Protestler geben nicht auf und campen weiter

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Seit Anfang Januar trotzt ein Dutzend Naturaktivisten Wind, Lärm und eisigen Temperaturen, um ein Areal im Treburer Oberwald vor der Rodung durch die Fraport zu schützen. Gestern gab es mit Beginn der Vegetationsperiode zwar Grund zum Durchatmen – doch ein paar Unentwegte wollen weiter die Stellung halten.

Mit dem gestrigen Beginn der Vegetationsperiode ist eine Rodung des 4,5 Hektar großen Areals im Treburer Oberwald vorerst gesetzlich verboten. Die Fraport benötigt die Fläche für den Bau eines Autobahnzubringers für das Terminal 3. Seit Beginn des Jahres haben Umweltaktivisten mit einem Waldcamp gegen die Pläne protestiert – unterstützt durch Bürgerinitiativen und Robin Wood Rhein-Main. Wir haben Umweltschützer und den Flughafenbetreiber um ein Zwischenfazit gebeten.

  Peter Illert, Robin Wood Rhein-Main: „Ich sehe die unter schwierigen Bedingungen durchgeführte Besetzungsaktion als politischen Erfolg. Das Thema Terminal 3 wurde wieder in das Bewusstsein vieler Menschen gebracht. Das Waldcamp ist ein kleines Symbol des ungebrochenen Widerstandes gegen den ständigen Flughafenausbau. Ich kann mir vorstellen, dass der Wald schon gerodet wäre, hätte die Besetzung nicht so viel öffentliche Aufmerksamkeit erzeugt. Die Bäume für die Verlegung des Radwegs an der Nordostecke des Flughafens und am Verteiler Höhe Zeppelinheim beispielsweise hat Fraport schon fällen lassen.“

  Petra Schmidt, Bürgerinitiative Mörfelden-Walldorf: „Die Aktionen haben auf jeden Fall die Aufmerksamkeit auf die Themen Bannwald und Terminal 3 gelenkt. Es ist wichtig, dass nach 20 Jahren Auseinandersetzungen um die Landebahn und den weiteren Flughafenausbau der Protest sichtbar weitergeht. Denn die Belastungen werden nicht weniger, ganz im Gegenteil.“

  “Tatze“, anonyme Umweltaktivistin: „Wir sind überwältigt ob der großen Unterstützung aus so vielen Teilen der Gesellschaft. Das Camp ist in diesen zwei Monaten zu einem Ort des gemeinsamen Widerstands geworden – und für Viele ein positiver Gegenentwurf zu dem ausbeuterischen Lebensmodell der bestehenden Ordnung. Auch jetzt, in der begonnenen Vegetationsperiode, werden auf jeden Fall weiter Menschen im Waldcamp bleiben.“

  Christian Engel, Fraport-Sprecher: „Bislang lag bei unseren vorlaufenden ökologischen Maßnahmen der Fokus auf Vermessungsarbeiten und der ökologischen Kartierung. Gemäß der mit der Oberen Naturschutzbehörde abgestimmten Ausführungsplanung erfolgt zum Beispiel die Kartierung der Horst- und Nistbäume ansässiger Vögel. Auch bei Fledermäusen werden schon die Baumhöhlen kartiert. Darauf folgt ab Juli die Verschließung von Baumhöhlen und die anschließende Umsiedlung.“

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