Für den maroden Zaun rund um den Kräutergarten empfiehlt die Seniorenkommission eine komplette Sanierung.
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Für den maroden Zaun rund um den Kräutergarten empfiehlt die Seniorenkommission eine komplette Sanierung.

Umwelt

Wenig attraktiv und einladend

Seniorenkommission bemängelt den Zustand des Kräutergartens im Regionalpark.

Nauheim -Die Seniorenkommission gab in ihrer jüngsten Zusammenkunft Bürgermeister Jan Fischer (CDU) einige Denkanstöße mit auf dem Weg. Manches lasse sich lösen, anderes erfordere eine konzeptionelle Planung, hieß es in den Beratungen. Zu den Kritikpunkten gehören der marode Zaun im Kräutergarten und Lücken im Seniorenprogramm.

"Der Zaun befindet sich in einem sehr erbärmlichen Zustand", bemängelte Kommissionsmitglied Reinhard Seiler. Schon mehrfach hatten Mitglieder der Seniorenkommission die Einfassung instand gesetzt. Doch diesmal sei es mit ein paar motivierten Senioren nicht getan. Der Zaun müsse wohl "total saniert" werden, am besten mit Hilfe der Bauhofangestellten, so Seiler.

Ein Blick auf die Einfriedigung beweist das. An mehreren Stellen ist der Jägerzaun morsch. Nicht nur Latten hängen frei in der Luft. Auch einige senkrecht stehende Balken sind hinüber, weil sie am Boden keinen Halt mehr haben.

Beete wirken ungepflegt

Seniorenkommissionsvorsitzender Peter Großmann bestätigt den Eindruck am Sonntagmittag an Ort und Stelle. Er stimmt dem spontanen Vorschlag einer Bürgerin zu, der aufgefallen ist, dass die Gemeinde viel mehr für die Attraktivität des Kräutergartens unternehmen könne. "Da geht ja kein Mensch hin", bemerkt sie.

Ihr Eindruck täuscht nicht. Tatsächlich fahren und spazieren reihenweise Ausflügler an dem Areal im Nauheimer Regionalparkabschnitt vorbei, ohne es überhaupt wahrzunehmen. Nur eine winzige Tafel - so groß wie ein Tablet - weist darauf hin. Der kaum sichtbare Anhaltspunkt ist umgeben von hoch wucherndem Gras. Es fehlt ein großes Schild mit der Aufschrift "Kräutergarten" und es fehlten sämtliche Erklärungen, was mit den dort wachsenden Kräutern anzufangen sei, sagt die Frau.

Einige Beete wirkten ungepflegt. Wenn Hinweise zu finden seien, wer eine Patenschaft für eine Kräuterparzelle übernommen habe, entstehe ein Ansporn, sich dauerhaft darum zu kümmern. In manchen gediehen Pflanzen, obwohl auf den kleinen Schildchen auf ganz andere hingewiesen werde. Zudem wüchsen Kräuter wie etwa römischer Wermut, mit denen die wenigsten etwas anfangen könnten. Sinnvoller sei es, sagt die Frau, all das zu ziehen, was in der Alltagsküche verwendet werde und Menschen animiere, sich in haushaltsüblichen Mengen etwas abzuschneiden. Großmann sagt zu, die Vorschläge gerne weiterzureichen.

Vereine stärker einbinden

Offen für Vorschläge erwies sich auch Bürgermeister Jan Fischer in der Kommissionssitzung. Die Anregung, den Zuständigkeitsbereich von Jana Mattern auszuweiten, werde er aber nicht erfüllen. Ihre Zuständigkeit beschränke sich auf die Aufgaben einer Gemeindeschwester. Die Nachfolge bei der Seniorenarbeit nach dem altersbedingten Ausscheiden von Ingrid Michel sei "bewusst noch offen gehalten". Das hänge mit der Neuorganisation des Bereiches Soziales in der Verwaltung zusammen. Der Kreis nehme die Kommunen wieder mehr in die Verantwortung. Gewünscht sei wieder eine stärkere Beratung vor Ort. Die Verantwortungsbereiche in Nauheim werden jetzt neu strukturiert, kündigte Fischer an. In der nächsten Kommissionssitzung werde er eine Vorlage liefern. Es gehe um eine neue hauptamtliche Seniorenbetreuerin, die auch ein Jahresprogramm für Senioren entwickele. Dabei würden die sozial tätigen Vereine eingebunden. Klar sei, dass der Personenkreis ab 67 Jahren nicht mehr immobil sei wie vor 20, 30 Jahren. Insofern stehe die Organisation von Seniorenfahrten wie früher mit einigen Hundert Teilnehmern nicht mehr im Zentrum der Seniorenarbeit. "Es geht mehr um das Generieren von eigenem Engagement", sagte Fischer - etwa wie früher, als Mitglieder der Seniorenkommission den Kräutergartenzaun instand setzten und mit Farbe und Holzschutz anstrichen. Rainer Beutel

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