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Beifall für die Helfer und die Organisatoren: Bei der Dankesfeier am Samstag zeigen sich alle Anwesenden erkenntlich.

Sturmtief Fabienne

Die Gemeinde würdigt den Einsatz von Feuerwehr und Co. mit einer großen Feier

So unglücklich der Anlass für viele war: Die gravierenden Folgen des Sturmtiefs Fabienne hat die Bürger einander näher gebracht. Das war beim Dankesfest am Samstag spürbar.

Einer Sternfahrt gleich sind Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk (THW) am Samstag nach Nauheim gepilgert. Nicht wie am 23. September in höchster Eile, um Sturmschäden zu beseitigen, sondern um mit jenen zu feiern, die sich nur für die Hilfe bedanken wollten.

Über sechs Stunden hinweg bot die Veranstaltung Gelegenheit, sich auszutauschen, miteinander zu plaudern und sich näher kennenzulernen. Organisiert hatten das Fest Manuela Wicht und Marc Mergner, die sich angesichts der großen Unterstützung gedacht hatten: Es ist Zeit, den Ehrenamtskräften auch mal richtig zu danken.

Schnell hatte das junge Ehepaar Mitstreiter gefunden, darunter die Landfrauen, die für Samstag 50 Kuchen gebacken hatten oder von Bürgern für das Fest geschenkt bekamen. Ebenso der Pächter des Restaurants Hegbachsee, Tahir Mahmood gemeinsam mit dem früheren Eigentümer Mevlüt Bayazit, die die Gaststätte für die Veranstaltung zur Verfügung stellten.

Nach und nach trafen Hilfskräfte aus dem gesamten Umland ein, die in der Sturmnacht aufgebrochen waren, um mit anzupacken; darunter der Rodgauer Stadtbrandinspektor Andreas Winter, der mit seiner Truppe am 23. September 80 Minuten unterwegs war, um Nauheimer in Not zu unterstützen.

Normal sei es nicht, dass so viele Kräfte benötigt und aus der gesamten Region zusammengezogen würden, „aber das passiert schon mal“, meinte er. Das Dankesfest sei genauso ungewöhnlich. Die Wehr bekomme schon mal einen Händedruck oder eine Spende, aber in dieser Form sich zu bedanken, das sei schon etwas Besonderes. „Ich finde es cool“, sagte der Rodgauer, umgeben von Gleichgesinnten aus Lampertheim, Mühlheim, Trebur, Astheim, Groß-Gerau, Rüsselsheim, Frankfurt und weiteren Orten.

Der Nauheimer Gemeindebrandinspektor Christian Hartmann hatte Feuerwehrkollegen aus dem Landkreis Offenbach begrüßt, bevor er für die anwesenden Helfer erklärte: „Wir hätten das auch ohne diese Party gemacht.“ Genaugenommen fühlten sich die Feuerwehrleute „sogar etwas peinlich berührt“, denn es sei ja ihr Job, zu helfen. Niemand habe diesen Dank erwartet. Dennoch: Einen derartigen Zuspruch habe es in Nauheim noch nicht gegeben. Und es gebe tatsächlich noch eine weitere Möglichkeit, sich erkenntlich zu zeigen: Mit einer Mitgliedschaft bei Feuerwehr, THW oder DRK, „das ist sogar noch nachhaltiger, als ein so tolles Fest“, schlug er vor.

Bürgermeister Jan Fischer (CDU) drückte für die Gemeinde das „allergrößte Dankeschön“ aus und bekannte, dass es für ihn im nächtlichen Krisenstab „ein irrsinnig starkes Erlebnis gewesen“ sei, zu sehen, wie zielstrebig Einsatzkräfte aus vielen Orten zusammengearbeitet hätten. Carsten Toppel, Baufacharbeiter des THW Groß-Gerau, bestätigte den Eindruck: „Es ist wunderbar gelaufen.“

Während die Organisatoren Manuela Wicht und Marc Mergner ihrerseits für die Unterstützung dankten, alle zum Büfett einluden und mit einem kostenlos in Königstädten angefertigten Dankeschön-Banner noch eine kleine Überraschung in petto hatten, nahmen sich die Anwesenden Zeit zum Plausch und Entspannen. Randgeschichten von der Einsatznacht waren ein fortwährendes Gesprächsthema. Oft hieß es: „Zum Glück ist nicht noch mehr passiert“ – dank der vielen Helfer.

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