Richtungsweisend: Marc Friedrich ist Spitzenkandidat der Union. Er will mit einer erneuerten Mannschaft elf von 31 Mandate holen. FOTO: RAINER BEUTEL
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Richtungsweisend: Marc Friedrich ist Spitzenkandidat der Union. Er will mit einer erneuerten Mannschaft elf von 31 Mandate holen. FOTO: RAINER BEUTEL

Politik

Marc Friedrich wird Spitzenkandidat

Der CDU-Gemeindeverband hat seine Liste für die Kommunalwahl im März 2021 verabschiedet. Parteichef und Spitzenkandidat Friedrich will mit der CDU bei der Kommunalwahl stärkste Fraktion werden.

Nauheim -Marc Friedrich führt die Union als Spitzenkandidat in die Kommunalwahl. Der 44 Jahre alte CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende wurde am Donnerstagabend in einer Mitgliederversammlung auf Platz eins der 33 Personen umfassenden Liste nominiert.

Der CDU-Gemeindeverband verabschiedete die Kommunalwahlliste mit dem erforderlichen Quorum und insgesamt 69 Streichungen, die sich auf die Reihenfolge der Kandidaten nicht auswirkten. Die Union ist damit in Nauheim die erste Partei, die ihre Kandidaten für den Urnengang im März 2021 benennt.

Auf Platz zwei folgt Fraktionschef Winfried Rehm. Die weiteren Plätze nehmen Marie-Luise Hermann und Joachim Kotthoff ein. Beide sind Friedrichs Stellvertreter und hatten bislang noch kein politisches Mandat inne. Die nächsten drei Plätze sind mit Johann Siegl, Roswitha Hefner und Lars Jüngling mit erfahrenen Parlamentariern belegt. Dann folgt mit Johannes Clemm ein politisch unbeschriebenes Blatt.

Je nach Stimmenanteil bei der Kommunalwahl haben Patricia Emmel, Kreisvorsitzende der Frauen-Union, Erster Beigeordneter Hubert Deckert und Gemeindevertreterin Petra Ziemainz auf den Rängen neun bis elf gute Aussichten, gewählt zu werden. Derzeit hat die Union acht Mandate und zwei Beigeordnete im Gemeindevorstand. Bei der Kommunalwahl 2015 holte die CDU neun Sitze, allerdings schied Klaus Fischer später aus der CDU-Fraktion aus und ist nun parteilos.

Erfahrene Kandidaten

Um Platz zehn gab es eine Kampfkandidatur zwischen Hannjo Nawrath und Hubert Deckert. Nawrath gehörte nach eigenen Angaben elf Jahre der Gemeindevertretung von Seeheim-Jugenheim an und war Kreistagsmitglied im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Deckert erinnerte, dass er bei den personalisierten Einzelstimmen vergangener Kommunalwahlen stets einen der ersten drei Plätze errungen habe und als Erster Beigeordneter nicht nur reichlich kommunalpolitische Erfahrung mitbringe, sondern mit Bürgermeister Jan Fischer (CDU) ein eingespieltes Team bilde. Eine Mehrheit der Mitglieder entschied sich in geheimer Abstimmung für ihn. Deckert bekundete auf Anfrage, künftig gerne weiter als Erster Beigeordneter tätig zu sein, wenn er für dieses Ehrenamt gewählt werde.

Parteichef und Spitzenkandidat Friedrich will mit der CDU bei der Kommunalwahl stärkste Fraktion werden und elf der 31 Parlamentssitze gewinnen. Bürgermeister Jan Fischer findet, dieser Anspruch sei berechtigt. Das zeige die hohe Qualifikation der CDU-Bewerber. Es sei eine gute Mischung zwischen erfahrenen und "jungen Wilden".

Blick in Richtung Landratswahl

Ein Siebenerausschuss habe parteiintern fast ein dreiviertel Jahr beraten, wie sich die Liste zusammensetze. Nun habe die Union "eine zukunftsfähige Mannschaft", findet Friedrich. Viel Erfahrung, ein breitgefächerter beruflicher Hintergrund, ein gutes Netzwerk und eine gleichmäßige Verteilung der Geschlechter spielten bei der Zusammenstellung der Liste eine Rolle. Es seien neun junge Interessierte neu hinzugekommen. Die Union gebe damit "versteckten Talenten" eine Chance, sich einzubringen.

"Wir wollen neue Impulse setzen und Wählergruppen zurückgewinnen, die vielleicht verlorengegangen sind", erklärte der Vorsitzende. Das Wahlprogramm werde von der neuen Mannschaft in Zusammenarbeit mit der bestehenden Parlamentsfraktion noch aufgestellt.

Bundestagsabgeordneter Stefan Sauer lenkte den Blick über die Kommunalwahl hinaus, da bald darauf die Landratswahl anstehe. Es sei nach bereits vielen gewonnenen Bürgermeisterwahlen im Landkreis Groß-Gerau das große Ziel, auch dieses Amt für die CDU zu erobern. Kritisch äußerte er sich darüber, dass der Kreis für 17 Millionen Euro einen neuen Verwaltungstrakt für das Landratsamt bauen will. "Wir sind doch alle im Homeoffice", bekundete er sein "blankes Entsetzen". Rainer Beutel

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