Mehr Laptops statt Desktop-Computer: Für Mitarbeiter wie Till Keßler von der Jugendpflege braucht die Gemeindeverwaltung neue Arbeitsgeräte.
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Mehr Laptops statt Desktop-Computer: Für Mitarbeiter wie Till Keßler von der Jugendpflege braucht die Gemeindeverwaltung neue Arbeitsgeräte.

Finanzen

Moderne Technik für das Rathaus

Die Gemeinde will rund 250 000 Euro für die Digitalisierung in die Hand nehmen. Von dem Geld soll neue Hard- und Software angeschafft werden.

Nauheim -Für die Ausstattung des Rathauses mit neuen Computern, modernerer Software und Fortbildungen wird die Gemeinde in diesem Jahr Geld investieren. Bürgermeister Jan Fischer (CDU) rechnet mit zusätzlichen Kosten in Höhe eines "mittleren fünfstelligen Betrags".

Die Ausgaben sind nach Angaben des Verwaltungschefs im neuen Haushaltsplan enthalten, den Fischer vor Jahresfrist eingebracht hat und der vom Haupt- und Finanzausschuss zur weiteren Beratung an die Fachgremien verwiesen wurde. Öffentlich einsehbar ist das Zahlenwerk noch nicht. Es sei über die Feiertage und den Jahreswechsel noch nicht möglich gewesen, die Daten online zu stellen, bestätigte Fischers Stellvertreter Hubert Deckert diese Woche.

Mobile Endgeräte immer wichtiger

Der Bürgermeister berichtete noch vor Antritt seines Winterurlaubs, dass die Gemeinde bereits im vergangenen Jahr "in Vorleistung getreten" sei, um die Digitalisierung des Rathauses voranzubringen. "Wir haben vermehrt Laptops angeschafft", so Fischer. Dies sei mit Rücksicht auf die Chance passiert, durch mobile Arbeitsgeräte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Gerade die Corona-Krise habe gezeigt, dass dies immer notwendiger werde. Immer öfter sei es erforderlich, dass Verwaltungskräfte ihre Arbeit im Homeoffice erledigten.

Zu den geplanten Anschaffungen im neuen Jahr gehören nicht nur Datenspeichersysteme, sondern neue Tablets für Gemeindevertreter. Fischer schätzt, dass allein dafür rund 20 000 Euro investiert werden müssten. Es sei allerdings noch unklar, wie viele neue Geräte benötigt würden.

Allerdings habe sich gezeigt, dass die Digitalisierung die Verwaltungsarbeit "nicht unbedingt billiger" mache. Zwar spare die Gemeinde auf der einen Seite Geld, weil es nicht mehr nötig sei, unzählige Kopien von Unterlagen anzufertigen. Doch der technische Fortschritt führe gleichzeitig zu neuen Bedarfen in den Büros. "Es sind schnellere Prozesse nötig", umschrieb Fischer die Anforderung an seine Mitarbeiter, auf digitale Abläufe sofort zu reagieren und dafür über die entsprechenden Soft- und Hardware zu verfügen.

Einsatz in der Jugendarbeit

Bei den nun anstehenden Kosten gehe es "eindeutig nicht nur um das Aufspielen von Software", wie das früher üblich gewesen sei. Was genau gebraucht werde und wofür, werde mit einem für umliegende Kommunen zuständigen Fachdienstleister beraten und entschieden. Die jährlichen Gesamtkosten für Ausstattung und Dienstleistungen im Bereich EDV bezifferte Fischer überschlägig auf "bis zu 250 000 Euro.

Ein Beispiel für den Bedarf neuer Geräte ist die Kinder- und Jugendförderung, die jungen Menschen im Kulturbahnhof X-Presso seit mehr als zwei Jahrzehnten den Zugang zu Computern, Internet und kreativer Arbeit mit digitalen Geräten ermöglicht. Außerdem seien die dortigen Computer nützlich für die Arbeit des Sachausschusses Berufs- und Arbeitswelt in Kooperation mit der Jugendpflege. Nicht wenige Geräte, die im X-Presso-Bahnhof genutzt würden, seien schon mehrere Jahre alt, war zu erfahren.

Rainer Beutel

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