Die Parkplätze am Feuerwehrhaus sollten nicht überdacht werden, um darauf eine Photovoltaikanlage anzubringen, sagen Feuerwehrleute. Auf dem Gerätehaus selbst wird bereits Solarenergie gewonnen. FOTO: RAINER BEUTEL
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Die Parkplätze am Feuerwehrhaus sollten nicht überdacht werden, um darauf eine Photovoltaikanlage anzubringen, sagen Feuerwehrleute. Auf dem Gerätehaus selbst wird bereits Solarenergie gewonnen.

Energieversorgung

Trübe Aussichten für mehr Solarenergie

  • vonRainer Beutel
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SPD will trotzdem Standorte für weitere Photovoltaikanlagen prüfen

Einfach eine Photovoltaikanlage errichten und Strom erzeugen? Das funktioniert offenbar nicht. Und ob es sich rentiert, scheint ebenfalls fraglich. Die SPD-Fraktion will dennoch untersucht wissen, was die Gemeinde auf eigenen Flächen damit ausrichten könnte, etwa bei der Feuerwehr. Das sei kaum aussichtsreich, findet dagegen der Bürgermeister.

Wo könnten in Nauheim Photovoltaikanlagen gebaut werden? Mit dieser Frage soll sich die Gemeindeverwaltung näher beschäftigten, fordert die SPD-Fraktion in einem Antrag. Die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt haben das Anliegen am Mittwochabend in einer interfraktionellen Sitzung beraten. Ein Beschluss wurde nicht gefasst. Das sei erst für den Haupt- und Finanzausschuss und die Gemeindevertretung vorgesehen, hieß es. Die SPD nennt einige Beispiele für Standorte. In der Regel seien es versiegelte Flächen oder gemeindeeigene Grundstücke. Dazu gehören das Feuerwehrgerätehaus oder Wiesen entlang der Ostumgehung. Es sei ein Ziel, umweltfreundliche Energie für gemeindeeigene Fahrzeuge zu erzeugen, erklärte SPD-Gemeindevertreter Michael Schneider.

"Sind 20 Jahre zu spät dran"

Der Vorschlag führte zu einer lebhaften Diskussion. CDU-Gemeindevertreter Lars Jüngling hält den Antrag für überflüssig. Es sei nicht mehr rentabel, über die Stromerzeugung wirtschaftlichen Gewinn zu machen. Die Einspeisevergütung sei zu gering. "Wir sind 20 Jahre zu spät, das ist wirtschaftlicher Schwachsinn", kritisierte der Christdemokrat. Eine Überdachung von Parkplätzen am Feuerwehrhaus sei absurd. Die Einsatzkräfte hätten keine Zeit, bei einer Alarmierung zu rangieren, bestätigte Grünen-Gemeindevertreterin Stefanie Hackler-Siesenop, die wie Jüngling der Einsatzabteilung angehört.

Die Fahrzeughalle komme ebenfalls nicht in Frage, betonte Jüngling. 40 Prozent davon seien schon mit einer Photovoltaikanlage belegt. Der Rest eigne sich nicht wegen des Schattens oder aus baulichen Gründen. Schneider fand es "erstaunlich, dass schon die Wirtschaftlichkeit bekannt ist, was noch gar nicht geprüft wurde". Zunächst einmal sei wichtig zu erfahren, was möglich sei. Die Kosten-Nutzen-Frage sei zweitrangig. "Uns geht es darum, als Gemeinde ökologischer zu werden", bekräftigte der Sozialdemokrat.

Nach Ansicht von Bürgermeister Jan Fischer (CDU) sei eine Anlage wirtschaftlich nur sinnvoll, wenn der Strom an Ort und Stelle verbraucht werde. Er bat um genauere Angaben der SPD, an welche Flächen die denke. Vorstellbar sei eine Beteiligung von Bürgern, die ihre Hausdächer bereitstellen könnten. Sinnvoll sei außerdem eine Exkursion, um sich mögliche Standorte anzuschauen.

Kaum verfügbare Flächen vorhanden

Doch welche könnten das sein? Nach lebhafter Debatte informierte Fischer, dass das Thema bereits vor zehn Jahren behandelt wurde. Rathaus, Grundschule, Bauhof, Georg-Schad-Halle, Kitas und Feuerwehrhaus kämen nicht in Frage. Entweder weil auf ihren Dächern schon Strom erzeugt werde, sie im Schatten liegen oder wegen baulicher Gegebenheiten. Allenfalls an der Kläranlage existierten noch Freiflächen, die für eine weitere Reinigungsstufe oder für die Verlagerung des Bauhofs benötigt würden.

"Wir können das natürlich nochmals unter heutigen Gesichtspunkten prüfen", sagte Fischer, nachdem Schneider auf den technologischen Fortschritt verwies. Möglicherweise falle eine Untersuchung inzwischen anders aus, hofft der Sozialdemokrat. Jüngling hält eine erneute Prüfung für überflüssig. Damit werde nur die Verwaltung belastet. "Die Sonne geht immer noch an derselben Stelle auf und die Dächer sind nicht jünger geworden", kommentierte er. Rainer Beutel

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