An der Georg-Schad-Halle werden reihenweise WLAN-Internetzugänge angezeigt. Sie sind fast ausnahmslos privat und gesperrt. Demnächst soll ein freies Netzwerk für alle hinzukommen.
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An der Georg-Schad-Halle werden reihenweise WLAN-Internetzugänge angezeigt. Sie sind fast ausnahmslos privat und gesperrt. Demnächst soll ein freies Netzwerk für alle hinzukommen.

Infrastruktur

Freies WLAN an drei weiteren Standorten

Gemeinde vergibt Auftrag für Hotspots

Nauheim -Die Firma Connect GmbH soll dafür sorgen, dass es mehr WLAN-Hotspots in Nauheim gibt. Das Mainzer Unternehmen hatte dem Rathaus als einziger von sechs angeschriebenen Betrieben ein Angebot über knapp 17 000 Euro unterbreitet. Bislang sorgten in der Gemeinde nur vereinzelt Privatleute für einen kostenfreien Netzzugang.

Ohne das eigene Datenvolumen auf dem Smartphone zu nutzen, schnell mal etwas googeln? Das ist in der Gemeinde nur begrenzt möglich. Während beispielsweise in Groß-Gerau in der Innenstadt dank des Gewerbevereins ein öffentlich zugängliches Netz vorhanden ist, finden sich in der Gemeinde nur wenige solcher Hotspots. Einer davon rund um den Kulturbahnhof X-Presso.

Zuschuss in Höhe von 15 000 Euro

Künftig sollen drei weitere dazu kommen. Die dazu notwendigen Router, über die sich Nutzer dann per WLAN problemlos in das Internet einwählen können, werden in der Georg-Schad-Halle, im Sportpark und auf dem Campingplatz am Hegbachsee in Büros stehen. Ihr Signal soll weit genug reichen. In der Großsporthalle selbstverständlich auf der Tribüne, aber auch außen auf dem Parkplatz. Im Erholungsgebiet bestenfalls bis zum Grillplatz, im Sportpark möglichst überall.

Der Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt hat am Montag einstimmig einen entsprechenden Auftrag an die Mainzer Firma Connect GmbH vergeben, die die jeweiligen Netze aufbauen soll. Dafür werden laut Angebot 16 949 Euro bezahlt. 15 000 Euro seien über das europäische Förderprogramm "Wifi4EU" finanziert. Die übrige Summe von knapp 2000 Euro seien durch den Haushalt gedeckt, bestätigte Bürgermeister Jan Fischer (CDU) den Ausschussmitgliedern.

Keine Folgekosten zu erwarten

An den Zuschuss war die Kommune mit Glück gelangt - durch ein Losverfahren. Die Gemeinde habe sich zum richtigen Zeitpunkt für die Finanzspritze beworben und den Zuschlag erhalten, so Fischer. Bedingung sei gewesen, sich an die Vorgaben zu halten und das Geld für "die Einrichtung von WLAN-Hotspots an öffentlichen Plätzen einzusetzen".

Der Zuschuss werde für die Geräte- und Installationskosten verwendet. Das von der Connect GmbH angebotene System des Herstellers "Cambium Networks" erfülle die Anforderungen, die mit den Förderrichtlinien verknüpft seien. Die Lösung biete "ausreichend Kapazität für mindestens 50 Nutzer gleichzeitig ohne Leistungsabfall", heißt es. Vorgesehen sei ein sogenanntes Cloud-Management, das als zentraler Verwaltungspunkt einzelner Standorte diene.

Es entstünden keine Folgekosten für die Betriebsführung und Lizenzen. Allerdings müsse die Gemeinde dafür sorgen, dass an den Hotspots Strom zur Verfügung stehe. Bis wann genau alles installiert ist, blieb im Ausschuss offen. Der Bürgermeister geht davon aus, dass keine großen technischen Probleme zu erwarten seien "und es nicht allzu lang dauert".

Fischer stellte im Fachausschuss in Aussicht, dass in einem zweiten Schritt weitere WLAN-Zugänge in Nauheim geschaffen werden könnten, etwa auf der Skateranlage im hiesigen Regionalparkabschnitt. Dafür könnten womöglich Restmittel aus dem Haushalt zur Verfügung gestellt werden. Fraktionssprecher bekräftigten den Wunsch, dass auf dem Marktplatz rund ums Atrium ein öffentlicher WLAN-Zugang geschaffen werde.

Den habe es schon mal gegeben, erinnerte sich Fischer an eine private Initiative. Ob dieser "nur sporadisch oder gar nicht mehr" funktioniere, sei ihm nicht bekannt. Die Gemeinde wolle mit dem Gewerbeverein sprechen und die Geschäftsleute dazu bewegen, sich finanziell einzubringen. Beispielhaft seien in der Gemeinde Privatleute, die eigenständig für Zugänge gesorgt hätten. Ausdrücklich und ohne Namensnennung erwähnte der Verwaltungschef "einen Bürger aus der Reiherstraße, bei dem das hervorragend klappt" - es handelt sich um den Grünen-Fraktionsvorsitzenden Marco Müller.

Rainer Beutel

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