Beim Wettkampf um den Bürgermeisterpokal im Stockschießen macht Bürgermeister Jan Fischer eine gute Figur, am Ende wird er Vierter. FOTO: RAINER BEUTEL
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Beim Wettkampf um den Bürgermeisterpokal im Stockschießen macht Bürgermeister Jan Fischer eine gute Figur, am Ende wird er Vierter.

Vereinsleben

Stockschießen: Die Trophäe geht nach Kelsterbach

  • VonRainer Beutel
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Mathias Ostertag gewinnt den Bürgermeisterpokal

Mathias Ostertag vom Kelsterbacher Bossel-Club hat den Bürgermeisterpokal im Stockschießen gewonnen, den der Ski-Club am vergangenen Sonntag auf seiner Bahn im Sportpark ausgetragen hat. Nun wollen auch die Nauheimer bosseln.

Der Sieg des Gastspielers kam ein wenig überraschend. Normalerweise kennen die Ski-Club-Schützen ihre Bahn in- und auswendig, wissen genau, welche Platte sie unter ihren Stock schrauben müssen, wenn sie die Reibung etwas erhöhen oder verringern wollen. Am Sonntag haben sich einige allerdings gehörig verschätzt.

Doch der Reihe nach. Abteilungsleiter Wolfgang Maniura schien glücklich, dass sich immerhin 14 Männer und eine Frau zu dem alljährlichen Wettkampf angemeldet hatten. Die Kommunalpolitikerin Silvia Best war die einzige Frau, die sich unter die spielende Männergesellschaft mischte. "Sie schlägt sich wacker", lauteten Kommentare nach ihren ersten Versuchen, das schwere Sportgerät mit einem starken, aber nicht zu wuchtigen "Schuss" rund 15 Meter über die Trockenbahn zu befördern.

Die Tücken des Wetters

Die äußeren Umstände waren jedoch ungewöhnlich, wenn auch für alle gleich. Gerade die versierten Vereinsspieler mussten sich umgewöhnen. Noch morgens hatte es heftiger geregnet, während des Wettkampfs nieselte es anhaltend. Welche Scheibe zum Gleiten der Stöcke mag am geeignetsten sein? So mancher Etablierte verschätzte sich gehörig, wählte aufgrund des vermeintlich schmierigeren Bodens einen eher bremsenden Untergrund - und prompt verkümmert der eine oder andere Versuch auf halber Strecke.

Günter Eichelmann, der Vorjahressieger, hielt noch gut mit, wurde am Ende Zweiter vor Siegfried Eibegger auf Platz drei. Den vierten Rang sicherte sich Bürgermeister Jan Fischer, der zuvor noch den Pokal inspizierte, auf dem die alljährlichen Sieger mit kleinen Plaketten vermerkt sind. Viel Platz sei nicht mehr dafür frei, waren sich er und der Spartenleiter einig. Bald müsse der Bürgermeister einen neuen Cup stiften, sagte Wolfgang Maniura.

Der Wettstreit, bei dem die Teilnehmer mit Kaffee und anschließend mit einem Imbiss verköstigt wurden, wurde nach den sogenannten Chicago-Regeln ausgetragen. Wessen Stock von einem anderen getroffen wurde und aus dem Spielfeld flog, war in der einzelnen Spielrunde raus. Wer nicht richtig zielte und im Nirgendwo landete, konnte sogar Minuspunkte kassieren.

Von den 15 Teilnehmern qualifizierten sich schließlich bei Hin- und Rückspiel in der Vorrunde Jochen Eichelmann, Siegfried Eibegger, Mathias Ostertag, Vereinsvorsitzender Günter Trach, Günter Eichelmann und Jan Fischer. Ostertag sollte schließlich beim Finale, das ebenfalls über eine Vor- und Rückrunde ausgetragen wurde, die Oberhand behalten. Er entführt nun den Nauheimer Pokal für ein Jahr nach Kelsterbach.

Verwandte Sportart ausprobieren

In der Stadt am Untermain wird das dem Stockschießen ähnliche Bosseln praktiziert. Ski-Club-Vorsitzender Trach findet, das sei auch etwas für Nauheim. Der Wintersportverein biete das Bosseln jetzt in der Georg-Schad-Halle an. Erster Trainingstag ist der 13. September. Interessenten, die das einfach mal ausprobieren wollten, sind um 19 Uhr willkommen.

Namensgeber sei das Spielgerät, Bossel genannt, nicht zu verwechseln mit Boßeln, einer friesischen Wurfsportart. Statt auf Asphalt oder auf Eis, wie beim Eisstockschießen, diene der glatte Hallenboden als Untergrund. Damit das Bosseln gelinge, sei die Scheiben am Boden des Holzkörpers mit Bürsten ausgestattet. Aufgabe sei es, die Bossel in ein Zielfeld zu schießen. Ob es dann eines Tages auch einen Bürgermeisterpokal im Bosseln gebe, stehe noch in den Sternen hieß es bei den Stockschützen.

Rainer Beutel

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