Voller Einsatz für die Wild Boys garantiert das Vorstandstrio mit Thomas Baier, Sven Reinig und Jürgen Ackermann (von links). FOTO: Rainer Beutel
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Voller Einsatz für die Wild Boys garantiert das Vorstandstrio mit Thomas Baier, Sven Reinig und Jürgen Ackermann (von links).

Vereinsleben

Wild Boys starten voller Elan durch

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Keine Krisenstimmung bei den Footballern - 50 neue Mitglieder

Der erzwungene Stillstand im Sportbetrieb während der Corona-Pandemie hat den Footballverein Wild Boys auf sozialer Ebene nach vorne gebracht. Der Vereinsvorstand hat eine entsprechend positive Jahresbilanz in seiner Hauptversammlung gezogen.

Vorstandsmitglied und Kassierer Jürgen Ackermann sieht die Wild Boys bestens aufgestellt. "Wir haben gut gewirtschaftet", resümiert er. Unter anderem hatten die Footballer zu Beginn der Pandemie mehrere Tausend Mund-Nasen-Schutz-Masken genäht, verkauft und den kompletten Erlös verwendet, um verschiedene soziale Projekte zu unterstützen. Außerdem seien Aktionen wie eine Push-up-Challenge veranstaltet worden, womit der Verein Sponsorengelder erwirtschaftet und an andere Institutionen weitergereicht habe.

Temporär habe der Verein seine Mitgliedsbeiträge ausgesetzt. Gleichzeitig sei es gelungen, Nachwuchsmannschaften für den U 13- und U 16-Bereich aufzubauen. Ferner hätten die Wild Boys in den vergangenen zwölf Monaten "rund 50 neue Mitglieder hinzugewonnen", womit die Zahl von "vier bis fünf Austritten" deutlich übertroffen worden sei. Inzwischen gehörten 172 Personen den Wild Boys an, davon seien 115 stimmberechtigt, das heißt älter als 16 Jahre.

Soziales Engagement

Das soziale Engagement habe dazu geführt, dass der Verein zahlreiche Gönner für sich begeistern konnte, die den amerikanischen Nationalsport in Nauheim finanziell unterstützen. Vorsitzender Sven Reinig, sein neu gewählter Stellvertreter Thomas Baier und Kassierer Jürgen Ackermann sind zuversichtlich, 30 Jahre nach Vereinsgründung für die nahe Zukunft gerüstet zu sein.

"Aber wir wollen uns nicht darauf ausruhen und stehen bleiben", betont Thomas Baier, der die Nachfolge des bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Marc Borgner antritt. Über ihn äußert sich das Führungstrio in seiner Jahresbilanz voller Lob. Er habe viel angestoßen und den Verein in den Medien bestens präsentiert. Es sei super, dass Borgner als Teamverantwortlicher der Herrenmannschaft weitermacht. Aus der Vorstandsarbeit habe er sich aus familiären und beruflichen Gründen zurückgezogen, hieß es.

Die Erfolge verfestigten sich im Neuaufbau der ersten Mannschaft. Dem Team gehörten mittlerweile knapp 30 Spieler an. Ackermann schätzt, dass die Wild Boys im kommenden Jahr wieder bei Liga-Spielen mitmischten. Neue Spieler, auch für die Jugendmannschaften, seien jederzeit willkommen. Bei den Herren würden vor allem kräftige, schwergewichtige Spieler gesucht. Die Kosten, die der Verein pro Saison bei den Herren aufbringen muss, schätzt Ackermann auf bis zu 15 000 Euro, vor allem für Busfahrten, Trainer, Schiedsrichter und die Ausrüstung. Gleichzeitig investiere der Verein in Trainingsmaterial, beispielsweise in Dummies, die als imaginäre Gegner beim Training nützlich seien. Ein zweiter Container zur Lagerung von Material werde ebenfalls angeschafft. Neue Spieler, die bei den Wild Boys einsteigen, könnten ihr Equipment zunächst ausleihen. Sinnvoll sei das vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Damit senke der Verein eine Hemmschwelle, die vielleicht davon abhalten könnte, Football zu spielen. Vorsitzender Reinig betont in diesem Zusammenhang immer wieder: "Wir sind eine Familie, wir halten zusammen."

Reibungslos erledigt habe die Hauptversammlung eine Satzungsänderung. Unter anderem habe sich der Verein dem landesweiten Konzept des Kindeswohls angeschlossen und sich erklärtermaßen von radikalen, antidemokratischen und rassistischen Tendenzen distanziert. "Wir grenzen uns klar ab", bekräftigte Baier. Außerdem sei der Status einer Ehrenmitgliedschaft formal im Vereinsregelwerk festgeschrieben.

Dass die Footballer trotz Corona vorankommen, zeigten Nachfragen von außerhalb, bekräftigte der Vorstand. Schulen erkundigten sich.. Trainingscamps lockten hessenweit Spieler nach Nauheim. Ebenso seien die Wild Boys für den Nachmittagsunterricht in Ganztagsschulen ein gefragter Partner.

Wer sich vom sportlichen Können der Wild-Boys-Nachwuchsmannschaften ein Bild machen möchte, ist am Sonntag, 4. Juli, ab 11 Uhr bei einem Heimspieltag im Sportpark willkommen.

Rainer Beutel

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