Für ihr Wahrzeichen, das auf dem Kreisel aufgestellt werden soll, machen sich die Vorstandsmitglieder der Landfrauen krumm.
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Für ihr Wahrzeichen, das auf dem Kreisel aufgestellt werden soll, machen sich die Vorstandsmitglieder der Landfrauen krumm.

Vereine

Hand anlegen für das Wahrzeichen

Die Landfrauen putzen die hölzerne Biene heraus, die später einmal auf dem Verkehrskreisel aufgestellt werden soll.

Nauheim -Rund 150 Kilogramm schwer, ein freundliches Antlitz und irgendwie knuffig - so sieht die aus einer 300 Jahre alten Eiche gefertigte Biene aus, die auf dem Kreisel aufgestellt werden soll. Die Landfrauen haben das Wahrzeichen ihres Vereins bei einem Arbeitseinsatz herausgeputzt und nebenbei mit einem Irrtum aufgeräumt.

Vor wenigen Tagen hat Christoph Peez die Skulptur mit unterschiedlich großen Kettensägen aus dem Vollen hergestellt. Einen ganzen Arbeitstag war der Künstler beschäftigt. Die Landfrauen verköstigten ihn und seine Helfer vom Bauhof. Jetzt waren sie selbst gefordert. Im Hof der Vorsitzenden Anne Dammel trafen sich die Vorstandsmitglieder zum Arbeitseinsatz, um dem Kunstwerk einen besonderen Schliff zu verpassen.

Mit Tatendrang ans Werk

"Wir werden sie abschleifen, lasieren und ölen", erklärte die Vereinschefin ihren Mitgliedern, die sich wenige Minuten später voller Tatendrang ans Werk machten. Plötzlich war der Dammelsche Hof mit einem kratzenden und schabenden Klang erfüllt. "Ausgerüstet mit grobem Schleifpapier und Drahtbürsten rückten die Vorstandsmitglieder voller Eifer an", freute sich die Vorsitzende über die Tatkraft der Helferinnen.

Zunächst wurde das Holz gebürstet, dann geschmirgelt, geglättet und immer wieder mit der Hand abgetastet, ob noch eine raue Stelle auftaucht. Anschließend war das Vereinssymbol gründlich von Staub und kleinen Holzresten zu befreien. Die Aktion dauerte zwei Stunden. "Einige Damen kamen ganz schön ins Schwitzen", berichtet Vorsitzende Dammel. Es habe aber allen viel Spaß bereitet.

Die Holzbiene, die auf dem Kreisel an der Nahtstelle von Rüsselsheimer Straße und Ostumgehung weithin sichtbar aufgestellt werden soll, lag auf einem fahrbaren Untersatz. So war sie einigermaßen leicht zu bewegen. Um sie zu wenden, war mehr Hilfe nötig. Gerhard Dammel, der Mann der Vorsitzenden, half den Frauen dabei.

Nach dem Abschleifen wurde die Oberfläche imprägniert. Die Landfrauen entschieden sich für eine Holzlasur auf Alkydharzbasis. Dieser sei dekorativ und bewahre die Biene vor den Unbilden des Wetters, erklärt die Vereinschefin. Struktur und Maserung träten deutlich heraus.

Schutz vor der Witterung

Die Furchen, die vom Erschaffer der Biene an Flügeln und Körper gesägt worden waren, zogen die Landfrauen mit einem wasserunlöslichen Stift nach, um die Oberflächenstruktur optisch hervorzuheben. Schließlich wurde die Biene großflächig eingeölt, um das Holz noch besser vor Sonne und Regen zu schützen. Das Öl sei vorbeugend wirksam gegen Bläue oder Schimmel und schütze das Holz ebenso davor, zu ergrauen.

Es werde noch eine Weile dauern, bis die Biene aufgestellt wird, sagte Dammel zu ihren Vorstandskolleginnen. Denn noch sei nicht endgültig entschieden, wie die Kreiselbiene platziert wird. Vom Bauhof sei vorgeschlagen worden, sie schräg anzubringen. Das sei nicht ideal, waren sich die Anwesenden einig. Möglicherweise sei das Kunstwerk dann nicht gut zu erkennen. Besser sei ein Platz "mitten auf dem Kreisel", so dass das Vereinswahrzeichen von allen Seiten bewundert werden könne, hieß es unisono.

Dass Holzkünstler Gerhard Peez noch zwei kleine Bienen aussägen wird, damit diese in der Nähe des großen Exemplars aufgestellt werden können, sei verabredet. Damit werde veranschaulicht, dass die "fleißigen Bienen", wie sich die Landfrauen bundesweit nennen, eine Gemeinschaft seien. Genau dies symbolisiere der Begriff "fleißig" bei den Landfrauen. Es gehe weniger darum, dass die Mitglieder besonders emsig oder tüchtig seien. "Aber das wir im Ortsverein der Nauheimer Landfrauen natürlich besonders fleißig sind, das passt natürlich auch gut", bekräftigte die Vorsitzende mit einem Augenzwinkern. Rainer Beutel

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