Ihrer Rettungshundestaffel hat die Feuerwehr zuletzt 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ausbildung der Suchhunde wurde dagegen selbst in der Corona-Pandemie vorangetrieben. FOTO: RAINER BEUTEL
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Ihrer Rettungshundestaffel hat die Feuerwehr zuletzt 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ausbildung der Suchhunde wurde dagegen selbst in der Corona-Pandemie vorangetrieben.

Rettungskräfte

Spürnasen sind immer häufiger im Einsatz

  • VonRainer Beutel
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Hundestaffel der Feuerwehr ist deutlich gewachsen

Aus der vor drei Jahren gebildeten Rettungshundestaffel bei der Nauheimer Feuerwehr ist eine im Umland immer wieder angeforderte Einsatztruppe geworden. Die Jugendfeuerwehr wiederum ist seit Jahrzehnten gefragt, um neue Kräfte an die Einsatzabteilung heranzuführen. Beide Abteilungen haben jetzt ihre Bilanzen vorgelegt.

Schon im Gründungsjahr 2018 seien die Rettungshunde aus Nauheim zu zwei Einsätzen gerufen worden. Ein Jahr später seien es schon acht Fälle gewesen, 2020 bereits 21, darunter die meisten an anderen Orten des Rhein-Main-Gebietes. Das ist der Einsatzstatistik der Feuerwehr zu entnehmen.

Mittlerweile gehören der Rettungshundestaffel 19 Hundeführer und Helfer an. Sieben Hunde seien auf die Flächensuche spezialisiert, genauso viele seien ausgebildet, um vermisste Menschen ausfindig zu machen. Fünf der Vierbeiner beherrschten besonders gut die Suche von Menschen, die von Trümmern verschüttet worden seien, stellt der Leiter der Rettungshundestaffel, Gerd Wiebel, in seiner Jahresbilanz fest.

Gemeinde stellt Übungsfläche

Noch in der Zeit vor der Corona-Pandemie sei es zwölf Hundeführern mit ihren Schützlingen gelungen, erfolgreich Prüfungen zu absolvieren. Im vorigen Jahr seien noch zwei weitere Abschlüsse hinzugekommen. Wiebel dankt der Gemeinde, dass die Kommune der Staffel ein Waldstück zur Verfügung gestellt habe, in dem die Ausbilder mit ihren Hunden und in Absprache mit Jagdpächtern regelmäßig üben könnten. Flächensuchhunde würden benötigt, wenn Personen an ihrem gewohnten Ort nicht auffindbar seien, beispielsweise ein Kind, das nicht oder nicht rechtzeitig zu Hause ist, ein Patient oder Bewohner eines Pflegeheims, der möglicherweise dement ist, ebenso Wanderer, die verunglücken. Ferner würden Flächensuchhunde benötigt, wenn Abstürze von Heißluftballons oder Fallschirmspringern beobachtet würden, um hier nur einige Beispiele aufzuführen.

Mantrailer wiederum seien dafür prädestiniert, an etwas zu schnüffeln, was einer vermissten Person gehöre, um diese dann zu finden. Geruchsproben könnten Kleinigkeiten seien, etwa ein Kopfkissen, ein Taschentuch oder der Kopfstützenbezug aus dem Auto eines Vermissten. "Sofern eine Geruchsspur vorhanden ist, verfolgt der Hund diese in nahezu jedem Terrain", erklärt die Feuerwehr.

Ein positives Resümee für die vergangenen Monate legt gleichermaßen Steffen Hamm als Leiter der Jugendwehr vor - trotz Corona und aller Einschränkungen, von denen die Ausbildung neuer Feuerwehrleute betroffen war. 2020 zählte die Jugendwehr demzufolge 41 Mitglieder (27 Jungen, 14 Mädchen).

Aufschwung bei den Mitgliedszahlen

Seit 2014 weisen die Mitgliedszahlen einen personellen Aufschwung vor. Damals gehörten der Nachwuchsorganisation "nur" 24 Mädchen und Jungen an. 2021 seien bei der Jugendfeuerwehr 25 Jungen und zwölf Mädchen gemeldet, nachdem 2020 vier Mitglieder in die Einsatzabteilung übernommen worden waren.

Hamm betont, dass trotz der Pandemie durch kreative Ideen sowie einem verantwortungsvollen und disziplinierten Umgang mehrere Aktionen stattgefunden hätten, um die jungen Leute bei der Stange zu halten. Dazu zählten Übungsstunden im Feuerwehrgerätehaus, sofern diese mit einem umfangreichen Schutzkonzept noch möglich beziehungsweise erlaubt gewesen seien. Von August 2020 an seien die Übungen ausgesetzt worden.

Das Einsammeln von ausgedienten Weihnachtsbäumen, die Beteiligung am Tag der sauberen Umwelt und ein Herbstferienprogramm seien weitere Aktionen gewesen, an denen sich die angehenden Feuerwehrleute beteiligt hätten. Neben Online-Angeboten während der Lockdowns oder Hilfsaktionen, etwa bei der Verteilung von Mund-Nasen-Bedeckungen an Senioren, habe sich die Jugendwehr zusätzlich engagiert.

Rainer Beutel

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