Ein letzter Dienst für Nauheim: Marcus Pritsch prüft in der konstituierenden Parlamentssitzung Unterlagen. FOTO: Rabe
+
Ein letzter Dienst für Nauheim: Marcus Pritsch prüft in der konstituierenden Parlamentssitzung Unterlagen.

Politik

"Es war eine kostbare Zeit"

  • vonRainer Beutel
    schließen

Die rechte Hand des Bürgermeisters, Marcus Pritsch, verlässt die Gemeinde

Die Gemeindeverwaltung sucht einen neuen Hauptamtsleiter. Marcus Pritsch, der seit dem 2. Mai 2016 in der Verwaltung die rechte Hand des Bürgermeisters war, verlässt die Gemeinde.

In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung war Pritsch als Verwaltungsbediensteter anwesend und kümmerte sich wie gewohnt um die vielen Themen. Es war quasi ein Freundschaftsdienst, "denn eigentlich ist er schon weg", heißt es, obwohl sein Arbeitsvertrag "final zum 1. Juli 2021 endet", wie Bürgermeister Jan Fischer (CDU) erklärt. Doch Pritsch verfügt über ein reichlich gefülltes Arbeitszeitkonto, das nun aufgelöst worden sei.

Aus privaten Gründen entschied sich der gebürtige Seeheim-Jugenheimer für einen Umzug in den Norden. "Im Kreis Stade, in einer Gemeinde, die von der Größe etwa mit Nauheim zu vergleichen ist, habe ich eine gleichwertige Stelle gefunden", informiert der agile Mann, der in wenigen Tagen seinen 50. Geburtstag feiert.

In vielen Bereichen involviert

Nach seinem Amtsantritt vor fünf Jahren hatte sich abgezeichnet, dass Pritsch bei der Gemeinde für viele Jahre eine prägende Figur sein könnte. Schnell hatte er sich eingearbeitet, ebenso rasch wurden seine Sachkenntnis und vor allem seine stets freundliche Art geschätzt. Bei ihm liefen im Fachbereich I, der sich mit Fragen der Steuerung, Organisation, Finanzen und des Personals befasst, die Fäden zusammen.

"Für die Gemeinde ist das sehr bedauerlich", äußert sich der Bürgermeister zu dem Abschied. Mit "großer Wertschätzung und Dankbarkeit" wünsche er seinem bisherigen engsten Mitarbeiter alles Gute für den weiteren beruflichen und privaten Weg, rund 450 Kilometer weiter nördlich.

Pritsch sei in vielen Tätigkeitsfeldern maßgeblich involviert gewesen. Als Beispiele nennt Fischer den Sitzungsdienst der gemeindlichen Gremien und die Steuerung der anhaltenden Personalfluktuation. Pritsch sei stets positiv an eine Aufgabe herangegangen und habe problemorientiert nach Lösungen gesucht. Besonders hebt Fischer die "zwischenmenschlich sehr angenehme Art" hervor, die es für ihn und die Kollegen im Rathaus einfach gemacht habe, mit Pritsch zusammenzuarbeiten. Dem positiven Klima zugute gekommen sei Pritschs bereits umfassende Erfahrung als Angestellter kommunaler Verwaltungen. Unter anderem war er Standesbeamter in Rüsselsheim.

Job mit viel Verantwortung

Nun sei es Aufgabe des Gemeindevorstandes, möglichst rasch einen Nachfolger zu finden. Die Stelle war bereits ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist für Interessenten endete am 25. April. "Uns liegen aussichtsreiche Bewerbungen vor", schildert Fischer den Sachstand. Aus fachlicher Sicht biete der Stellenmarkt ein sehr gutes Angebot.

Dass die Stelle eines Hauptamtsleiters kein Zuckerschlecken ist, wird aus der Beschreibung der Aufgaben eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin deutlich. Unter anderem wird die enge Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister, die Führung und Steuerung der Verwaltung, die federführende Koordination des Haushalts, die Budgetverantwortung und Personalplanung erwartet.

Der Bürgermeister hofft, wieder jemand zu finden, der den Job "als Persönlichkeit mit viel Eigenprägung" übernehme. Für Marcus Pritsch ist dieses Kapitel nun abgeschlossen, allerdings nur in Nauheim, weil er in vergleichbarer Position künftig in seiner Wahlheimat tätig wird. Rückblickend zieht er eine positive Bilanz: "Es war eine kostbare und wertvolle Zeit, ich habe sehr viel gelernt in Nauheim". Rainer Beutel

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare