Nicht nur das Schreiben, auch das Lesen wollen Martin Kaus (links) und René Barth fördern, wenn sie das Geschäft SchriftArt um eine Buchhandlung erweitern. FOTO: RAINER BEUTEL
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Nicht nur das Schreiben, auch das Lesen wollen Martin Kaus (links) und René Barth fördern, wenn sie das Geschäft SchriftArt um eine Buchhandlung erweitern.

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Neue Adresse für gute Literatur

  • VonRainer Beutel
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Martin Kaus will in seinem Geschäft eine Buchhandlung eröffnen

Martin Kaus will sein Geschäft SchriftArt für Schreibwaren und Geschenke um einer Buchhandlung erweitern. Künftig will er Lesungen veranstalten oder Buchpräsentationen mit musikalischen Auftritten und kleinen Speisen kombinieren. Mit Kunden und Lesern sucht er einen engen Austausch.

Der Geschäftsmann ist zuversichtlich, dass sein Plan aufgeht - gegen den Trend, dass Buchhandlungen angesichts großer Konkurrenten wie Amazon kürzer treten oder, wie in Königstädten zum Jahresende, sogar schließen. Die Buchhandlung will Martin Kaus nach den Herbstferien öffnen.

Ganz sicher sei der Termin noch nicht, denn es könne Corona-bedingt wegen Lieferverzögerungen bei der Ware immer etwas dazwischen kommen, weißt er. Der Umbau in seinem Geschäft an der Nordwestspitze des Einkaufszentrums an der Waldstraße sei jedoch fertig geplant und stehe unmittelbar bevor.

Schriftsteller aus der Region

Kaus vertreibt bereits Bücher, vorwiegend von regional ansässigen Autoren. Nun aber wolle er das Sortiment deutlich ausweiten, vor allem auf Belletristik, Kinder und Jugendbücher. Klar sei, dass über seine Buchhandlung und über seine Homepage alle Bücher zu bestellen seien, auch wenn sie nicht bei SchriftArt im Regal stünden.

In den Sommerferien habe er sich bei Buchhandlungen umgeschaut und informiert, berichtet der Unternehmer. Dabei sei ihm klar geworden, dass eine Buchhandlung nicht einfach nebenbei geführt werde. Auch deshalb habe er den ausgebildeten Buchhändler René Barth eingestellt, der mit ihm das Projekt plane und sein Fachwissen einbringe.

Für Nauheim ist eine Buchhandlung etwas Besonderes. Von 1989 bis 2008 gab es, ebenfalls im Einkaufszentrum, die "Nauheimer Bücherstube" von Veronika Gause, die den Standort in der Musikgemeinde schweren Herzens aufgab und sich auf ihr Geschäft in Arheiligen konzentrierte. Nicht nur bei ihr hat sich Martin Kaus erkundigt, auf was es ankommt. Er hakte beispielsweise in der Gemeindebücherei nach, was Kinder und Erwachsene zurzeit gerne lesen. Entsprechend wolle er sein literarisches Sortiment ausrichten.

Barth betont, dass es damit noch nicht getan sei. Bei SchriftArt gebe es künftig Lesungen in den Abendstunden beziehungsweise außerhalb der üblichen Öffnungszeiten. Schriftsteller könnten neue Arbeiten vorstellen, zu Krimis könnten passende Szenen aufgeführt werden.

Kombinierte Angebote

Kaus verrät, dass er gerne singe und sich von einem Freund am Klavier begleiten lasse. Auch solche Auftritte böten sich in Kombination mit einer Lesung an.

Kaus und Barth sprechen von Events in "schöner Atmosphäre", die nicht nur während den Veranstaltungen zu erleben sei. Durch eine leichte Abtrennung der etwa 40 Quadratmeter großen Buchhandlung vom übrigen Geschäft entstehe ein Wohlfühlraum mit Sitzgelegenheiten, der tagsüber zum Schmökern und Verweilen einladen werde. Das Angebot seines bisherigen Sortiment werde mit den Büchern kombiniert. Was inhaltlich zueinander passe, werde in den Regalen gemeinsam präsentiert. "Bücher sind ja auch oft Geschenkartikel", erklärt Martin Kaus den Hintergedanken.

Auch an den Schaufensterscheiben von SchriftArt soll immer wieder auf Neuheiten und Veranstaltungen hingewiesen werden. So wie jetzt zum Schulbeginn nach den Sommerferien, als René Barth das Glas neben dem Eingang mit Schultüten verziert hat. Wenn bei SchriftArt demnächst eine neues Buch vorgestellt wird, dann erfahren das die Kunden dort zuerst. Und natürlich in den sozialen Medien, wie Kaus und Barth bekräftigten. Über Facebook, Twitter und Instagram wollen sie Leser teilhaben lassen und so einen Austausch fördern. Die Nähe zu den Kunden sei der klare Vorteil einer kleinen Buchhandlung gegenüber den Verkaufsriesen aus dem Internet, sind sich Kaus und Barth sicher. Rainer Beutel

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