Fußgänger und Radfahrer sollten sich in der Hermann-Löns-Straße gleichberechtigt bewegen, finden Gerd Petersen (links) und Ilse Hack von der FDP. Foto: Rainer Beutel
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Fußgänger und Radfahrer sollten sich in der Hermann-Löns-Straße gleichberechtigt bewegen, finden Gerd Petersen (links) und Ilse Hack von der FDP. Foto: Rainer Beutel

Verkehr

Liberale sind gegen eine Sperrung der Löns-Straße

Die Verkehrsführung in der Hermann-Löns-Straße sorgt schon seit Jahren für Ärger. Bei einem Vor-Ort-Termin verdeutlichte die FDP ihren Standpunkt.

Nauheim -Mitglieder der FDP sind der "Arbeitsgemeinschaft Verkehr" mit einem Ortstermin in der Hermann-Löns-Straße zuvorgekommen. In dem umstrittenen Verbindungsweg zwischen den Wohngebieten Wolfsberg und Ochsengrund veranschaulichten die Liberalen, dass Autofahrer zum Abbremsen erzogen werden könnten.

Um die Löns-Straße wird seit Jahren gestritten. Die dort lebenden Anwohner kritisieren, dass Autofahrer häufig zu schnell fahren, die Straße zu eng an einem Gebäude vorbei laufe und der Schotterbelag zu viel Lärm verursache. Bislang gilt, dass nichts umgebaut wird, bis sich die von der Gemeindevertretung eingesetzte Arbeitsgemeinschaft ein weiteres Mal mit dem Thema befasst hat.

Gegenseitige Rücksichtnahme

Die FDP war schneller. Bei einem Ortstermin bekräftigte Fraktionsvorsitzender Gerd Petersen den Standpunkt, dass die Durchgangsstraße nicht gesperrt werden soll. Allenfalls sei es denkbar, das eigens zur Geschwindigkeitsreduzierung verlegte Kopfsteinpflaster "vernünftig auszubessern".

Petersen und Parteivorsitzende Ilse Hack verdeutlichten, dass es sich um eine verkehrsberuhigte Zone mit dem Charakter einer Spielstraße handele. Folglich seien alle Verkehrsteilnehmer, Auto- wie Radfahrer, Fußgänger wie spielende Kinder, gleichberechtigt.

"Zumindest Erwachsene sollten sich entsprechend verhalten", forderte Petersen. Fußgänger und Radfahrer sollten selbstbewusst zeigen, dass sie wie Kraftfahrzeuge die gesamte Fahrbahn nutzen dürften. Autofahrer hätten sich danach zu richten und genössen keine Vorfahrt. Auch wer den kreuzenden Marie-Jany-Weg nutzt, müsse Autos nicht zwingend vorlassen. Es reiche, sich zu verständigen.

Vor nicht allzu langer Zeit demonstrierten Bürger im Nachbarort Königstädten am Bismarckplatz, dass auch dort das Prinzip der Gleichberechtigung gelte. Kinder saßen - unter Aufsicht ihrer Eltern - mitten in der verkehrsberuhigten Zone und bemalten den Belag mit Kreide. Autofahrer, die die Stelle passierten, wunderten sich, hupten oder kritisierten das Verhalten. Zu solchen. Konflikten will es die FDP nicht kommen lassen, doch Petersen und Hack betonten, "dass sich alle Verkehrsteilnehmer richtig verhalten sollten".

Staus können vermieden werden

Bei ihrer Sommertour, die zur Besichtigung einiger kommunalpolitisch relevanter Ortsteile führte, gingen die Liberalen außerdem auf die gegenwärtige Sperrung der Rüsselsheimer Straße und das dadurch erhöhte Verkehrsaufkommen auf der Umleitungsstrecke in der Jahnstraße ein. Dort könnten Staus verringert werden, kritisierten Petersen und Hack, wenn eine kleine, mit Schildern versehene Baustelle beseitigt werde. Dort fehle nur ein bisschen Teer oder Schotter, um ein Loch in der Straße aufzufüllen. Schon wäre eine Stauursache verschwunden.

Weitere Stationen bei dem sommerlichen Rundgang waren unter anderem die Grünanlage Waldstraße, der Skaterpark und das Erholungsgebiet am Hegbachsee, wo sich die Freidemokraten die Sanierung des Hotel-Bistros ansahen. Petersen findet, dass die Gemeinde die Gaststätte samt Hotel trotz ihres Vorkaufsrechts nicht erwerben solle, wie das eine parlamentarische Mehrheit gegen das Votum der FDP empfohlen hatte. Es sei nicht Sache der Gemeinde, eine Gaststätte zu betreiben, lautet der liberale Standpunkt. Vorliegenden Informationen zufolge denke der gegenwärtige Eigentümer allerdings nicht mehr an einen Verkauf. Rainer Beutel

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