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Vorlesewettbewerb

Gemeindebücherei und Jugendpflege freuen sich über viele Wettbewerbsteilnehmer

Beim Vorlesewettbewerb haben deutlich mehr Kinder als 2017 teilgenommen. Sie bringen ihre Lieblingsbücher mit und tragen Textpassagen daraus vor.

Einst gab es in Nauheim einen Jugendmusikwettbewerb. Das stand dem Image der Musikgemeinde prima. An jungen Talenten mangelte es auch nicht. Das Interesse ist jedoch eingeschlafen. Ganz anders sieht es mit dem Vorlesewettstreit aus, zu dem Gemeindebücherei und Jugendpflege seit 34 Jahren einladen. Die Resonanz hat deutlich angezogen.

2017 hatte Annette Rauch von der Kinder- und Jugendförderung lediglich 48 Teilnehmer registriert. Das war für die Veranstalter enttäuschend, gab es doch Jahre mit doppelt so vielen Kindern. „Diesmal haben sich 82 angemeldet“, berichtet die Organisatorin. Nur durch einige Krankmeldungen habe sich die Zahl an den beiden Wettbewerbstagen verringert.

Vor allem Viertklässler

Büchereileiter Klaus Meyers, der nahezu alle 34 Lesewettbewerbe miterlebt hat, differenziert. Das Gros der Teilnehmer komme mit 31 Mädchen und Jungen aus den vierten Klassen, gefolgt von den Drittklässlern mit 23 Schülern. 14 besuchen derzeit eine zweite Klasse, zwei eine fünfte, elf Teilnehmer gehen in eine sechste Klasse. Ein Mädchen ist schon in der Siebten, sie hat nun die Altersgrenze erreicht und wird nächstes Jahr nicht mehr dabei sein.

Im Alten Rathaus sind David Fischer und seine Mutter Judith anzutreffen. Der Junge aus der Grundschulklasse 3d sagt, er sei „ein bisschen angespannt“ gewesen. Gerade hat er vor einer Jury das Kapitel „Unheimliche Begegnung“ aus der Buchreihe „Drei Fragezeichen – Kids“ mit dem Titel „Diamenten-Diebe“ vorgelesen. Gleich darauf sprudelt es vor Begeisterung nur so aus ihm raus.

„Ich habe fast das ganze Kapitel gelesen“, freut er sich. Fünf Minuten hatte er Zeit für den Text seiner Wahl. Anschließend war etwa drei Minuten lang noch ein Pflichttext vorzutragen, den die Kinder nicht kannten. Klar, dass David zu Hause viel geübt hat. Meyers, der früher Rektor der Grundschule war, erklärt, dass der Lesewettbewerb stets auch Teil einer Unterrichtseinheit sei. So könnten die Kinder sogar in der Schule üben.

Für jeden gibt es Preise

Von David ist zu erfahren, dass er sich bereits weitaus schwierigere Bücher vorgenommen hat als die „Drei Fragezeichen“. „Ich habe mit der Kinderbibel angefangen“, erinnert er sich. Seine Mutter schmunzelt, als er sagt, sie würde ihn immer auffordern, etwas zu lesen. Als die beiden nach Hause gehen, wirken sie fröhlich und gelöst.

Nicht anders ist das bei der acht Jahre alten Ramona, die die 3c besucht. „Millie geht zur Schule“ hatte sie mitgebracht und daraus flüssig vorgetragen. Doch das Mädchen gibt sich bescheiden: „Es war gut“, beurteilt sie ihre Leistung zurückhaltend. Zu Hause habe sie noch viele weitere Bücher aus der Reihe „Millie“. Früher habe ihre Tochter besonders gerne in der Reihe „Reitergeschichten“ geschmökert, verrät ihre Mutter.

Haben die beiden nun einen Preis gewonnen? „Auf jeden Fall“, denn es gebe „bei uns nur Gewinner“, bestätigen Annette Rauch und Klaus Meyers wie aus einem Munde. Bei der Preisverleihung am Montag, 19. November, ab 15 Uhr im Saalbau, erhalten alle Teilnehmer einen Buchgutschein. Wer etwas besser vorgelesen habe, bekommen einen Bon im Wert von 15 Euro. Die anderen einen für zehn Euro.

Auf diese Weise belohnen die Organisatoren die Kinder seit mehr als drei Jahrzehnten. Meyers zieht eine geradezu stolzes Resümee: „Welche Veranstaltung läuft seit 34 Jahren nahezu ohne Änderung?“, fragt er, um die Antwort gleich mitzuliefern: „Bis auf kleine Verbesserungen wurden in all den Jahren nie Wünsche an uns herangetragen, etwas anders zu machen.“

von Rainer Beutel

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