Großen Schrittes eilt die Gemeinde dem Umbau zu barrierefreien Bushaltestellen entgegen. Ende April soll es an diesem Stopp in der Waldstraße losgehen. Foto: Rainer Beutel
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Großen Schrittes eilt die Gemeinde dem Umbau zu barrierefreien Bushaltestellen entgegen. Ende April soll es an diesem Stopp in der Waldstraße losgehen.

Verkehr

Leichter in den Bus einsteigen

  • vonRainer Beutel
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Künftig barrierefrei: Drei Haltestellen in Nauheim werden erneuert und modernisiert. Weitere sollen folgen.

Der Umbau der Bushaltestellen in der Waldstraße und am Friedhof steht bevor. Die Haltestellen sollen künftig barrierefrei sein. "Baubeginn ist Ende April", teilt das Rathaus auf Anfrage mit. Kommendes Jahr und 2023 sollen weitere Maßnahmen folgen.

Die Gemeinde lässt in diesem Jahr drei Bushaltestellen so ausbauen, dass Menschen mit Gehbehinderungen leicht in die Busse einsteigen können. Die Ebenen vor dem Ein- und Ausstieg in die Busse werden so erhöht, dass ein Zugang auf gleichem Niveau wie möglich ist. Mit taktilen Leitlinien erhalten Personen, die schlecht sehen oder gar blind sind, Indikatoren und Aufmerksamkeitsfelder, die auch ohne Augenlicht zu spüren sind.

Der erste Bauabschnitt beginne noch in diesem Monat, berichtet Sophie Lukas von der Pressestelle des Rathauses. Fertiggestellt sei die Maßnahme im September oder Oktober. So habe es bei der Auftragsvergabe gehießen. Startschuss werde Ende April an der Bushaltestelle in der Waldstraße sein, sagt Lukas. Bald darauf gehe es in der Königstädter Straße am Friedhof weiter, wo die beiden gegenüberliegenden Haltestellen in der umgestaltet würden.

Bodenindikatoren und Querungsstelle

In der Waldstraße sollen sogenannte "Busborde" sowie taktile Bodenindikatoren eingebaut werden, führt Lukas aus. Der Fachbegriff "Busbord" bezeichnet die abgerundete Bauform von Randsteinen an Haltestellen, an denen Niederflurfahrzeuge halten. Außerdem werde eine Querungsstelle ohne Ampel und Fußgängerüberweg in der von der Waldstraße abzweigenden Heinrich-Heine-Straße errichtet.

Der Gehweg der Waldstraße von der Heinrich-Heine-Straße bis zur Rüsselsheimer Straße werde auf 1,85 Meter verbreitert, so die Planung. In der Königstädter Straße werde außerdem eine neue Zufahrt zum Friedhof geschaffen. Die bestehenden Bushaltestellen sollen um rund 50 Meter in die Richtung des südlich gelegenen Ortseingangs verschoben werden.

Die Haltestellen in der Königstädter Straße erhielten ebenfalls Busborde und taktile Leitlinien. Darüber hinaus gebe es auf der Königstädter Straße eine Mittelinsel, die es erleichtern solle, die Straße zu überqueren. "Durch eine getrennte Querungsstelle der Königstädter Straße und einen neuen Fußweg zum Friedhof wird die Sicherheit für den fußläufigen Verkehr zum Friedhof erhöht", sagt Lukas. 2018 war eine Frau beim Überqueren der Straße am Friedhof von einem Fahrzeug erfasst und getötet worden. Darauf setzte eine Diskussion ein, wie die von Fußgängern auf dem Weg zum Gottesacker häufiger frequentierte Stelle sicher gestaltet werden könne. In der Diskussion war eine Bedarfsampel für Fußgänger. Bürgermeister Jan Fischer (CDU) lehnte dies in seiner Funktion als Chef der Straßenverkehrsbehörde und mit dem Plan für eine Verkehrsinsel ab. Künftig müssen Kraftfahrzeuge und Radfahrer, deren Fahrspur von einem Seitenstreifen auf die Königstädter Straße geführt wird, hinter Bussen an der Haltestelle warten. Diese Verkehrsführung war parlamentarisch nicht unumstritten, aber letztlich mehrheitsfähig gegenüber Vorschlägen, einen Radweg hinter der Haltestelle entlang zu führen.

Umgestaltungen sind gewünscht

Parlamentarisch beschlossen ist bereits ein zweiter Bauabschnitt für den barrierefreien Ausbau von jeweils zwei Haltestellen in den Straßen Im Rod und Unter der Muschel sowie einer weiteren Haltestelle in der Thomas-Mann-Straße. Dies sei für nächstes Jahr geplant, informiert Lukas. 2023 wolle die Gemeinde weitere Bushaltestellen umgestalten. Pläne gebe es dafür aber noch nicht. Finanziert werden die Maßnahmen aus Mitteln des Mobilitätsfördergesetzes und des Finanzausgleichsgesetzes (FAG) des Landes Hessen. Die Gemeinde und die Lokale Nahverkehrsgesellschaft (LNVG) des Kreises Groß-Gerau erhalten für die Haltestellen am Friedhof und in der Waldstraße rund 420 000 Euro Fördermittel. Verbleibende Ausgaben von rund 20 Prozent, darunter die Planungskosten, teilten sich Kommune und die LNVG. Rainer Beutel

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