Links neben dem Backsteinhaus, in dem das Heimatmuseum residiert, soll ein zweigeschossiges Museumsarchiv gebaut werden. Der Pergola-Unterstand und das angrenzende Einfachgebäude sollen abgerissen werden.
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Links neben dem Backsteinhaus, in dem das Heimatmuseum residiert, soll ein zweigeschossiges Museumsarchiv gebaut werden. Der Pergola-Unterstand und das angrenzende Einfachgebäude sollen abgerissen werden.

Heimatmuseum

Nauheim: Mehr Platz für Nauheimer Geschichte

  • vonRainer Beutel
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Der Museumsverein will anbauen, damit das Archiv mehr Platz bekommt. Dafür sind die Weichen bereits gestellt. Die Finanzierung dafür könnten sich Verein, Gemeinde und Bund teilen.

Nauheim -Der Museumsverein soll neue Archivräume erhalten. Mit einem Neubau neben dem Heimatmuseum in der Schulstraße 6 könnte nächstes Jahr begonnen werden. Die Kosten sollen von der Gemeinde, dem Verein und möglicherweise über einen Förderzuschuss des Bundes aufgebracht werden.

Die Hauptversammlung des Heimat- und Museumsverein hat sich am Samstagnachmittag einstimmig für einen Finanzierungsvorschlag ausgesprochen. Geplant ist ein zweigeschossiges Gebäude mit Magazin für das Vereinsarchiv und zusätzlichen Arbeitsräumen. Das Haus soll neben dem Heimatmuseum gegenüber des Eingangs entstehen. Noch vor wenigen Jahren war in einem dort existierenden Einfachgebäude eine alte Schmiede nachgebildet. Inzwischen dient der eingeschossige Raum als provisorisches Materiallager. Die Hauptversammlung stimmte dem von Bürgermeister Jan Fischer (CDU) erläuterten Finanzierungs- und Projektplan ohne Gegenvota zu.

Laut einer Vergleichsrechnung sei ein Neubau wirtschaftlicher und energetisch sinnvoller als eine Sanierung des bestehenden Gebäudes, führte der Verwaltungschef aus. Die Bauantragsunterlagen würden zeitnah von einem Nauheimer Fachbüro erstellt, das das Gelände zuvor einmessen müsse.

156 000 Euro geschätzte Kosten

Bis dahin gebe es noch keine Baupläne, bedauerte Fischer, der kraft Amtes Vorstandsmitglied im Heimat- und Museumsverein ist. Antragsreife Unterlagen erwartet er noch 2020. Aufgrund des Grundsatzbeschlusses des Museumsvereins zeichnet sich ab, wie die derzeit geschätzten Baukosten von 156 000 Euro finanziert werden könnten.

Die Kommune habe in ihrem Haushaltsplan für 2020 bereits einen Zuschuss in Höhe von 60 000 Euro eingeplant. Das Geld stehe auch 2021 bereit und müsse nicht zurückgezahlt werden, erkläre Fischer. Der Verein steuere darüber hinaus einen Eigenanteil zu. Über dessen Höhe wurde in der Hauptversammlung nicht gesprochen. Aus dem Kassenbericht von Vereinsrechner Heinz Pitzer ging indes hervor, dass der Museumsverein Rücklagen von mehr als 30 000 Euro gebildet habe.

Der Löwenanteil der Baukosten solle laut Fischer "über die Gemeinde abgebildet werden". Im Klartext: Grundsätzlich würde die Kommune einen Kredit aufnehmen, dessen Rückzahlung durch den Verein vertraglich geregelt werde. Fischer präzisierte auf Nachfrage, dass damit eine Refinanzierung über 25 bis 30 Jahre möglich werde.

Bundesförderung beantragen

Zudem werde sich die Gemeinde um Fördermittel eines Bundesprogramms bemühen, das Zuwendungen für die Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur vorsehe. Ausschließlich Kommunen könnten dafür Anträge stellen. Das müsse "bis Oktober 2020" geschehen, sollte für 2021 ein Zuschuss "von 55 bis maximal 90 Prozent der Baukosten" gewährt werden. Im günstigsten Fall sei der Neubau rein über den Bundeszuschuss und Vereinsmittel zu bezahlen, so Fischer.

Seinen von der Hauptversammlung akzeptierten Vorschlag muss der Bürgermeister noch durch die gemeindlichen Gremien bringen. Die nächste Sitzung der Gemeindevertretung ist für den 29. Oktober terminiert. Doch was hat die Gemeinde von dem Projekt? Das Grundstück bleibe im Eigentum der Kommune, die Nutzung erfolge kooperativ, erklärte Fischer. Vereinsmitglieder betonten, dass der Museumsverein zum Wohle der Kommune tätig sei und solche Investitionen allen Nauheimer zugutekämen.

Der Museumsverein brauche dringend Räume, um die Heimatgeschichte zu pflegen, verdeutlichte Vorsitzende Ute Ansahl-Reissig. Seit Jahren fehlten Arbeitsplätze, nachdem frühere Archivräume im Dachgeschoss der alten Grundschule aus Brandschutzgründen geräumt werden mussten. Akten und Unterlagen würden seit Jahren dezentral gelagert.

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