Mit der Übergabe der Fahrzeugschlüssel an Bereitschaftsleiter Fabian Grein (rechts) stellt DRK-Vorsitzende Claudia Hofmann-Sterler den neuen Rettungswagen offiziell in Dienst.
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Mit der Übergabe der Fahrzeugschlüssel an Bereitschaftsleiter Fabian Grein (rechts) stellt DRK-Vorsitzende Claudia Hofmann-Sterler den neuen Rettungswagen offiziell in Dienst.

Rettung

Neues Einsatzfahrzeug für das Rote Kreuz

  • VonRainer Beutel
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Nauheim -Der DRK-Ortsverband hat einen gebrauchten Rettungstransportwagen (RTW) gekauft und in Dienst gestellt. "Ein neues Fahrzeug würde ohne medizinische Ausstattung 250 000 Euro kosten, das können wir uns nicht leisten", hieß es am Donnerstag unmittelbar vor einem Übungsabend. Für den RTW, der aus dem bayerischen Bad Tölz stammt und rund 170 000 Kilometer auf dem Tacho hat, habe das DRK 61 500 Euro investiert.

Der Betrag sei über acht Jahre angespart worden, sagte Ortsverbandsvorsitzende Claudia Hofmann-Sterler.

Im Preis enthalten seien zahlreiche medizinische Geräte. Außerdem sei ein "Raupenstuhl" enthalten, um mit gehunfähigen Menschen eine Treppe zu überwinden, ohne diese tragen zu müssen. "Die übrigen Geräte, die wir für Rettungseinsätze brauchen, haben wir aus unserem alten Fahrzeug übernommen", erklärte Bereitschaftsleiter Jonas Britz. Dabei handele es sich um einen Krankentransportwagen mit 225 000 Kilometern, den der Ortsverband jetzt gebraucht zum Kauf anbiete. Er sei noch rund 8000 Euro wert und für den Transport von kranken Menschen von zu Hause ins Krankenhaus genutzt worden. Hofmann-Sterler bedauerte, dass die Nauheimer Sanitäter die Einnahmen aus einem Verkauf nicht spenden könnten, beispielsweise für Flutopfer. "Auf das Geld sind wir leider selbst angewiesen", sagte sie.

Mit dem RTW sei es möglich, Rettungseinsätze zu fahren, wenn die üblicherweise im Kreisgebiet alarmierten Sanitäter schon belegt oder nicht abkömmlich seien. Vier Einsatzkräfte beim DRK-Ortsverband verfügten über die notwendige Fachausbildung bei einem Notfall. Derzeit bemühe sich der Ortsverband, für solche Einsätze eine behördliche Genehmigung zu erhalten.

Kostspielige Ausstattung

Der Kauf des Gebrauchtwagens sei nach Sichtung der Angebote recht zügig erfolgt. Nachdem die Nauheimer auf den RTW in Bad Tölz aufmerksam wurden, sei eine dreiköpfige Gruppe nach Bayern gefahren. Dort sei dann rasch der Entschluss gefallen, dass der Wagen auf Basis der zweitjüngsten Baureihe eines "Mercedes Sprinter" der Richtige sei. Dessen Laufleistung sei angesichts eines bewährten Motors und Fahrwerks kein Thema. Im Kreis Groß-Gerau würden vergleichbare Rettungsfahrzeuge mit einer Laufleistung von rund 250 000 Kilometer ausrangiert.

Besonders schätzen die Nauheimer Sanitäter die Ausstattung. Allein für ein EKG-Gerät müssten normalerweise 15 000 Euro gezahlt werden, ein Beatmungsgerät koste gebraucht 4500 Euro.

Einen Zuschuss von der Kommune habe das DRK bislang noch nicht in Aussicht. Um an Fördermittel zu gelangen, hätten bürokratische Fristen und Vorgaben eingehalten sowie Anträge gestellt werden müssen. Das sei bei der schnellen Kaufentscheidung zeitlich nicht möglich gewesen. Dennoch würde sich der Ortsverband freuen, wenn die Investition nachträglich unterstützt würde. rabe

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