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Stapelweise Tierfutter laden Rotary-Sprecher Frank Heckert, Nicole Sacher und Rebekka Trisch vom Tierheim in Königstädten sowie Gewerbevereinsvorsitzender und Marktleiter Ludwig Boßler (von links) ein.

Spenden

Ein gut gefüllter Lieferwagen: Edeka-Kunden spenden für Tierheim und Tafel

Beherzt laden Nicole Sacher und Rebekka Trisch etliche Kisten Tierfutter in ihren Transporter. Die Frauen freuen sich über die Spende. Denn die Vierbeiner im Königstädter Tierheim fressen täglich mehrere Kilo Futter.

Für Berge an Lebensmittel für die Organisation Tafel und für haufenweise Tierfutter haben die Kunden des Edeka-Markts gesorgt. Dazu aufgerufen hatten der Rotary-Club Rüsselsheim-Mainspitze gemeinsam mit Marktleiter und Gewerbevereinsvorsitzenden Ludwig Boßler.

Boßlers Kundschaft ließ sich vor Weihnachten nicht lumpen. Im Nu füllten sich die bereitgestellten Einkaufskörbe, das sei eine wahre Pracht gewesen, berichtet Rotary-Sprecher Frank Heckert. Innerhalb weniger Tage seien Waren im Wert von 10 000 Euro zusammen gekommen, freut sich Boßler, der am Dienstagmittag vor der Übergabe ein Schild mit Dankesworten für die Kundschaft an den mit Spenden gefüllten Rollwagen anbringt, der beinahe überquillt.

Erhebliche Kosten

Zu der Sammelaktion „Kauf eins mehr“ hatten die Organisatoren schon zum fünften Mal aufgefordert. Doch erstmals wurde an einem Tag ausdrücklich für das Tierheim in Rüsselsheim-Königstädten gesammelt. Zur Übergabe erscheinen am Dienstagmorgen die zweite Vorsitzende des „Tierschutzvereins Rüsselsheim und Umgebung“, Nicole Sacher sowie Rebekka Trisch, die im Tierheim Leiterin für den Bereich Klein- und Wildtiere zuständig ist. Sie strahlen vor Glück, denn so viel Tierfutter auf einmal bekommen sie normalerweise nicht gespendet. Jede Dose und jedes Leckerli können sie gebrauchen, versichern die beiden. Ein 25-Kilo-Sack gehe für die 80 bis 90 Hunde am Tag drauf. 200 Schalen Katzenfutter für die kleinen Stubentiger, die so gerne vermittelt würden, seien ebenfalls jeden Tag üblich. Bei den rund 100 Katzen, die im Tierheim vorübergehend eine Bleibe gefunden haben, kaum verwunderlich.

Hinzu komme Obst- und Gemüse, denn für Kleintiere oder Wildtiere wie Igel müsse ebenfalls Futter her. Nicht zu vergessen die beherbergten Vögel. Da solche außerordentlich große Spenden wie durch den Nauheimer Edeka-Markt die Ausnahme seien, müsse das Tierheim das Futter normalerweise selbst kaufen und die Kosten aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und den Zuwendungen von 13 Kommunen finanzieren, die das Tierheim im Umland unterstützen. Das seien 42 Cent pro Einwohner, informiert Nicole Sacher. Pro Jahr summieren sich Kosten auf etwa 42 000 Euro.

Dankbarkeit ist groß

Heckert sieht seine Idee bestätigt, zählt er sich doch zu den Initiatoren, die die „Kauf-eins-mehr-Aktion“ vor einigen Jahren angestoßen hatte. „Es ist eine tolle Sache“, sagt er und dankt Ludwig Boßler für dessen Engagement und Bereitschaft. Denn es sei ja keineswegs üblich, dass Kunden beim Einkauf vor Weihnachten angesprochen und um Spenden gebeten würden. Meist blieben „nur fünf Sekunden“, so Heckert, um einen Passanten zu überzeugen, das eine oder andere für das Tierheim und die Tafel mehr zu kaufen.

Trotz aller Aufklärung rund um die Spendenaktion hatten einige Kunden verderbliche Waren in den Sammelwagen gelegt. Die seien gegen gleichwertige und haltbare Produkte ausgetauscht worden. Dazu gehörten auch Hygieneartikel, die im Tierheim ebenfalls benötigt werden, um Käfige und Gehege zu reinigen.

Als die Tierheimmitarbeiterinnen diese Artikel unter den gespendeten Sachen entdecken, sind sie einfach nur dankbar. Zwar bekommen sie hin und wieder Sachspenden von Privatleuten, darunter Kratzbäume oder Körbchen, aber die wenigsten wüssten, wie viel Arbeit und welcher Aufwand nötig sei, um all die Tiere zu pflegen. Da komme jede Schale Futter und jedes Putzmittel gerade recht.

von RAINER BEUTEL

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