Für die Wochenendhäuser am Hegbachsee erlässt die Gemeinde eine Veränderungssperre, bis es einen Bebauungsplan gibt. Anlass ist eine baurechtlich nicht korrekte Verschmelzung von zwei Häusern auf einem Grundstück. FOTO: RAINER BEUTEL
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Für die Wochenendhäuser am Hegbachsee erlässt die Gemeinde eine Veränderungssperre, bis es einen Bebauungsplan gibt. Anlass ist eine baurechtlich nicht korrekte Verschmelzung von zwei Häusern auf einem Grundstück.

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Keine freie Hand bei Gartenlauben

  • VonRainer Beutel
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Bauausschuss verhindert baulichen Wildwuchs am Hegbachsee

Der Bauausschuss hat mehreren Verwaltungsvorlagen zugestimmt, die einem unkontrollierten Aus- und Umbau von Häusern in verschiedenen Ortsteilen einen Riegel vorschieben. Betroffen ist das Wochenendhausgebiet am Hegbachsee. Dort habe das eine Amt nicht gewusst, was das andere genehmige, hieß es am Mittwoch.

Für die bevorstehenden planungsrechtlichen Änderungen im Wochenendhausgebiet am Hegbachsee, die ohne Gegenvoten bei einer Enthaltung (FDP) beschlossen wurden, gebe es einen konkreten Auslöser, erklärte Bürgermeister Jan Fischer (CDU). Der ursprüngliche Bebauungsplan sehe vor, dass auf einem Grundstück nur ein Haus zu stehen habe. Inzwischen seien in einem Fall zwei Grundstücke zu einem vereint worden.

Jetzt stünden dort zwei Häuser. Die Häuser zu verbinden, sei "planungsrechtlich nicht das, was ursprünglich gewünscht wurde", verdeutlichte der Verwaltungschef. Deshalb sei es notwendig, den Bebauungsplan anzupassen und eine planungsrechtliche Grundlage zu schaffen, um klare Verhältnisse zu schaffen - für Hauseigentümer und Kommune. Durch eine ebenfalls beschlossene und sofort wirksame Veränderungssperre könnten Anwohner nichts unternehmen, bis der Plan rechtskräftig sei.

Abläufe waren nicht abgestimmt

Auf Nachfrage von Stefanie Hackler-Siesenop verdeutlichte Fischer, warum die Gemeinde nun einschreite. Dass Grundstücke bereits zusammengelegt worden seien, hänge damit zusammen, dass es manchmal Verwaltungsabläufe gebe, die nicht aufeinander abgestimmt seien, so Fischer. Bei der Beurteilung von Eigentumsrecht sei nicht gefragt worden, ob dadurch ein baurechtswidriger Zustand entstehe. Nun werde noch geprüft, ob "ein nicht rechtmäßiger Zustand" entstanden sei. "Es ist einfach passiert", sagte Fischer. Es handele sich "um einen Baukörper mit umbauten Raum, der zu Aufenthaltszweck genutzt werde".

Mit einem Aufstellungsbeschluss und einer Veränderungssperre für eine Gestaltungssatzung im alten Ortskern will die Gemeinde dafür sorgen, dass es in Alt-Nauheim keine baulichen Auswüchse gibt, die sich nicht harmonisch ins bestehende Ortsbild einfügen. Die gleichen Ziele werden für Teile der Bahnhofstraße jenseits der Bahn sowie für das Viertel zwischen Schönbacher Straße und der Straße "An den Akazien". Alle Fraktionen stimmten dem Vorhaben zu. Fraglich war, welche Grenzen für die neuen Pläne gelten sollten. Gehe es nur um den Erhalt historisch wertvoller Gebäude oder um das Verhindern von großen Gebäuden moderner Prägung, die sich nicht ins Ortsbild fügten und Baugrenzen radikal ausnutzten?

Das Gremium verständigte sich darauf, die von der Verwaltung bislang gezogenen Grenzen auszuweiten. Hildegard Neiß (SPD) legte Wert darauf, dass auch Klimaschutzziele im Bebauungsplan festgelegt würden.

Nutzung als Kita-Gelände

Auch für das Wohngebiet "Im Teich" verabschiedete der Bauausschuss einstimmig einen Aufstellungsbeschluss für eine Bebauungsplanänderung mit anschließender Bauleitplanung. Derzeit gebe es eine "nicht unerhebliche Abweichung bei den Einfriedigungen". Von der niedrigen Mauer mit wenigen Zentimetern Höhe über die Gabionenwand bis zur Hecke sei alles vorhanden, sagte Fischer. Die bisherigen Regeln für Zäune, Mauern und andere Einfriedungen sollen insbesondere hinsichtlich ihrer Höhen und Materialien "zeitgemäßer" geregelt werden. Die Gemeinde werde damit einen Fachplaner beauftragen.

Einstimmig beschlossen wurde ein Aufstellungsbeschluss für eine erste Änderung des Bebauungsplans "Im Gartenfeld". Hinter der Gaststätte "Schnitzel-AG" (ehemals Culinarium) soll eine bislang für Kleintierhaltung ausgewiesene Fläche künftig für Freizeitaktivitäten und kulturelle Nutzungen zur Verfügung stehen. Flankiert würden die Pläne von Überlegungen des Gaststättenbetreibers, der auf dem Gelände eine Art Erlebniswelt vorsehe.

Für eine Fläche neben der Zuchtanlage des Geflügel- und Vogelzuchtvereins am Seeweg soll die Nutzung als Kindergartengelände erlaubt sein. Dort sollen in Modulbauweise Container für den Naturkindergarten aufgestellt werden. Die angrenzende Fläche des Kultursommers bleibe davon unberührt. Um dort dauerhaft Kulturveranstaltungen zu ermöglichen, sei das planungsrechtlich noch zu klären. Im Moment gebe es keine Hinderungsgründe. Letztlich werde noch genau definiert, was auf welche Fläche komme, sagte Fischer. Rainer Beutel

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