Langsam war Gras über die Sache gewachsen. Doch mit neuen Vorschlägen zur Verkehrsberuhigung bringt die SPD-Fraktion den Konflikt um die Hermann-Löns-Straße wieder aufs Tapet.
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Langsam war Gras über die Sache gewachsen. Doch mit neuen Vorschlägen zur Verkehrsberuhigung bringt die SPD-Fraktion den Konflikt um die Hermann-Löns-Straße wieder aufs Tapet.

Verkehrsberuhigung

Nauheim: Weniger Verkehr in der Hermann-Löns-Straße mit Fahrbahnschwellen

Die Hermann-Löns-Straße verbindet die Wohngebiete Ochsengrund und Wolfsberg. Die SPD möchte diesen Bereich jetzt umgestalten.

Nauheim -In die Debatte um den Durchgangsverkehr in der Hermann-Löns-Straße kommt wieder Bewegung. Die SPD-Fraktion lässt neun Monate nach einem Ortstermin mit neuen Vorschlägen aufhorchen. Bislang sind alle Änderungswünsche am Widerstand der Straßenverkehrsbehörde gescheitert.

Die Sozialdemokraten setzen sich dafür ein, dass die Verbindungsstraße zwischen den beiden Wohngebieten Ochsengrund und Wolfsberg umgebaut wird. Das geht aus einem Antrag an die Gemeindevertretung hervor. Mit ihren Vorschlägen wollen die Genossen dafür sorgen, dass Anlieger weniger gestört werden und Fußgänger sich sicherer fühlen könnten. Direkt am verkehrsberuhigten Bereich stehen zwei Häuser, an den jeweiligen Zufahrten sind es einige mehr.

Das Problem in der Hermann-Löns-Straße ist Berichten von Anwohnern zufolge der Durchgangsverkehr. Morgens nutzten etliche Autofahrer die Abkürzung, um Richtung Rüsselsheim zu fahren. Abends kämen sie zurück. Ein anderes Problem seien Paketdienste und Handwerker mit Lieferwagen oder noch größeren Lastwagen. In der mit Pflanzkübeln verengten und mit Kopfstein gepflasterten Straße blieben immer wieder Fahrzeuge stecken. Hinzu kämen etliche Autofahrer, die zu schnell unterwegs sind. Ferner seien Fußgänger und Radfahrer auf dem kreuzenden Marie-Jany-Weg gefährdet, heißt es.

Durchfahrt für Lkw beschränkt

Anrainer kritisieren die Zustände seit Jahren. Die Gemeinde ist mit einer Maßnahme eingeschritten. An der Zufahrt wurde ein Verkehrsschild aufgestellt, das die Durchfahrt für Lastwagen bis zu einer bestimmten Größe beschränkt. Daran halte sich kaum jemand, bedauerten Betroffene. Andere Vorschläge, etwa ein Einbahnstraßensystem einzurichten oder die Straße komplett zu sperren, wurden von der Straßenverkehrsbehörde - kraft Amtes ist dies Bürgermeister Jan Fischer (CDU) - abgelehnt.

Auch die SPD hält diese Vorschläge nicht für geeignet. Eine Schließung der Hermann-Löns-Straße für den Durchgangsverkehr stoße auf erheblichen Widerstand bei Bewohnern der umliegenden Wohngebiete. "Die Probleme werden nur verlagert", bekräftigt SPD-Fraktionschef Daniel Schmidt den Standpunkt, den die CDU-Fraktion ebenfalls vertritt.

Was also zu tun? Die SPD fordert jetzt in einem Antrag, dass Schwellen angebracht werden. Damit könne die Fahrspur vom Gehweg abgetrennt werden. Es handele sich um eine kurzfristig mögliche und kostengünstige Alternative, die die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrer auf dem Marie-Jany-Weg erhöhe. Außerdem werde die Fahrspur weiter verengt. Somit würden Autofahrer gezwungen, noch langsamer zu fahren, erklärt Schmidt.

Bodenbelag austauschen

Ferner solle der Gemeindevorstand prüfen, was es kostet, den Bodenbelag im verkehrsberuhigten Bereich der Hermann-Löns-Straße auszutauschen. Mit anderen Worten: Das einst absichtlich zur Geschwindigkeitsbeschränkung verlegte Kopfsteinpflaster soll raus. Dabei sei darauf zu achten, dass ein neuer Belag dazu beiträgt, Lärm und Tempo der Fahrzeuge zu reduzieren.

Schmidt weist auf die Beschaffenheit der Fahrbahn hin. Dort fänden sich Löcher und Absenkungen im Kopfsteinpflaster. Dies sei eine weitere Ursache für die dauerhafte Unzufriedenheit der Anlieger. Der Sozialdemokrat sieht die Verkehrsführung und die Missachtung der Verkehrsberuhigung als Hauptgründe für Gefahren von Kindern und Senioren auf dem Marie-Jany-Weg. Rainer Beutel

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