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Wie geht es weiter? Marianne Schnittler und Ulrich Rompel wissen es nicht. Auch ihre Terrasse können sie seit Monaten nicht nutzen.

Ohne Zuhause

Nauheimer Ehepaar bekommt immer noch Folgen des Sturms "Fabienne" zu spüren

Wohl keiner hängt gerne in der Luft und weiß nicht, wie es weitergeht. Doch genau so geht es einem Paar aus Nauheim. Denn seit September leben sie in einer fremden Wohnung, nachdem Sturm Fabienne ihr Penthouse unbewohnbar machte.

Nauheim - Marianne Schnittler und Ulrich Rompel leben seit fast vier Monaten gezwungenermaßen in einer fremden Wohnung. Der Sturm Fabienne hat ihr gemietetes Penthouse im Einkaufszentrum Waldstraße unbewohnbar gemacht. Schon seit geraumer Zeit fragen sie sich, wann sie wieder einziehen können.

Die beiden haben das 70. Lebensjahr überschritten. Um es im fortschreitenden Alter mal leichter zu haben, hatten sie sich entschieden, aus ihrem Haus im Wohngebiet „Wolfsberg“ auszuziehen und sich eine Mietwohnung zu nehmen. Keine Gartenarbeit, kein Straßenkehrdienst mehr und alle wichtigen Geschäfte in unmittelbarer Nähe – ihr Wunsch wurde mit einer Wohnung im Einkaufszentrum Waldstraße real. Die

Perspektive fehlt

Doch am 23. September änderte sich alles. Sturmtief Fabienne zerstörte ihr Zuhause. Noch in der Unglücksnacht – sie waren nicht zu Hause – erfuhren sie, dass ihr 200 Quadratmeter großes Penthouse nicht mehr bewohnt werden könne. Der Sturm hatte das Dach abgedeckt und überall drang Wasser ein.

„Ein Gutachter hat die Wohnung für unbewohnbar erklärt“, erzählt Schnittler. Für eine Woche kamen die beiden bei ihrer Tochter unter. Die eigene Versicherung habe alles Nötige eingeleitet, die Wohnung ausgeräumt und das Mobiliar in Wiesbaden eingelagert. Schnittler und Rompel zogen nach Absprache in ein unbewohntes, aber noch möbliertes Haus in ihrer früheren Nachbarschaft.

Klingt zunächst nach Ferienwohnung. Aber der Zustand, dauerhaft mit fremden Sachen auszukommen und, abgesehen vom Notwendigsten, keine persönlichen Gegenstände mehr zu haben, zehrt an ihren Nerven. Die Warterei ziehe sich nun schon mehrere Monate hin. „Das geht an die Substanz“, bestätigen beide. Sie betonen, niemanden anklagen zu wollen, wünschen sich aber nichts sehnlicher, als eine Perspektive, wann sie in ihr Zuhause zurückkehren zu können.

Keine Fortschritte

Warum ist das Dach noch nicht repariert? Auskünfte bekämen sie nicht. Sie seien bislang nur vertröstet worden. Diese Woche trafen sie zwei Frauen von der neuen Hausverwaltung. Auch die konnten ihnen nicht weiterhelfen. Es passiere einfach nichts, bedauern Schnittler und Rompel. „Wir haben keinen Ansprechpartner.“ Mietkosten würden erstattet, aber „für den Verlust jeder Lebensfreude gibt es keine Entschädigung“, sagt Schnittler.

Eigentümer ist ein Immobilienunternehmen aus Frankfurt, verwaltet wird es seit 1. Januar von der City-Verwalter GmbH in Großwallstadt. Geschäftsführerin Yvonne Christ erklärte auf Anfrage, dass an den Problemen, die mit dem Schaden zusammenhingen, mit Hochdruck gearbeitet werde. Beteiligt seien Versicherung, Ingenieur, Statiker und Gutachter, die unter einen Hut zu bringen seien. Es sei definitiv „kein kleiner Schaden“, doch „der Prozess ist am laufen“. Ein Datum für einen absehbaren Wiedereinzug könne sie noch nicht nennen, bedauerte Christ. Mit den Bewohnern sei gesprochen, die Hausverwaltung stehe gerne für Auskünfte zur Verfügung.

von Rainer Beutel

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