Jesus Sanmiguel hat für den Spanischen Abend eine riesige Paella zubereitet. FOTO: Rabe
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Jesus Sanmiguel hat für den Spanischen Abend eine riesige Paella zubereitet.

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Paella und Tapas: Ein kleiner Ersatz für den Urlaub

  • VonRainer Beutel
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Spanischer Abend verbreitet südländisches Flair

Ob mit traditioneller Paella, temperamentvoller Gitarrenmusik oder süffiger Sangria - beim spanischen Abend als Beitrag der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus zum Kultursommer haben die Organisatoren alle Register gezogen, um ihre Gäste zu verwöhnen. Sogar mit deutschem Wein.

Die Veranstaltung war am Samstagabend ein Höhepunkt der sommerlichen Darbietungen auf der Wiese, die die Gemeinde mit Unterstützung des Geflügel- und Vogelzuchtvereins am Seeweg eingerichtet hat. Die Bühne war noch verwaist, das Duo Melavida noch gar nicht präsent, da hatten nahezu schon alle angemeldeten Besucher die 150 Plätze belegt.

Paella nach traditioneller Art

Die meisten brachten gehörig Appetit und gute Laune mit. Im Verpflegungsbereich bildeten sich kleine, aber mit dem gebotenen Abstand erträgliche Warteschlangen vor der riesigen Paella-Pfanne, aus der ein markantes Aroma über die Wiese strömte. Jesus Sanmiguel aus Königstädten zeichnete für das spanische Gericht mit allerlei Meeresfrüchten, Reis und Gemüse verantwortlich. "Es ist auf traditionelle Art zubereitet", versicherte der Helfer aus Königstädten. Tapas, gebrutzelter Spießbraten und Gegrilltes wurden für jene zubereitet, denen nicht schon beim Anblick der Paella das Wasser im Munde zusammenlief.

Wer jetzt davon Appetit bekommt, ist übrigens für Samstag, 21. August, zu Sanmiguels Eröffnung eines Geschäfts mit spanischen Spezialitäten in der Königstädter Apfelbachstraße eingeladen. Auch dort wolle er Paella zubereiten, versprach er.

Entsprechend gestärkt und von einer fruchtigen Sangria zusätzlich animiert, freuten sich die Besucher über David Bravo und seine Frau Melanie. Als Duo Melavida schürten die beiden bei den Daheimgebliebenen Urlaubsstimmung - weniger mit Gassenhauern, wie sie auf dem Ballermann für Euphorie sorgen, sondern mit feuriger Gitarrenmusik und Flamenco. Immer wieder erhielten die beiden starken Applaus.

Elisabeth Gulla vom Kirchenvorstand musste die Besucher bei ihrer Begrüßung nicht ermuntern, mit Beifall zu danken. Sie selbst erhielt Zuspruch, als sie ankündigte, dass der Kirchenbauverein als finanzielle Stütze von St. Jakobus die Einnahmen des Festes für die Flutopfer und den Wiederaufbau nach der Überschwemmungskatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz spenden werde.

Erlesene Auswahl edler Tropfen

Ihr Mann Rainer Gulla, Vorsitzender des Kirchenbauvereins, dankte der Gemeinde für die Möglichkeit, in der Pandemie-Zeit überhaupt eine Veranstaltung aufzuziehen. Durch die Weitläufigkeit des Geländes, das zur Anlage der Geflügelzüchter gehört, sei der spanische Abend möglich geworden. Als Helfer im Hintergrund erwies sich wie bei den bisherigen Vorgängerveranstaltungen des Kultursommers der Vorsitzende der hiesigen Züchter, Matthias van de Loo. Elisabeth Gulla versicherte, dass der Kirchenbauverein sich bei dem zurzeit notleidenden Verein erkenntlich zeigen wolle.

Manche Sorgen örtlicher Vereine, die in der Corona-Krise ohne eigene Veranstaltungen und somit ohne Erlöse überleben müssen, spielten auf der Kulturwiese eher eine untergeordnete Rolle. Das gesellige Beisammensein bei warmen Sommertemperaturen war den meisten viel wichtiger - "ein kleiner Urlaubersatz", wie ein Besucher meinte.

Eher ein Thema war anfangs, warum Pfarrer Christoph Mulach nicht dabei war. "Er ist heute Abend zu einer Hochzeitsfeier eingeladen", erklärte Elisabeth Gulla die Abwesenheit des Geistlichen, den die Katholiken bei St. Jakobus unter anderem wegen seiner geselligen Art schätzen. Mulach drückte dem Fest trotzdem einen Stempel auf - mit seiner selbst zubereiteten Sangria und einer Weinauswahl, die sich um das Motto nicht scherte. Auf der Karte fanden sich keine Tropfen aus iberischen Anbaugebieten, sondern aus Rheinhessen, was den Liebhabern des Rebensaftes keineswegs spanisch vorkam. Schließlich gilt der Pfarrer als ausgewiesener Kenner guter Erzeugerabfüllungen jenseits des Rheins.

Rainer Beutel

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