Neues Personal: Der neue Parlamentschef Johann Siegl (CDU) nimmt der frisch gebackenen Ersten Beigeordneten Rosalia Radosti (SPD) den Amtseid ab. FOTO: RAINER BEUTEL
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Neues Personal: Der neue Parlamentschef Johann Siegl (CDU) nimmt der frisch gebackenen Ersten Beigeordneten Rosalia Radosti (SPD) den Amtseid ab.

Kommunalpolitik

Neue Führungsspitze im Amt

  • vonRainer Beutel
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Nauheim: Johann Siegl ist Parlamentschef, Rosalia Radosti Erste Beigeordnete.

Die Personalentscheidungen in der ersten Sitzung der Gemeindevertretung nach der Kommunalwahl fielen am Donnerstagabend wie erwartet aus. Johann Siegl von der CDU ist neuer Parlamentschef, Rosalia Radosti von der SPD neue Erste Beigeordnete. Darüber hinaus wurden in 75 Minuten zahlreiche weitere Formalitäten erledigt.

Während Siegl nun den inoffiziellen Titel "Erster Bürger der Gemeinde" trägt und Nachfolger von Karl Norbert Merz (SPD) ist, verbindet sich mit Radostis Position die Stellvertretung des Verwaltungschefs - ehrenamtlich, wenn dieser abwesend ist. Sie wurde en bloc mit den übrigen Beigeordneten ohne Gegenstimmen gewählt und legte anschließend den Amtseid ab. Radosti tritt die Nachfolge von Hubert Deckert (CDU) an. Siegl nahm ihr den Amtseid ab. Bürgermeister Jan Fischer (CDU) überreichte die Ernennungsurkunde. Radosti war von 2006 bis 2008 Parlamentschefin in Nauheim.

Den Dialog suchen

Siegl warb in seiner ersten Ansprache als Parlamentschef für Vertrauen. Es sei eine zarte Pflanze, die täglich gepflegt werden müsse. Beispielsweise durch Gespräche, um für gegenseitiges Verständnis zu sorgen. "Liebe Gemeindevertreter, redet miteinander. Vermeiden sie voreilige Urteile, sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich", bat er. Zu den stellvertretenden Parlamentschefs wurden in dieser Reihenfolge Karl Norbert Merz (SPD), Michael Brandmüller (Grüne), Gerd Petersen (FDP) und Johannes Clemm (CDU) gewählt.

Auf die Besetzung der Ämter hatten sich Fraktionssprecher in vorbereitenden Verhandlungen geeinigt. Damit verbunden sind weitere Posten, die in der öffentlichen Versammlung in der geräumigen Georg-Schad-Halle besetzt wurden. An erster Stelle - der Tagesordnungspunkt wurde bewusst vorgezogen - die neuen Beigeordneten. Das sind neben Rosalia Radosti Hubert Deckert, Gabriele Hochmuth (beide CDU), Kerstin Deimer (SPD), Silvia Best und Klaus Fischer (beide Grüne) sowie Helga Stadler (FDP). Deckert, Stadler und Best waren bereits Gemeindevorstandsmitglieder, Fischer (nicht verwandt mit dem Bürgermeister) und Deimer gehörten der Gemeindevertretung an. Für die Gewählten rückten entsprechend viele Parlamentarier in ihre jeweiligen Fraktionen nach.

Die Wahl zur Gemeindevertretung und des Ausländerbeirats wurden per Beschluss für gültig erklärt. Es hatten sich in beiden Fällen keine Einsprüche ergeben.

Fachausschüsse neu besetzt

Keine inhaltliche Änderung ergab sich bei der Bildung der Ausschüsse. Es sind dies der Ausschuss für Soziales, Kultur, Sport und Integration (Vorsitz Lisa Cossu, SPD), der Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt (Vorsitz Gabi Killian, Grüne) und der Haupt- und Finanzausschuss (Vorsitz Marc Friedrich, CDU). Alle drei Vorsitzenden sind in ihren Ämtern neu. CDU, SPD und Grüne verfügen in den Ausschüssen über jeweils zwei Mandate. Die FDP hat jeweils einen Sitz, so dass jeder Ausschuss auf sieben Mitglieder kommt. Siegl wies darauf hin, dass gesetzlich nur Haupt- und Finanzausschuss vorgeschrieben sei, die anderen seien freiwillig. Dass es drei Fachgremien gebe, habe sich in der Vergangenheit bewährt. Schriftführer des Parlaments ist Uwe Künnecke, seine Stellvertreterin wird Regine Schüssler. Beide gehören der Gemeindeverwaltung an. Die Schriftführer der Ausschüsse werden in den jeweiligen Gremien gewählt. Welche Gemeindevertreter in den Ausschüssen sitzen, regelt ein Benennungsverfahren. Das sei die "praktischere Variante", sagte Siegl. Die Fraktionen können von Fall zu Fall entscheiden, wer die Sitzungen besucht, gleichwohl gibt es "feste" Mitglieder.

Einleitende Worte zu Beginn der Sitzung waren dem ältesten Mitglied der Gemeindevertretung vorbehalten. Dies war Ilse Hack (FDP). Schön sei, dass es "viele junge Gemeindevertreter" gebe, nämlich rund 45 Prozent, bemerkte sie. Möglicherweise seien gerade die Jüngeren "voller Tatendrang und wollen die Welt verbessern". Sie appellierte an die Anwesenden, fair miteinander umzugehen und Sachzwänge, beispielsweise die Corona-Bedingungen, zu akzeptieren. rabe

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