, Musikfest, Familienwandertag, Herbstbasar und beim Rühren der selbst gemachten Latwerge seien die Landfrauen stets engagiert dabei gewesen. Zu den am besten besuchten Veranstaltungen habe bereits vor 25 Jahren ein Vortrag mit dem Thema "Gesundheitsvorsorge wozu? Wie wichtig ist das Impfen" gehört, gelang "Bienenkönigin" Anne Dammel der Bezug zur Gegenwart. Rainer Beutel

"Die Landfrauen sind eine Bereicherung für mein Leben", sagt Ortrun Firnges.

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