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Einsatz für die Sportanlage: Athleten stutzen die Rasenfläche, die auf die Laufbahn ragt.

Sportanlage

Die Laufbahn ist mit Unkraut überwuchert

Die Sportanlage wird nicht mehr ausreichend gepflegt. Jetzt haben Sportler selber zur Hacke gegriffen. Und machen der Gemeinde einen Vorschlag zur künftigen Zusammenarbeit.

„Die Anlaufbahn zerlöchert, die Sprunggrube voller Bewuchs, die alte Laufbahn mit Rasen überwuchert – diese Zustände waren im Nauheimer Sportpark vorzufinden“, erklärt Trainer David Gescheidle. Die lang anhaltende Hitzeperiode habe dazu geführt, dass sich die Gemeinde auf die Rasenpflege konzentriert habe. Die Leichtathletikanlagen seien immer mehr mit Unkraut bewachsen. Die Rasenfläche habe sich an den Rändern bis zu 30 Zentimeter auf die Laufbahn ausgedehnt.

Außerdem werde die Rasenfläche während der Sanierung der Kunstrasenplätze viel häufiger benutzt. Dies hinterlasse Spuren. Hinzu komme, dass es ein Leck an der Bewässerungsanlage gebe.

Die SKV-Leichtathleten nähmen das Versprechen der Vereine ernst, die Gemeinde im Falle einer Sportparksanierung zu unterstützen, sagt David Gescheidle. Er ließ nun das Training ausfallen und animierte seine Sportler trotz Hitze zum dreistündigen Arbeitseinsatz. Die Bahn sei vom Unkraut befreit und die Ränder des Rasens zurückgeschnitten worden. Außerdem seien haufenweise Sand weggeschaufelt und Anlaufmatten am Weitsprung neu ausgerichtet worden. Für die Zukunft hoffen die Leichtathleten auf eine Umwandlung der Laufbahn in eine weniger pflegeintensive und zeitgemäße Laufstrecke aus Kunststoff. Dies hänge davon ab, wie viel Geld die Gemeinde nach der Sanierung der Kunstrasenplätze noch übrig habe. Gescheidle schätzt, dass für eine neue Bahn nur ein Bruchteil dessen investiert werden müsste, was die Kunstrasenplätze in den zurückliegenden 20 Jahren gekostet hätten.

Die Leichtathleten bieten der Gemeinde an, eine 400 Meter lange Rundbahn zu pflegen, falls sie gebaut würde. Dazu müsse der Sportpark nachts abgeschlossen werden, außerdem dürften „nachmittags nur noch Sportgruppen Zutritt zu den teuren Anlagen haben“, empfiehlt er. Nur so könne verhindert werden, dass das Eigentum der Kommune weiter verschmutzt oder zerstört werde.

Ratsam seien seiner Meinung nach zweckgebundene Rücklagen der Vereine, um sich künftig an Sanierungsmaßnahmen zu beteiligen.

„Bei 400 Mitgliedern könnten mit einem Mehrbeitrag von 3,50 Euro pro Monat und Mitglied in 15 Jahren gut 250 000 Euro angespart werden. Damit wäre dann schon ein halber Kunstrasen bezahlt“, sagt David Gescheidle.

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