Tagsüber erscheint der Sportpark oft leer und ungenutzt. Die SPD regt an, das Areal wieder für Freizeit- und Hobbysportler außerhalb der Trainingszeiten der Vereine zu öffnen. FOTO: RAINER BEUTEL
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Tagsüber erscheint der Sportpark oft leer und ungenutzt. Die SPD regt an, das Areal wieder für Freizeit- und Hobbysportler außerhalb der Trainingszeiten der Vereine zu öffnen.

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Ist der Sportpark bald auch für Hobby-Athleten geöffnet?

  • VonRainer Beutel
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SPD regt neue Regelung an: Das Gelände soll nicht nur für den Vereinssport zur Verfügung stehen, so wie es vor Jahren schon einmal war.

Die SPD-Fraktion kümmert sich um die Vereinswelt. Unter anderem soll der Sportpark wieder für Hobbyathleten geöffnet werden, lautet eine Anregung. Zusammen mit der CDU-Fraktion wird eine Neufassung der Zuschussrichtlinien angestrebt.

Fraktionsmitglieder der SPD aus dem Ausschuss für Soziales, Kultur, Sport und Integration hätten sich vor wenigen Tagen mit Vereinsvertretern getroffen. "Die Einladung wurde mit großem Dank und Interesse angenommen", berichtet Fraktionschef Daniel Schmidt.

Ein Ergebnis der Zusammenkunft sei eine Anfrage an den Gemeindevorstand. Demzufolge bestehe in der Bevölkerung "ein großes Bedürfnis, den Sportpark außerhalb des geplanten Vereinssports zu nutzen". Dies sei "sehr gut nachvollziehbar". Es falle Übungsleitern, die den Sportpark während ihrer Vereinstätigkeit nutzten, zunehmend schwer, Bürgern den Zugang zu verweigern, gibt Schmidt Hinweise weiter.

Die SPD will nun vom Gemeindevorstand wissen, ob eine Chance bestehe, den Sportpark - wie vor Jahren - wieder für den Freizeitsport zugänglich zu machen. Mit einem Zaun und Öffnungs- und Schließzeiten wurde das Areal zwischen SKV- und Jahnhalle vor einigen Jahren abgeriegelt, um mutwillige Zerstörungen zu unterbinden.

Neue Kulturstätte bei Vogelzüchtern

Auch ein weiteres Gelände sähe die SPD-Fraktion gerne umfangreicher genutzt als in den vergangenen Jahren. Es geht um die Wiese an der Zuchtanlage des Geflügel- und Vogelzüchtervereins, die Corona-bedingt in diesem Jahre als Veranstaltungsstätte für den Kultursommer ausgewiesen worden ist. "Der Kultursommer könnte in Nauheim durchaus etabliert werden", findet Schmidt. Ähnliche Flächen gebe es in anderen Kommunen. Als feste Veranstaltungsstätte könne die Wiese von Vereinen, Gemeinde und Künstlern mindestens halbjährig belegt werden. Züchtervereinsvorsitzender Matthias van de Loo hatte sich zu solchen Überlegungen offen geäußert beziehungsweise sie überhaupt erst ins Gespräch gebracht. In ihrem Prüfantrag schlägt die SPD vor, dass untersucht wird, ob sich das Gelände als "dauerhafte Veranstaltungs- und Kulturstätte" eigne.

Gleichzeitig sei zu prüfen, ob dort eine festinstallierte Bühne gebaut werden könne, was dies koste und ob es Fördergelder gebe. Zu berücksichtigen sei, inwiefern die Nutzung als Veranstaltungsplatz rechtlichen Einschränkungen unterliege. Ein Ergebnis erwarten die Genossen bei der Beratung des Haushaltes 2022.

Für die Musikgemeinde ergebe sich "die einmalige Chance, ein bereits heute kulturell genutztes Gelände für die Wiederbelebung der Musik-, Kultur- und Vereinsarbeit zu nutzen", sagt Schmidt. Dies hänge damit zusammen, dass der Züchterverein aufgrund eines Mangels von Mitgliedern nach neuen Kooperationspartnern suche. Der SPD schwebt ein "kultureller Neuanfang" nach der Corona-Pandemie vor.

Richtlinien zur Vereinsförderung

Gleichzeitig werde einem traditionsreichen Verein geholfen, die Herausforderungen eines Generationswechsels zu gestalten. Vereine, die die Kulturwiese nutzen könnten, profitierten von der Idee, betont Schmidt.

Ein mit der CDU-Fraktion gestellter Antrag befasst sich ebenfalls mit der örtlichen Vereinswelt. Schmidt und CDU-Fraktionsvorsitzender Winfried Rehm setzen sich für eine Arbeitsgruppe aus Kommunalpolitikern, Verwaltungsbediensteten und Vereinsvertretern ein, um die örtlichen Vereinsförderungsrichtlinien zu überarbeiten.

"Diese Richtlinien sollen zukunftsgerichtet die Schwerpunkte Kultur und Sport, Jugend und Senioren sowie Integration und Inklusion beinhalten", heißt es. Außerdem sei der Aufwand für die Unterhaltung von Vereinsstätten und die Vereinsarbeit zu berücksichtigen. An höhere Zuschüsse sei jedoch nicht gedacht. Seit Jahren zeige sich, dass die aktuell geltenden Richtlinien nicht mehr zeitgemäß seien und die Mittel nicht bedarfsgerecht verteilt würden. SPD und CDU betonen abschließend den "enorm hohen Stellenwert". Es sei im Interesse aller, den Clubs "eine bestmögliche Grundlage für ihre wertvolle Arbeit zu ermöglichen". Rainer Beutel

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