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Schulwegeplan: An roten Linien erkennen Kinder, wie sie zur Schule laufen sollen.

Kampf gegen Eltern-Taxis

Schule belohnt Schüler, die zu Fuß kommen

Der beste Weg zur Schule sei immer noch der zu Fuß. So sehen es Rektoren, Kreis und Land. Das wird mit Aktionen gefördert. Heute gibt es sogar einen Preis für die fleißigsten Fußgänger unter den Schülern.

Im neuen Schulwegleitplan sind die Wege aus den Wohngebieten zur Grundschule rot markiert. Zwei Wochen lang waren die Hinweise besonders wichtig, sie gelten aber auch für die Zeit danach.

„Die Kinder sollen ja nicht nur beim Wettstreit um die lauffreudigste Schulklasse zu Fuß zum Unterricht gehen“, betonte kürzlich Rektorin Andrea Kühnl. Sie will heute die Klasse mit einem „Goldenen Schuh“ als Wanderpokal ehren, deren Schüler in den vergangenen zwei Wochen am häufigsten auf das Eltern-Taxi verzichtet haben. Der kleine Wettstreit ist eingebettet in die bundesweite Aktion „Zu Fuß zur Schule“.

Welche Wege hin und zurück sind am geeignetsten? Dafür gibt es den neuen Schulwegleitplan, von dem die Grundschule 400 Exemplare erhalten hat. Der alte Plan habe nun ausgedient. Er sei sieben Jahre gültig gewesen, heißt es.

Inzwischen seien kleine Veränderungen im Straßenbild aufgenommen. In der Königstädter Straße, Ecke Schillerstraße gibt es beispielsweise keine Ampel mehr. Die Kinder sollen bereits in der Schillerstraße einen Zebrastreifen benutzen und dann in die Weingartenstraße abknicken, um den Schulweg fortzuführen.

Die Haltestellen für Eltern-Taxis sind in dem Plan auch enthalten. Sie sollen jedoch nur angefahren werden, wenn es gar nicht mehr anders gehe. Der beste Weg zur Schule sei immer noch „der Weg zu Fuß“. Der neue Plan orientiere sich optisch an bewährten Vorbildern, ist vom Schulträger, dem Kreis Groß-Gerau, zu erfahren. Darauf finden sich Chamäleons, die als Maskottchen der Grundschule gelten.

Schulwegpläne seien ein zentrales Werkzeug, um Eltern und ihre Kinder zu einer sicheren Teilnahme am Straßenverkehr zu bringen. Der Kreis möchte die Pläne in seinem Verantwortungsbereich zum Standard machen. Dazu werde mit dem Fachzentrum IVM Rhein-Main kooperiert, das innerhalb des vom Land Hessen geförderten Projekts „Besser zur Schule“ die Erstellung von individuellen Schulmobilitätsplänen koordiniere.

Der Kreis nehme bei der Koordination der Schulwege eine führende Rolle ein, obwohl nach dem hessischen Erlass „Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung in der Schule“ die Schulwegpläne für die Klassen eins bis sieben Aufgabe der Schulleitungen seien. Den Schulen fehle aber meist das Know-how und das nötige Werkzeug. Der Kreis achte darauf, dass auch Eltern, Polizei, Straßenbauämter, Ordnungsbehörden, Schulträger, Staatliches Schulamt und Kreisverkehrswacht beteiligt würden. rabe

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