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Die Abkürzung nach Alt Nauheim oder in umgekehrter Richtung ist jetzt gesperrt.

Illegale Abkürzung

Schleichweg am Gerauer Weg gesperrt: Klapp-Pfosten verhindern nun Durchfahrt in Richtung Ostumgehung

Eine illegale Abkürzung, die viele Autofahrer zur Ostumgehung genutzt haben, ist seit dieser Woche gesperrt. Anwohner sind froh, dass die Gemeinde eingeschritten ist.

Nauheim - Über den schmalen Groß-Gerauer-Weg, der auf manchen online verfügbaren Karten auch als Straße geführt wird, gibt es unter normalen Bedingungen keine Möglichkeit mehr, von Alt-Nauheim aus die Ostumgehung zu erreichen. Es sei denn, bei der illegalen Abkürzung weichen die Autofahrer ein Stück auf den Acker aus.

„Endlich“, sagt eine Anwohnerin. Endlich habe die Gemeinde etwas unternommen, so die Bewohnerin. Sie habe längst aufgehört, sich im Rathaus zu beklagen. Aber ärgerlich sei es schon gewesen, was sich vor ihrer Hofeinfahrt tagtäglich abgespielt habe. Immer öfter hatten Autofahrer diese Route gewählt, um nicht über Wilhelm-Leuschner-, Bahnhofstraße und die Straße Im Rod zur Ostumgehung oder umgekehrt zu fahren. Denn diese Strecke dürfte etwa einen Kilometer länger sein.

Eine Nachbarin sieht das genauso. Sie berichtet von einer heiklen Situation, weil es am Groß-Gerauer-Weg sehr eng sei. Sogar ein Hund sei schon angefahren worden. Fußgänger müssten immer wieder zur Seite springen, weil dort, wo es nicht erlaubt war, die Autos fuhren. An der bisherigen Beschilderung, die die Durchfahrt untersagt, habe sich niemand gehalten. Nur landwirtschaftlichen Fahrzeugen war die Durchfahrt auf dem Weg erlaubt. Stattdessen seien „samstags beim Straßenkehren in einer halben Stunde 40 Autos gezählt“ worden, schildert eine Frau die Auslastung.

Notwendiger Eingriff

Rot-weiße Klapp-Pfosten sollen das nun verhindern. Sie seien zwar nicht alle optimal platziert, weil die Fahrer von schmalen oder geländegängigen Autos verleitet werden können, ausweichend daran vorbeizusteuern, bedauern die Anlieger. Aber für Bürgermeister Jan Fischer (CDU) als Chef der Straßenverkehrsbehörde ist es ein wichtiger und notwendiger Eingriff.

Mehr Sicherheit

„Wir mussten mit Rücksicht auf Fußgänger und Radfahrer für Sicherheit sorgen“, erklärt der Verwaltungschef. Nicht nur, dass immer mehr Autofahrer den Zubringer verbotenerweise gewählt hätten. Sie seien dort auch viel zu schnell gefahren, so dass für Fußgänger, Radfahrer und Anwohner eine „unerträgliche Situation“ entstanden sei.

Fischer bedauert, dass die Absperrung gleichsam den landwirtschaftlichen Verkehr treffe, für den der schmale Weg eigentlich frei war. Wenn diese mit Traktor und Anhänger nun die Barrieren umfahren und ihr Gespann über ein Feld lenken, habe die Gemeinde „keinen Einfluss drauf“. Etliche Kontrollen hätten in der Vergangenheit nichts gebracht. Dass der Gemeinde nun keine andere Möglichkeit geblieben sei, dafür können diejenigen, die sich stets richtig verhalten haben, am wenigsten, sagt Fischer und denkt an die Feuerwehrleute. Die hatten bei einem Einsatz die Abkürzung ebenfalls genutzt, um schneller zum Friedel-Scherer-Feuerwehrhaus auf der gegenüberliegenden Seite der Ostumgehung zu gelangen. „Doch der Gefährdungsfaktor ist einfach zu hoch“, sagt Fischer.

Die Altglascontainer am Groß-Gerauer-Weg sind nach wie vor über die Ostumgehung zu erreichen. Bewohner aus Alt-Nauheim, die dort ihre Leergut entsorgen, müssen nun laufen, Rad fahren oder mit dem Auto einen Umweg in Kauf nehmen.

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