Architekt Stefan Heim erläutert Erzieherin Karin Rehm, Kita-Geschäftsführer Wolfgang Glotzbach und Bürgermeister Jan Fischer (von links) die künftige Aufteilung im Rohbau des Sportkindergartens.
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Architekt Stefan Heim erläutert Erzieherin Karin Rehm, Kita-Geschäftsführer Wolfgang Glotzbach und Bürgermeister Jan Fischer (von links) die künftige Aufteilung im Rohbau des Sportkindergartens.

Kindertagesstätte

Kita des TV Nauheim: Bald ist Platz für hundert Kinder

Der Sportkindergarten des TV Nauheim weitet seine Kapazitäten durch den Anbau enorm aus.

Nauheim -Bis Weihnachten soll der Anbau am Sportkindergarten samt Bürgersaal betriebsbereit sein. Der Rohbau sei weitgehend fertig, der Innenausbau stehe unmittelbar bevor, hieß es am Freitag bei einer Besichtigung der Baustelle.

Mit dem neuen Gebäude neben der Jahnhalle des Turnvereins 1888/94 (TV) entstehen dringend benötigte Kita-Plätze. Es handelt sich um eine Erweiterung des bestehenden Sportkindergartens. Die Einrichtung wird vom TV als freier Träger betrieben. 40 Kinder werden zurzeit betreut. Durch den Anbau ergeben sich Aufnahmekapazitäten für bis zu 100 Mädchen und Jungen, sowohl für Kinder unter drei Jahren als auch für Ältere.

Der Anbau wird über einen Kommunalkredit der Gemeinde finanziert. Die Baukosten werden auf 4,5 Millionen Euro taxiert. Architekt Frank Heim und Bürgermeister Jan Fischer (CDU) gehen davon aus, dass der Kostenrahmen eingehalten werde.

Nauheim: Räume für sozial tätige Vereine

Außer den Kita-Plätzen entstehen ein Bürgersaal und Büroräume für sozial tätige Vereine. Außerdem werde der Parkplatz vor der Jahnhalle befestigt und neu gestaltet. Darüber hinaus könne das neue Gebäude mit einer weiteren Etage erweitert werden. Statisch sei das einkalkuliert. Für eine Photovoltaikanlage sei das Dach ungeeignet. Ein Blick ins Innere verdeutlicht die immense Größe des Gebäudes - und täuscht ein wenig. Die zurzeit kolossalen Hallen auf zwei Etagen würden durch die Raumgestaltung des Innenausbaus und das Auftragen des Estrichs noch verkleinert, erläuterte Wolfgang Glotzbach, Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft des Sportkindergartens und TV-Vorsitzender. "Die Nutzfläche beträgt 1275 Quadratmeter, der umbaute Raum wird 7320 Kubikmeter sein", verdeutlichte der Architekt die Dimensionen.

Glotzbach, Heim und Fischer zeigten bei der Baustellenbesichtigung wesentliche Merkmale des künftigen Zentrums. Der Generationentreff sei barrierefrei, verdeutlichten sie. Der Eingangsbereich sei für Eltern mit Kinderwagen ebenso leicht zugänglich wie für ältere Menschen mit Gehschwächen. Dort sei Platz, Kinderwagen auch mal stehen zu lassen, verdeutlichte der Architekt. In älteren Einrichtungen sei an einen solchen Bedarf selten gedacht worden. Außerdem gebe es einen Aufzug.

Neben der Größe fiel beim Ortstermin auf, wie hell es im Innern ist. Ausladende Fenster und Lücken im Dach, die mit Lichtkuppeln aus Nauheimer Fertigung geschlossen werden, sorgen dafür. Schwer erkennbar für Uneingeweihte ist zurzeit noch, wo sich Büroräume, Küche, Gruppenräume, Bewegungsflächen, Sanitäreinrichtungen und vieles mehr befinden werden. Heim und Glotzbach erläuterten beim Rundgang die Raumaufteilung. Zwischen Betonwänden und mächtigen Säulen wurde deutlich, "dass man prinzipiell aus jedem Raum raus ins Freie kann", sagte der Architekt. Der Bürgermeister rechtfertige die kommunale Entscheidung gegen eine Modulbauweise, die von Parlamentariern erwogen worden war, um Geld zu sparen. Mit Fertigmodulen sei eine ganz auf die Bedürfnisse des Sportkindergartens zugeschnittene architektonische Gestaltung nicht möglich. "Es zeigt sich, dass die Massivbauweise Sinn mache. Das hier sind keine Standardwerte. Wir sind konzeptionell vollkommen überzeugt", so Fischer.

Nauheim: Übergang zu altem Gebäude

Zwischen Neubau und Jahnhalle mit dem bestehenden Sportkindergarten liegen wenige Meter. Die Freifläche vor dem künftigen Bürgersaal könne geöffnet und genutzt werden. Oben drüber, etwas versetzt, werde der Übergang zur alten Kita geschaffen. "Aber erst, wenn der Rest fertig ist", sagte Glotzbach. Der Kita-Betrieb werde davon nicht beeinflusst. Ursprünglich sei über eine 14-tägige Schließung nachgedacht worden. Die Zeitplanung sei optimal, sagten Glotzbach und Karin Rehm, Leiterin der Sport-Kita. Alles laufe wie am Schnürchen. Heim ergänzte, dass fast alle Verträge für ausstehende Bauarbeiten unter Dach und Fach seien. Bürgermeister Fischer wartet indes auf eine formale Klärung, welche Fördermittel vom Bund oder vom Land übernommen werden. Das laufe über den Kreis. Rainer Beutel

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