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Die Gemeinde strebt eine Verlagerung des Bauhofs in der Alten Mainzer Straße an, um die Grundstücke für einen Wohnungsbau zu verkaufen.

Kommunale Zusammenarbeit

Nauheim und Trebur behalten eigenständige Bauhöfe

Die mögliche Verschmelzung der Bauhöfe von Nauheim und Trebur wird endgültig zu den Akten gelegt. Stattdessen denkt die Gemeinde an eine innerörtliche Verlagerung.

An der Ortsgrenze von Nauheim und Trebur liegt die großflächig geebnete Fläche, auf der noch vor zwei Jahren ein Geothermiekraftwerk entstehen sollte. Nach dessen Scheitern gab es Pläne, dort einen gemeinsamen Bauhof von Nauheim und Trebur zu bauen. Doch die kommunalen Regiebetrieben bleiben in ihren Orten.

Der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) hat auf Vorschlag des Gemeindevorstands einstimmig beschlossen, die Zusammenlegung als erledigt anzusehen. Formal müsse dazu eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen beiden Kommunen aufgehoben werden. Bereits im Juni hatte Trebur erklärt, kein Interesse an einer solchen Zusammenarbeit zu haben.

Zuvor waren die notwendigen Untersuchungen sukzessive eingeleitet und vollendet worden. Unter anderem gab es eine Potenzial- und Machbarkeitsstudie, für dessen Honorar im fünfstelligen Bereich Landeszuschüsse gezahlt wurden. Bürgermeister Jan Fischer (CDU) nimmt an, dass Mittel nun möglicherweise zurückgezahlt werden müssten.

Kleines Hintertürchen

Ein kleines Hintertürchen für eine Kooperation bleibe noch offen, sagt der HFA auf Anraten des Gemeindevorstands. Es sei zu prüfen, ob beide Orte bei der Straßenreinigung kooperieren könnten.

Fischer verteidigte den Rückzug mit deutlichen Worten. Er wolle „ungern noch viel Zeit investieren. Verabschieden wir uns von dem Gedanken und gehen einen eigenen Weg.“ Trebur habe sich längst klar positioniert. Dass sich beide Kommunen gegenseitig unterstützen, sei längst an der Tagesordnung. Eine gemeinsame Straßenreinigung sei vielleicht wirtschaftlich vertretbar.

Gerade darum geht es

Die Untersuchungen der Machbarkeitsstudie seien sinnvoll gewesen. Unter anderen habe sie Aufschluss darüber gegeben, wie ein Bauhof künftig räumlich zu gestalten sei. Genau darum gehe es, wenn Nauheim den Bauhof aus der Alten Mainzer Straße verlagere. Das dadurch frei werdende Grundstück, das an der Bahnlinie Mainz-Darmstadt liegt, könnte verkauft und mit Wohnungen bebaut werden. Fischer hatte bereits bei früheren Gelegenheiten durchsickern lassen, dass es für das derzeit mit Hallen bebaute Grundstück Interessenten gebe. Unter anderem war die Baugenossenschaft Ried genannt worden, die weiter nördlich in der Alten Mainzer Straße bereits zwei Wohnkomplexe unterhält.

Inzwischen habe es einen „ersten Austausch mit dem Regierungspräsidium gegeben“, um zu erörtern, welche Flächen für einen neuen Bauhofstandort in Frage kämen. Details nannte der Bürgermeister nicht, sprach aber von „ganz guten Vorzeichen in der Erstbetrachtung, dass wir etwas finden können“. In Frage kämen Grundstücke südlich der Ostumgehung, hieß es vor einigen Jahren, als das Thema erstmals beraten. Wegen der möglichen Kooperation mit Trebur waren die Pläne auf Eis gelegt worden.

Von Rainer Beutel

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