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Jeder Quadratmeter Wohnraum wird ausgenutzt, wie auf dem Nauheimer Feldchen, wo Wohnhäuser dicht an einem Einkaufsmarkt stehen

SPD fordert Stadt zum Handeln auf

Wohnen in Nauheim: „Die Lage ist sehr angespannt“

Eine Darstellung des Rathauses, wie knapp es um den sozialen Wohnungsbau in der Gemeinde bestellt ist, lässt der SPD keine Ruhe. Die Genossen fordern Konsequenzen.

Mehrere größere Bauprojekte waren und sind in Nauheim zu beobachten. Dabei entstanden durch die Baugenossenschaft Ried 18 Wohnungen, wovon 15 öffentlich gefördert sind. Zig andere bedienen ein zahlungskräftiges Klientel. Für die SPD-Fraktion kann das nicht so weiter gehen.

Der Immobilienmarkt in der Gemeinde ist leer gefegt. Wohnungsanzeigen sind Mangelware. Suchende wenden sich mit Aufrufen an Freunde in Facebook. Die großen Projekte jüngster Zeit finden sich beispielsweise auf dem Schillerplatz. Dort entstanden 44 Eigentumswohnungen in Preisklassen, die nicht jedermann zahlen kann. Ein Penthouse mit rund 250 Quadratmetern wird derzeit noch angeboten – für einen Kaufpreis von 699 000 Euro. In der Waldstraße wachsen 24 neue, privat finanzierte Wohnungen in die Höhe. Auch für sie gilt: Die künftigen Bewohner gehören wohl kaum zu den finanziell Schwachen.

Die SPD verweist auf die Information, dass es in der Gemeinde derzeit 103 geförderte Wohnungen gebe. In den nächsten fünf Jahren sollen davon 15 Wohnungen aus der Sozialbindung fallen.

„Die Lage ist sehr angespannt, eine Besserung ist nicht in Sicht. Aktuell werden zu den bestehenden 103 geförderten Wohnungen über 30 weitere Wohnungen benötigt“, stellt SPD-Fraktionsvorsitzende Laura Altmayer fest. Mit Blick auf den steigenden Druck im Wohnungsmarkt des Rhein-Main-Gebiets sei davon auszugehen, dass der Bedarf in Nauheim noch weiter zunehme.

Auch wenn der Markt für den gehobenen und teuren Wohnungsbau lukrativ erscheine, müsse es bezahlbaren Wohnraum geben, fordert Altmayer. Die Gemeinde Nauheim solle sich darauf vorbereiten und für alle weitere Bauvorhaben den Bedarf an sozial gefördertem Wohnungsbau berücksichtigen.

Die Fraktionsvorsitzende kündigt an, dass die Sozialdemokraten ihren Standpunkt zu einer zentralen Forderung für künftige Projekte machten. Daher sei eine weitere Anfrage an die Verwaltung gestellt worden. Die Genossen wollen wissen, wo genau es in Nauheim Baugrundstücke gebe, die sich für eine Baulandverdichtung und den sozialen Wohnungsbau eigneten. Wichtig sei, dass die Bürger gut leben könnten. Bei einer Planung sei zu berücksichtigen, wo und wie Freiluftschneisen und Schallschutzmaßnahmen vorgenommen werden könnten. „Sollte beispielsweise eine Verdichtung im Bereich der Bahngleise möglich sein, fordern wir, dass mit der Deutschen Bahn geklärt wird, dass eine Schallschutzmauer eingerichtet wird“, erklärt Altmayer.

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