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Maddin, gewohnt extrovertiert, begeistert seine Fans in der SKV-Halle in Nauheim.

Comedy

Martin Schneider bringt seine Fans mit zotigen Witzen und hessischem Dialekt zum Lachen

Mit "heftische Sprüsch" und reihenweise Gags hat Martin Schneider sein Programm "Denke macht Koppweh" in der SKV-Halle aufgeführt. Rund 300 Besucher spendeten immer wieder Applaus für den Comedy-Star.

Martin Schneider, Fernsehzuschauern besser als „Maddin“ bekannt, hat am Freitagabend in Nauheim für eine kleine Völkerwanderung gesorgt. Aus dem Ort und vielen umliegenden Kommunen zog es Fans der mehr oder weniger geistreichen Wortspiele in die SKV-Halle.

Maddin erfüllte die Erwartungen ohne Abstriche. „Ich will einfach nur lachen“, sagte ein Besucher aus Rüsselsheim, der seine Tickets schon Anfang November gekauft hatte, um „Mister Aschebeschä“ live auf der Bühne zu erleben. Und tatsächlich suhlte sich der Protagonist im roten Jackett auf der Bühne in seiner unnachahmlichen Art in der Kunst des übertriebenen hessischen Dialekts. Vom „Hebelsche“ bis zu den allabendlichen „Sorsche“ beim Einschlafe’ zelebrierte er den ausgedehnten, platt und doch sympathisch klingenden Zischlaut.

Das permanente Grübeln in den Köpfen war bei „Denke macht Koppweh“ sein Hauptthema, das er genüsslich ausdehnte und offenkundig seinen Anhängern aus der Seele sprach. Lauter „Müll im Kopp“ oder eben „überflüssische Sorsche“ schwirrten da tagein, tagaus in unseren Hirnen umher. Kaum gelinge es einem, ein bisschen einzudösen, „peng, schon is’ widdä Sorsche-Alarm“. Bei Martin Schneider geht in solchen Momenten das „Maddinshorn“ an.

Am meisten lachten die Besucher, wenn es deftig wurde, womöglich, weil sich viele mit dem identifizieren konnten, was er da ohne Tabus aussprach. Etwa das Problem mit all den Haaren, die im zunehmenden Alter „aus immä mehr Löscher wachse“. Oder der unvermeidlichen Veränderung des Aussehens: Was heute „straff und knackisch“ ist, sei morgen „schlaff und schwabbelisch“. Es komme dann so sehr außer Form, dass man nicht mal mehr „die Arschbacke zusammenkneife“ könne. Übrigens sei für ihn „Bagge wie Sex“, vor allem, und den besten Sex habe er mit „Hefeteisch“. 

Wie Hängetitten

Maddin war sich nicht zu schade, sich selbst aufs Korn zu nehmen, steht er mit seinem unverkennbaren Äußeren nun schon seit 25 Jahren im Scheinwerferlicht. So seien etwa, wie bei ihm, „Schlupflider die Hängetitten des Mannes“, behauptete er. Morgens brauche er schon dreieinhalb Stunden Augenlidertraining, um einigermaßen ansehnlich dem Spiegel gegenüberzutreten. Sonst sehe er aus „wie en gekotzte Appel“. Klar, dass er an dieser Stelle mit den typisch weit aufgerissenen Augen ins Publikum starrte und einen extra Beifall kassierte.

So und so ähnlich ging es gut 90 Minuten lang in der SKV-Halle. Für die Sport- und Kulturvereinigung als Veranstalter bedeutete der Auftritt zweierlei: Viel Arbeit bei den Vorbereitungen hinter den Kulissen und beim Essens- und Getränkeausschank. Aber auch Anerkennung von den Besuchern, denn so zeige sich, dass die Musikgemeinde „mehr zu bieten hat als nur Musik“, wie es ein Einheimischer ausdrückte.

VON RAINER BEUTEL

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