Beim Jugendtraining der Wild Boys im Sportpark steht derzeit Konditions- und Koordinationstraining im Vordergrund. So lassen sich Abstandsvorschriften gut umsetzen. Foto: Rainer Beutel
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Beim Jugendtraining der Wild Boys im Sportpark steht derzeit Konditions- und Koordinationstraining im Vordergrund. So lassen sich Abstandsvorschriften gut umsetzen. Foto: Rainer Beutel

Vereine

Wild Boys trainieren wieder im Freien

  • vonRainer Beutel
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Turniere und Vereinsaktivitäten sind im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Der Nauheimer Footballverein hofft jetzt auf die Genehmigung des Sportlercamps im Oktober.

Nauheim -Mit Sorgfalt und Disziplin setzt der Footballverein Wild Boys bei seinem Jugendtraining das Hygienekonzept der Gemeinde um. Vorsitzender und Trainer Sven Reinig ist zuversichtlich, dass sich die Unterbrechung durch die Corona-Krise nicht negativ auf die Motivation seiner Jungs auswirkt.

Das Verbot, wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr auf den Sportbetrieb zu verzichten, habe den Verein vor zwei Monaten "wie aus heiteren Himmel getroffen", sagt Reinig. Der Wiederaufbau von Kinder- und Jugendmannschaften sei in vollem Gange gewesen. "Von heute auf morgen war Feierabend", erinnert sich der Coach.

Bleiben nun bei der Wiederaufnahme des Trainings Spieler fern? "Nein, überhaupt nicht", freut sich Reinig mit einem Lachen, "es ist uns niemand weggebrochen." Dies und auch die Bereitschaft seiner jüngsten Schützlinge aus der Altersklasse U 13, das Hygienekonzept im gemeindlichen Sportpark einzuhalten, stimme ihn optimistisch, dass bald alles wieder wie gewohnt läuft und sich der Boom beim Nauheimer Footballverein fortsetzt.

Übungen in kleinen Gruppen

Beim Training sei die Mannschaft in kleine Gruppen aufgeteilt. Bei den Übungen könnten die Spieler genügend Abstand halten. Zwei Trainer kümmerten sich auf einem halben Spielfeld um sechs Wild Boys. Die andere Hälfte des Felds oder gegebenenfalls ein anderer Platz stehe für den zweiten Teil der Mannschaft zur Verfügung.

Reinig widerspricht der Annahme, dass es sich beim Football um einen Kontaktsport handele und deshalb noch strengere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. "Nein, es ist ein Kollisionssport", erklärt er. Das habe der Footballverband ausdrücklich betont und seine Klubs angewiesen, sich darauf zu berufen. Die Spieler kämen sich körperlich nicht näher als in vielen anderen Sportarten.

Dennoch kann der Vereinschef noch nicht sagen, ob und wann wieder Spiele ausgetragen werden. Ein für den 15. April vorgesehenes Footballcamp habe mitten in der Hochphase der Ansteckungsraten nicht stattgefunden. Auch für den Juni habe es keine Genehmigung gegeben. Als neuer Termin sei nun der 3. bis 6. Oktober ins Auge gefasst worden. Reinig hofft, dass im Herbst auch die Saison des Flag Footballs startet. Dabei bedrängen die Jüngsten ihre Gegner nicht körperlich, sondern sind nur darauf bedacht, dem Football führenden Spieler eine am Körper baumelnde Flagge zu entwenden. Bei den U 16- und U 19-Mannschaften gelten schon die Regeln der Erwachsenen.

Equipment im Container lagern

Dass im Hintergrund, unabhängig vom sportlichen Geschehen auf dem Rasen, weitere Pläne geschmiedet werden, verrät Reinig mit einem Blick zum ehemaligen Vereinsheim der "Nauheimer Sandhasen". Dort gibt es eine alte Rollschuhbahn, auf der die Wild Boys gerne einen Überseecontainer aufstellen würden, um darin ihr Equipment zu lagern. "Sonst müssen wir weiterhin unsere Ausrüstung von zu Hause zum Training hin- und herschleppen", sagt Reinig. Vom Gemeindevorstand habe er schon eine Zusage. Jetzt warte der Verein noch auf die Anlieferung.

In der gegenwärtig ungewohnten Situation befinden sich auch andere Sportvereine. Wichtig sei, dass Trainer und Betreuer die Bestimmungen ernst nehmen und konsequent durchsetzen, sagt Reinig. Bei den Wild Boys seien selbst die jüngsten Spieler diszipliniert bei der Sache und hielten sich an die Kommandos der Trainer - nicht nur auf dem Rasen, sondern auch beim Betreten und Verlassen des Sportparks. Die Kinder sammelten sich vor beziehungsweise hinter dem Eingangstor, bevor Reinig auf- und wieder zuschließt. So sei gewährleistet, dass nur diejenigen den Sportpark betreten, die sich zuvor namentlich für das Training angemeldet haben.

"Das ist alles sehr aufwendig, aber im Moment nicht zu ändern. Wir würden gerne mit mehr Kindern in einer Gruppe trainieren, aber halten uns an die Vorgaben der Gemeinde. Wir machen einfach das Beste draus", versichert Sven Reinig. Rainer Beutel

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