Rosalia Radosti
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Kommunalparlament

Rosalia Radosti soll Erste Beigeordnete werden

  • vonRainer Beutel
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Erste personelle Entscheidungen in Nauheim nach der Kommunalwahl: Rosalia Radosti soll künftig Erste Beigeordnete werden. Die SPD-Politikerin ist auch als Bürgermeisterkandidatin im Gespräch. Andere Personalien sollen ebenso geklärt sein.

Die Parteien haben sich nach der Kommunalwahl hinter verschlossenen Türen geeinigt, wer künftig welche Positionen besetzen soll. Die neue Ämterverteilung haben mehrere unabhängige Quellen auf Anfrage bestätigt.

Rosalia Radosti von der SPD soll künftig Erste Beigeordnete werden. Sie wäre damit Nachfolgerin von Hubert Deckert (CDU) und damit stellvertretende Bürgermeisterin. Die Wahl Radostis solle durch eine parteiübergreifende Listenverbindung in der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung gelingen.

Der SPD glücke mit Radosti als neue Führungsfigur hinter Bürgermeister Jan Fischer (CDU) ein Coup, sagen Insider. Somit habe die Frau bis 2023 Zeit, sich in die aktuellen kommunalen Themen einzuarbeiten, vertraut zu machen und als SPD-Bürgermeisterkandidatin anzutreten. Bislang hat die SPD nur bestätigt, dass die Genossen mit einem eigenen Kandidaten aus Nauheim ins Rennen um das Bürgermeisteramt gingen. Eine Bestätigung der SPD liegt noch nicht vor.

Johann Siegl wird Parlamentschef

Radosti war von 2006 bis 2008 Parlamentschefin. Zum Ende ihrer Amtszeit war sie massiven Vorwürfen der CDU ausgesetzt, die Führungsposition nicht neutral auszuüben. Kurz darauf ging sie in Mutterschutz und zog sich aus der aktiven Kommunalpolitik zurück - bis heute. Sie ist bei einer Bank als Assistentin in der Immobilienfinanzierung angestellt und bezeichnet sich laut eigenem beruflichen Internetprofil unter anderem als "zielstrebig" und "teamfähig".

Neuer Parlamentschef soll Johann Siegl von der CDU anstelle von Karl Norbert Merz (SPD) werden. Das Amt, das mit dem repräsentativen Titel des "Ersten Bürgers der Gemeinde" verbunden ist, stehe der stärksten Fraktion zu. Durch den Erstzugriff habe die CDU ihren Anspruch auf die Fortführung des Amts des Ersten Beigeordneten verwirkt, sagen Parteienvertreter.

In Verhandlungen bei drei nahezu gleich großen Fraktionen könne nicht das Prinzip "The Winner takes it all" durchgesetzt werden, kommentiert Grünen-Fraktionschef Marco Müller. CDU-Fraktionsvorsitzender Winfried Rehm betont in seiner Funktion als Verhandlungsführer bei den Absprachen, dass die CDU Kompromisse habe eingehen müssen. Die Stärke der Fraktionen spiegele sich in der Besetzung der Positionen wider.

Alle Fraktionen berücksichtigt

Die Führung der drei Ausschüsse soll demzufolge gleichmäßig verteilt werden. CDU-Vorsitzender Marc Friedrich werde neuer Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses, Gabi Killian (Grüne) neue Vorsitzende des Bauausschusses und Parlamentsneuling Lisa Cossu (SPD) neue Vorsitzende des Sozialausschusses. Verhandelt worden sei außerdem, wer die Gemeinde in überregionalen Verbänden vertrete. So sei Gabi Killian (Grüne) für den überwiegend von Bürgermeistern besetzten Regionalverband vorgesehen, während Marco Müller (Grüne) in den Abwasserverband gehe. Die Grünen wollten Einfluss auf die Außendarstellung der Kommune nehmen, kritisieren politische Gegner. Marco Müller tritt diesem Vorwurf entgegen. Die Ausschüsse seien einvernehmlich besetzt und bei den Verbänden sei ein "Verschnitt der Interessen" gelungen, bei dem sich niemand benachteiligt fühlen könne.

Rainer Beutel

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