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Partystimmung bei Live im Hof: Zum Abschluss der Konzertreihe begeistert die Band ?Op KöLsch? mit Christof Heftrig am Saxofon, Sängerin Jella Fiebach und Gitarrist Daniel Mockenhaupt (von links) am Samstagabend mehr als 200 Besucher.

Finale von „Live im Hof“

„Op Kölsch“ rockt das Gerätehaus

Neuer Ort, neue Band, neuer Stil: Zum Finale von „Live im Hof“ haben die Veranstalter am Samstagabend alles gegeben. Und die Gäste brachten sogar ein altes Musikinstrument aus Nauheim mit.

Erstmals hat sich die Freiwillige Feuerwehr bei der Konzertreihe „Live im Hof“ beteiligt. Am Samstagabend bevölkerten mehr als 200 Besucher das Areal am Gerätehaus, wo mit der Band „Op KöLsch“ ein munterer Stimmungsmacher gastierte. Die Wehr wurde allenthalben gelobt, im gleichen Atemzug wie die Bauhofmitarbeiter. Zum dritten Live-im-Hof-Konzert innerhalb von einer Woche bewerkstelligten sie an ungewohnter Stelle ruckzuck den Bühnenaufbau. Gegen 13 Uhr war am Samstag für die Gäste, die aus Köln anreisten, nahezu alles hergerichtet.

Weitere viereinhalb Stunden später fand Christoph Heftrig von „Op KöLsch“ den Hebel, um die Musikgemeinde zu knacken. Der Saxofonist war bereits als Musiker der Big-Band der Bundeswehr vorgestellt worden. Zwei Bezugspunkte zur Musikgemeinde waren indes bis dahin noch unbekannt. „Das ist ein ’Keilwerth’, das 1965 hier gebaut wurde“, rief Heftrig mitten im Konzert in die Menge und präsentierte sein golden glänzendes Saxofon aus der ehemaligen Instrumentenfabrik in der Königstädter Straße (heute stehen dort Wohnhäuser). Mit einem Extra-Applaus und Jubel honorierten die Besucher, dass sie geraden einen Sound „made in Nauheim“ hörten.

Den zweiten Bezugspunkt verriet Musikförderkreisvorsitzender Willi Engel, mit Klaus Zährer Kopf der örtlichen „Instrumentenmacher“. Er erzählte, dass er Heftrig seit 35 Jahren kenne. So habe es für ihn auf der Hand gelegen, die Band in die Musikgemeinde zu „Live im Hof“ einzuladen. Bei Chef-Organisatorin Ingrid Rotter vom Kulturamt rannte er mit dem Vorschlag offene Rathaustüren ein. „Wir wollten mal was Neues und was Junges“, betonte sie.

Wie „jung“ die Partymusik von „Op KöLsch“ auf ihre neuen, jungen Fans wirkte, war knapp 50 Minuten nach Beginn des Konzertes zu spüren, als der Kölner Hit „Leev Marie, ich bin kein Mann für eine Nacht“ angestimmt wurde und erste Frauen vor der Feuerwehrhalle wie ein Tanzmariechen im Takt hüpften. Sängerin Jella Fiebach, im roten Shirt und roten Chucks ohnehin ein Blickfang, machte es ihnen auf der Bühne vor. Andere schwangen sich mit erhobenen Armen zu Feierbiestern auf.

Den animierenden Sound dazu komplettierten Keyboarder und Sänger Marco Seibert und Daniel Mockenhaupt an der Gitarre. Wieder andere interpretierten unweit von Mainz die für „Fassenacht am Rhein“ geeigneten Gassenhauer zum Ringelreihen. Die oft im Dutzend georderten „Kölsch“ auf den Tischen sorgten für fröhliche Lockerheit.

Ein „besonderer Abschluss von Live im Hof“, wie Bürgermeister Jan Fischer schon vor dem Konzert wusste, bevor gesungene Appelle wie „Steh auf, mach laut, mach richtig Lärm“ ihre Wirkung entfalteten. Dass der Kölner Dialekt für hiesige Ohren nicht stets auf Anhieb verständlich war, lag in der Natur der Party, aber mit einem Äppler oder auch Kölsch konnten das selbst waschechte Hessen verschmerzen.

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