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Schrecklich auch ohne Schminke: Clara, Jari und Amaliya haben sich für die Halloweenparty im ?Geisterbahnhof Xpresso? verkleidet.

Xpresso

Partystimmung im Geisterbahnhof

Das Geheimnis ist gelüftet: Die Geister von Halloween haben sich in Nauheim 36 Stunden länger rumgetrieben, „weil es hier einen Geisterbahnhof gibt“. Das behauptet zumindest die Chef-Hexe.

Aus Rücksicht auf die beliebten Süßes-sonst-setzt-es-Saures-Touren von Kindern wurde die Halloweenparty des Jugendparlaments später als am Abend vor Allerheiligen angesetzt. Der Kulturbahnhof Xpresso füllte sich deshalb am Freitagabend zügig mit kleinen Gespenstern und Gruselgestalten.

Die Veranstalter machten sich aus dem Zeitverzug einen Spaß, und die jungen Besucher genossen ihre zweite Chance. Jugendpflegerin Annette Rauch bezeichnete sich selbst als „Chef-Hexe“ und wünschte mit grollendem Timbre in der Stimme all den Dämonen um sie herum eine Portion extra Grusel.

So konnten die Nauheimer Mädchen und Jungen Halloween noch einmal mal feiern, nachdem viele von ihnen am Mittwochabend im Ort unterwegs waren, um an den Haustüren Süßigkeiten zu erbetteln. Diese Gewohnheit sollte nicht mit einer Party gestört werden, „da wäre wohl auch keiner zu uns gekommen“, erklärte Rauch. Dass der bei Kindern so populäre Xpresso wirklich ein „Geisterbahnhof“ sei und die Schreckgestalten dort überlebt hätten, war natürlich nur einer von vielen Scherzen am Abend.

Der Nachwuchs zögerte keine Schrecksekunde und fegte – ohne fliegenden Besen – kreuz und quer durch den Xpresso-Bahnhof. Angeheizt wurde die Stimmung von DJ Cage, der für die mehr als 50 Besucher tanzbare Songs beisteuerte. Wem der (Angst-)Schweiß floss, durfte sich an der Xpresso-Theke an „Zombie- und Vampirblut“ oder einem „Geistertrunk“ laben, wobei es sich natürlich nur um entsprechend gefärbte Limo handelte. Halloweennahrung gab es ebenfalls: Im Becher „Schaurig-Süßes“ verbargen sich Süßigkeiten wie in der Tüte „süßer Grusel“.

Unter die Untoten hatten sich die Geschwister Clara, Jari und Amaliya gemischt. Ihre Verkleidung schien noch gemäßigt. Weil sie vorher einen anderen Termin hatten, hätten sie auf die Schminke verzichtet, verriet ihre Mutter. Perücken und Masken reichten offenbar völlig, das Trio fühlte sich auch ohne bluttriefende Mundwinkel wie in der siebten Hölle.

Gelungen sei die Feier, weil die Party von jungen Menschen für Kinder veranstaltet wurde, da waren sich alle einig – auch die Erwachsenen, die am Abend meist Chauffeur spielten und ihre Sprösslinge zum Geisterbahnhof kutschierten. „Überaus gelungen“, bemerkte ein Vater, bevor er seine Tochter im Outfit eines beißwütigen Monsters in die Obhut der Chef-Hexe und ihrer Mitstreiter gab.

Die Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments hatten sich schon am Nachmittag getroffen, um die einstige Bahnhofshalle mit Spinnweben und verdunkelten Scheiben in eine schummrige Gruft zu verwandeln. Schon ein Wochenende zuvor hatte sich das Jugendparlament getroffen, um das Halloween-Fest zu planen und Aufgaben zu verteilen.

So umtriebig die Kinder ihre fantasievollen Rollen ausleben durften, so fügsam gaben sie sich die meiste Zeit. „Es wird niemand an den Haaren gezogen, niemand reißt bei einem anderen plötzlich die Toilettentür auf. Und überhaupt, es wird niemand geärgert“, grollte die Chef-Hexe vorsorglich, und selbst die furchterregendsten Horrorgestalten parierten im Geisterbahnhof artig.

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