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Reichlich Kuchen bei den Landfrauen: Alexandra Igerst und Monika Großmann (von links) sind beim Kerwekaffee guter Laune.

Kerwekaffee

Landfrauenverein begrüßt den Innenminister

Überall grüne T-Shirts und mitten drin der Hessische Innenminister: Beim Kerwekaffee am Sonntagmittag gab es ein paar Farbtupfer und für 2019 schon einen Notfallplan.

Der Kerwekaffee der Landfrauen hat sich in den vergangenen Jahren zum beliebten Treffpunkt für beinahe alle Generationen gemausert. Davon verschaffte sich am Sonntagmittag sogar Innenminister Peter Beuth (CDU) ein Bild – trotz der bevorstehenden Landtagswahl weniger aus beruflichen Motiven, sondern gesellig wie einige Hundert andere Besucher.

Die Landfrauen in ihren gut erkennbaren grünen T-Shirts empfanden den Besuch als Ehre. Beuth nahm sich Zeit, sprach mit den Bürgern und ließ sich von Landtagsabgeordnete Sabine Bächle-Scholz und dem CDU-Fraktionschef Winfried Rehm erklären, wie in Nauheim Kerb gefeiert wird, nämlich mittlerweile ununterbrochen seit 26 Jahren.

„Wir Landfrauen waren von Beginn an dabei und haben geholfen, das Volksfest aus der Taufe zu heben“, erinnerte sich Landfrauenvorsitzende Anne Dammel an die Anfänge von 1992. Damals gab es zwar noch keinen Kerwekaffee, die fleißigen Bienen sorgten aber beispielsweise für eine schmucke Saaldekoration, als noch nicht im Festzelt, sondern in einer Halle gefeiert wurde.

Nicht verborgen blieb den Mitgliedern am Wochenende, dass seit einiger Zeit darüber gemutmaßt wird, wie es bei wenigen Kerweborsch, hohen Kosten, viel Arbeit und immer mehr behördlichen Vorschriften mit dem Volksfest weitergehe. Die Kerweborsch selbst kennen noch keine schlüssige Antwort, räumten sie am Wochenende ein.

„Wir haben da bestimmt einen Notfallplan“, blickte die Landfrauenvorsitzende in die Zukunft, falls die Kerb in der bisher gewohnten Weise nicht mehr gefeiert werden sollte. Die Landfrauen hätten sich auf die Fahne geschrieben, Traditionen zu erhalten, weil das für einen Ort wie Nauheim sehr wichtig sei. Dazu gehöre ganz sicher auch die Kirchweih, betonte Dammel. „Wir würden dann sicher ein Paket schnüren und uns was einfallen lassen“, garantierte sie, dass ihr Verein voller Elan und Esprit stecke, um weiterhin Kerb zu feiern.

Dass sich der Landfrauenvorstand auf seine Mitglieder verlassen kann, war beim Kerwekaffee unübersehbar. Hier wurde Kaffee ausgeschenkt, dort Kuchen serviert und am Eingang Kalender für 2019 und Landfrauen-Kochbücher verkauft – und das alles für einen guten Zweck, denn der Erlös soll gespendet werden.

Mit Blick auf die anwesende Politikerrunde bekräftigte die Vorsitzende ihre Zuversicht, dass die Stippvisite keineswegs nur unter dem Vorzeichen des Wahlkampfzweckes stehe. Ob Sabine Bächle-Scholz von der CDU oder Kerstin Geis von der SPD – beide Landtagsabgeordneten des hiesigen Wahlkreises seien Mitglied im Landfrauenverein und brächten sich, wie jetzt wieder an der Kerb, stets als Helferinnen bei großen Veranstaltungen ein. So viel Nähe suchte der Innenminister dann doch nicht, aber Beuth nahm sich reichlich Zeit, um mit den Landfrauen zu plaudern und sogar das Landfrauenlied anzustimmen. „Ja, bei uns ist es eben immer eng und kuschelig“, scherzte Dammel.

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