Frank Schmitz bleibt SPD-Ortsvereinsvorsitzender und wird von seiner Stellvertreterin Sanja Schneider für seine 40-jährige Mitgliedschaft geehrt. FOTO: RAINER BEUTEL
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Frank Schmitz bleibt SPD-Ortsvereinsvorsitzender und wird von seiner Stellvertreterin Sanja Schneider für seine 40-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Politik

Mit viel Herzblut für die SPD

  • VonRainer Beutel
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Vorsitzender Frank Schmitz für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt

Im SPD-Ortsverein herrscht beste Stimmung. Eine Standortbestimmung fünf Tage nach der Bundestagswahl fiel in der Hauptversammlung am Freitag durchweg positiv aus. Selbst ein Mandatsverlust bei der Kommunalwahl schmerzt nicht mehr.

Zu gerne hätten die Sozialdemokraten die für den neuen Bundestag direkt gewählte Melanie Wegling empfangen. Doch sie befand sich nach ihren ersten Sitzungen in der Bundeshauptstadt am Abend noch auf der Heimreise und hatte mit Bedauern ihre Stippvisite in Nauheim abgesagt. Parteivorsitzender Frank Schmitz rief den zurückliegenden Wahlkampf mit ihr ins Gedächtnis: "Ich habe noch nie eine so positive Stimmung für die SPD erlebt."

Das Hochgefühl drückte sich zu späterer Stunde bei den Vorstandswahlen aus. Schmitz wurde als Orts- vereinschef einstimmig wiedergewählt, nachdem er zuvor für seine 40-jährige SPD-Mitgliedschaft geehrt wurde. Seine ebenfalls wiedergewählte Stellvertreterin Sanja Schneider bekundete: "Ich kenne keinen, der mit so viel Herzblut für die SPD arbeitet."

Schmitz gilt in der örtlichen SPD unangefochten als Nummer eins, obwohl sich die Genossen als Team verstehen. Seinen Vorstand komplettieren neben Sanja Schneider bewährte und neue Kräfte. Dagmar Schneberger-Split bleibt Schriftführerin, Fabian Hofmann ist neuer Kassierer, sein Stellvertreter Karl Norbert Merz. Bei den Beisitzern gibt es neben der Juso-Vorsitzenden Miriam Bach, dem früheren Fraktions- und Parteivorsitzenden Walter Hermann und Juso Marcel Lovasc vier neue Mitglieder: Wolfgang Matheis, Hildegard Neiß, Martin Pfrang und Michael Schneider.

Mit mehreren jüngeren Sozialdemokraten in dieser Riege setzt sich ein Erneuerungsprozess fort, der vor zwei Jahren begonnen hatte. Miriam Bach betonte, dass es bei der Kommunalwahl im März 2021 gelungen war, zwölf Jusos auf die 31-köpfige SPD-Liste zu bekommen, wovon drei in die Gemeindevertretung gewählt wurden. Sie selbst schaffte es in den Kreistag.

Ein Patt im Ortsparlament

Schmitz stellte mit Blick auf die Kommunalwahl fest, "dass wir etwas richtig Gutes aufgestellt haben". Das Wahlprogramm der Genossen beruhe auf Zukunftsperspektiven, an denen schon seit 2019 mit dem Slogan "Nauheim 2030" gearbeitet werde.

Dass die SPD ein Mandat (neun statt zehn von 31 Sitzen im Parlament; stärkste Fraktion wurde die CDU) weniger bekommen habe, sehe "schlechter aus als es war", sagte Schmitz. Die Ursache sei das Nichtantreten der Freien Liste Nauheim. Deren Stammwähler hätten CDU gewählt. "Eigentlich haben wir ein Patt", analysierte der Vorsitzende. Mit CDU (zehn Mandate), den Grünen (neun, wie die SPD) und der FDP (drei Sitze) müsse viel geredet werden, um Kompromisse zu erzielen. Besonders wertvoll sei die Arbeit von Rosalia Radosti als neue Erste Beigeordnete.

Künftig wolle der Ortsverein noch präsenter sein. Die Gesprächsreihe "SPD vor Ort" solle wieder aufleben, um den Dialog mit Bürgern zu intensivieren. Realisiert sei eine auf drei Säulen ruhende Kommunikationsoffensive. Miriam Bach verantworte die Homepage, auf der künftig SPD-Meldungen noch schneller veröffentlicht würden. Michael Schneider habe mit Videos im Format "TV NAU" viel Interesse bei örtlichen Vereinen geweckt und Kontakte hergestellt. Und Wolfgang Matheis verdiene sich Lob und Dank für einen sehr informativen Mitgliederbrief. Die sozialen Medien wolle die SPD künftig "noch mehr bespielen", blickte Schmitz voraus.

Geehrt wurden neben dem Vorsitzenden Frank Schmitz Renate Schengber, die der SPD seit 65 Jahren angehört, in Abwesenheit Horst Glotzbach (60 Jahre), Lieselotte Rauch (50), Bernhard Wippel (40), Dieter Roski und Rosalia Radosti (jeweils 25) sowie Vincenzo Casali (zehn).

Nach einigen Sterbefällen hat sich der Mitgliederbestand seit Jahreswechsel von 92 auf 88 Personen verringert. Im Jahr 2020 verbuchte der Ortsverein der Genossen fünf Eintritte. Rainer Beutel

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