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Vereinsmeister mit ihren Züchtungen sind Roman Körner und Edwin Roth (v. li.). Jetzt geht es mit Landeswettkämpfen weiter.

Vogelzüchter

Meisterzüchter der putzigen Exoten

Für die Besten läuft ein Countdown: Die frisch gekürten Vereinsmeister bei den Nauheimer Vogelzüchtern bereiten nun ihre Tiere für höhere Weihen vor.

Der Geflügel- und Vogelzuchtverein (GVZ) hat am Wochenende die Vereinsmeisterschaft seiner Vogelzüchtern ausgetragen. Im Vereinsheim rangen neun Aussteller um die Titel, die nach Rassen differenziert wurden. Fünf holten schließlich ein Championat. Sie haben nun die Chance, sich landes- und eventuell bundesweit mit anderen zu messen.

Schon am 27. Oktober steht der nächste Vergleichswettkampf an. Die Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht, abgekürzt AZ, richtet in Staufenberg die Landesschau aus. Die zweite Dachorganisation, der die Nauheimer Züchter angeschlossen sind, folgt am 17. und 18. November. Es handelt sich um den Deutschen Kanarien und Vogelzuchtverband (DKB), der eine Landesverbandsschau in Mainz-Laubenheim ausrichtet.

Je nach Abschneiden

könnten die Nauheimer noch weiter kommen. Unter dem Dach der AZ-Vereinigung folgt am 24. November die Bundesschau in Kassel, der DKB schließt sich mit seiner Bundesschau unmittelbar vor Jahresende am 29. und 30. Dezember in Bad Salzuflen an.

Die Termine sind für die Züchter wichtig, weil sie stets bemüht sind, ihre Zucht punktgenau auszurichten. Wie Ausstellungsleiter Matthias van de Loo erklärte, hänge es davon ab, wann die Tiere sich zur Paarung animiert fühlen, Eier legen beziehungsweise Küken schlüpfen. Passiert das zwei, drei Wochen zu früh oder zu spät, habe sich das Federkleid zum Ausstellungstermin nicht richtig entwickelt.

Neben vielen Faktoren spiele das Wetter eine Rolle. Gerade dieser heiße Sommer habe das wieder gezeigt. Empfindlich reagierten etwa Kanarien auf die Witterung. Züchter versuchten, dem entgegenzuwirken, indem sie die Tiere dort hielten, wo große Temperaturschwankungen ausgeglichen werden könnten. In einem Keller sei das möglich, im Freien eher nicht. Bei Hühnerzüchtern sei das einfacher, weil Züchter im Gegensatz zur Naturbrut bei den Vögeln mit einer Kunstbrut mehr Einfluss auf den Schlupfzeitpunkt hätten. Die Eier würden deshalb in eine Brutmaschine gelegt.

Alles in allem habe der Verein eine stattliche Zahl von Ausstellungstieren präsentiert. Neun Züchter wetteiferten mit 130 Vögeln um die Gunst der Juroren. Die Wertungsrichter waren Rolf Hentzler aus Griesheim bei Darmstadt und August Baqué aus Trebur. Hinzu gefügt wurden in einer Rahmenschau zwei Dutzend farbenfrohe Exoten, die bei der Ausstellung für noch mehr Abwechslung sorgten.

Den Titel eines Vereinsmeisters holten schließlich folgende Züchter: Edwin Roth (Positurkanarien), Nils Rumpeltesz (Farbkanarien und bester Wellensittich), Roman Körner mit dem besten Gegengeschlecht bei den Wellensittichen und dem besten Großsittich der Schau, einem Nymphensittich, für den Körner noch einen dritten Vereinsmeistertitel einheimste. Bei den Exoten holte sich Erik Rumpeltesz mit einem Neophema und einem Bourkesittich den Titel, während Sohn Nils auch den besten Zebrafinken stellte. Mario Dienst hatte die schönste Taube mitgebracht.

Umrahmt wurde die Ausstellung mit einem Programm für Ausflügler und Passanten. Musikalisch setzte die Band „Accordeon à la Carte“ Akzente, mit Kaffee, Kuchen, deftigen Speisen und Getränken wurden Besucher von den Vereinsmitgliedern verwöhnt. Am Sonntagmorgen war die Zuchtanlage das Ziel für einen geselligen Frühschoppen.

Für die Wertung der verschiedenen Rassen ziehen Preisrichter einen Idealtypus heran. Geprüft wird, wie nahe ein Vogel diesem Bild einer Züchtung tatsächlich kommt. Abweichungen können vielfältig vorkommen, sind beispielsweise in der Farbe des Gefieders zu finden oder in der Positur. Dass bei einem Vogel wirklich exakt alles stimme, komme in der Natur so gut wie nie vor, heißt es unter den Fachleuten.

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