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Fußball-Gruppenliga

Die Nauheimer hauen sich rein

Fußball-Gruppenligist SV Nauheim hat mit einem 2:0 gegen den TV Lampertheim seine Sieglos-Serie beendet – und die Nichtabstiegsplätze wieder in Sicht.

 In besonders emotionalen Momenten können Fußballer schon mal überschwänglich werden. Zwei Minuten vor Ende des Gruppenligaspiels gegen den TV Lampertheim rief Umut Gündogan, Torhüter des gastgebenden SV Nauheim: „Rosin, ich liebe Dich.“ Der verbal so Liebkoste, Niclas mit Vornamen, hatte gerade das entscheidende Tor zum 2:0-(0:0)-Sieg geschossen. Trainer Christian Lang hatte den Torschützen erst sechs Minuten zuvor eingewechselt.

Mit diesem Sieg, dem ersten nach sechs vergeblichen Anläufen seit Ende November, hat sich der SV Nauheim vom 15. auf den 13. Tabellenplatz verbessert. Die Nichtabstiegsränge sind wieder in Sichtweite. „Wir haben auch heute Einstellung, Leidenschaft und Herzblut gezeigt“, sagte Trainer Lang. „Aber jetzt haben wir uns endlich mal dafür belohnt.“ Er lobte sein Team für eine starke Willensleistung. Wie sich der SV Nauheim mannschaftlich präsentierte, gefiel dem Trainer ebenfalls: „Einer hat sich für den anderen reingehauen.“ Jens Tollkühn etwa spielte trotz Rückenproblemen, die der Mannschaftskapitän mit Schmerztabletten ausschaltete. Auf den erkrankten Kai Hofem mussten die Nauheimer hingegen verzichten.

Gündogan rettet zweimal

Die ballsicheren Lampertheimer, als Tabellenneunter angereist, hatten zwar spielerisch mehr zu bieten. Sie hätten nach 18 Minuten auch führen müssen, als René Salzmann freie Bahn zum Tor hatte, aber überhastet vorbeischoss. Doch Nauheim kämpfte sich in diese Partie. Mit enormem läuferischem Aufwand hielt die Lang-Elf mit den favorisierten Bergsträßern mit, ja, sie hatte phasenweise sogar mehr vom Spiel. Allerdings bewahrte Torhüter Gündogan die Gastgeber zweimal – bei Weitschüssen von Salzmann (37.) und Tobias Haser (51.) – vor einem Rückstand.

Ein Freistoß von Yasin Kapucu leitete den Führungstreffer ein. Hoch und weit flog der Ball in den Strafraum, wo der aufgerückte Innenverteidiger Jurij Unger mit dem Kopf zur Stelle war – 1:0 (52.). In dieser Phase entwickelten die Nauheimer die größte Torgefahr. Doch Petro Mina Alves scheiterte zweimal nach Dribblings an TVL-Torhüter Peter Hecher (63., 69.).

Einen Bärendienst erwies SV-Stürmer Fabio de Leo seiner Mannschaft, als er erst wegen Meckerns die Gelbe Karte (71.) und dann wegen eines Fouls Gelb-Rot sah. Dieser Platzverweis in der 77. Minute „war absolut überflüssig“, sagte Trainer Lang und bemängelte, dass de Leo trotz Verwarnung so ungestüm in den Zweikampf gegangen war: „Aber der Fabio ist ein junger Kerl, das muss er noch lernen.“ Fortan spielten die Nauheimer also nur noch zu zehnt, und der TVL drängte auf den Ausgleich. Der Sieg der Gastgeber wackelte. Bis Rosin allein aufs Tor zulief, Keeper Hecher ausspielte und den Ball aus spitzem Winkel ins Ziel schob. Diesen Treffer feierte er mit einem Salto, wie ihn einst Miroslav Klose nicht besser hätte machen können.

SV Nauheim: Gündogan – Dennis Lang, Duvnjak, Tollkühn, Mina Alves (71. Fuhrmann), Bolbach, Mitka (82. Rosin), Bouhlas, de Leo, Kapucu, Unger. Schiedsrichter: Akcura (Frankfurt). Zuschauer: 70. Gelb-Rote Karte: de Leo (Nauheim/77.). Tore: 1:0 Unger (52.), 2:0 Rosin (88.). dirk  

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