Die Jugend der Antonius-von-Padua-Gemeinde erfreut sich am Lagerfeuer. FOTO: rko
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Die Jugend der Antonius-von-Padua-Gemeinde erfreut sich am Lagerfeuer.

Kirche

Antonius-Gemeinde geht in die Offensive

Mit vielen Aktivitäten will sich die Kirche vor der Zusammenlegung der Pfarreien finanziell unabhängig machen

Pavillons, Bierzeltgarnituren, Grill- und Getränkestand, Weinbar und als Tüpfelchen auf dem i noch ein Lagerfeuer. Auf dem Vorplatz und im Garten des Gemeindezentrums Sankt Bonifatius der Antonius-von-Padua-Gemeinde bot sich ein in Raunheim wegen der vielen durch Corona abgesagten Feste nicht mehr häufig gesehenes Bild einer fröhlich feiernde Gemeinschaft. Mal abgesehen vom Metal-Meeting des Heavy-Metal-Clubs The Jolly Bangers. Da feierte vor einigen Wochen aber eine ganz spezielle Subkultur, übrigens ebenfalls im Bonifatius-Gemeindezentrum.

Die katholische Gemeinde hatte dann nach der ersten Ferienwoche zum ersten Grill- und Weinabend am Lagerfeuer am Gemeindezentrum eingeladen. Damals so wie jetzt gingen die Ferienspiele des Jugendtreffs zu Ende. Es sollten aber nicht nur die Kinder- und Jugendlichen einen unterhaltsamen Abend verbringen, sondern die gesamte Gemeinde war eingeladen.

Pfarrer Thomas Hoffäller freute sich am Freitagabend, dass er auch unbekannte Gesichter sah. Die erste Feier sei ebenfalls sehr gut besucht gewesen, vergaß er diesen Hinweis nicht loszuwerden. "Man merkt, dass die Leute sich danach sehnen", stellte der Geistliche fest. Das Fest spiegelte die Stimmung der katholischen Gemeinde wider.

Starke Präsenz in der Öffentlichkeit

Die ist in den zurückliegenden Monaten ungeheuer aktiv. "Das macht mich glücklich. Trotz der schwierigen Lage läuft es gut", meinte Hoffäller. Die Liste der Aktivitäten ist denn auch lang: Ein Stand am Wochenmarkt, ein Weinstand am Gemeindezentrum, Grillabend, Ferienspiele, Jugendtreff, Spieleabend, Förderverein, Stadtradeln mit dem ersten Platz und sehr viele Ministranten. Der Pfarrer nimmt schließlich auch die gut und von vielen jungen Menschen besuchten Gottesdienste in diese Reihe mit auf. Doch was ist der Grund dafür, dass sich die Antonius-Gemeinde derart präsent in der Öffentlichkeit zeigt? Hoffäller nennt überraschenderweise zunächst den finanziellen Aspekt. Die Gemeinde wolle sich mit Blick auf eine absehbare zukünftige Großgemeinde auf finanziell gesunde Füße stellen. Man müsse im Hinterkopf haben, dass Gemeinden zusammengeschlossen werden. Und wenn eine Gemeinde nicht mehr selbstständig sei, werde unter Umständen nicht mehr alles wie bisher finanziert. "Wir wollen nicht, dass Gebäude wie das Gemeindezentrum geschlossen werden", betont Hoffäller. Also ergreife man mit Verkaufsständen die Initiative und hofft, dass die Kasse klingelt.

Den Zusammenhalt fördern

Ohne eine funktionierende Gemeinschaft wären diese Aktivitäten und Projekte indessen nicht möglich. Pfarrer Hoffäller bringt denn auch den gesellschaftlichen Aspekt ins Spiel. Die Feste würden die Gemeinschaft und den Zusammenhalt in der Gemeinde fördern. "Es ist wichtig, dass die Menschen zusammenkommen", sagt der Pfarrer. Je mehr Ideen geboren würden, je mehr auf die Beine gestellt werde, desto mehr Menschen kämen zusammen.

Zum anderen werden für die Veranstaltungen und Gruppen auch engagierte Gemeindemitglieder gebraucht. Hier lobt Hoffäller, die ältere Generation nicht vergessend, besonders die jungen Leute der Gemeinde. Der Jugendtreff zählt 30 Mädchen und Jungen, die sich beispielsweise auch bei dem Grillabend am Freitag engagieren. Auch die Gottesdienste würden regelmäßig von vielen jungen Leuten besucht.

An dem Jugendtreff würden zudem Kinder und Jugendliche aus der evangelischen Gemeinde teilnehmen. Zwei von ihnen würden sogar zum Katholizismus konvertieren wollen, berichtet Marvin Arnold.

Der 23-Jährige ist in vorderster Reihe vertreten. Arnold leitete beispielsweise die Ferienspiele und betreut auch den Jugendtreff. Er hat keine explizite Erklärung für sein Engagement parat. "Es macht einfach Spaß", sagt er. Er sei gerne mit jungen Leuten zusammen. Der junge Mann studiert katholische Religionslehre und Geschichte.

Hoffäller ist jedenfalls begeistert vom Engagement der Jugend. Er macht darauf aufmerksam, dass die Gemeinde 30 Messdiener habe. Sie seien beim Ministrantentag im Juni in der Wallfahrtskirche Maria Einsiedel bei Gernsheim als einige der wenigen vor Ort gewesen. Die Jugend bereite nun auch die Jugendwallfahrt der Dekanatswallfahrt in Maria Einsiedel vor. Das allein sei Zeugnis dafür, dass in der Antonius von Padua-Gemeinde gute Jugendarbeit geleistet werde. Rüdiger Koslowski

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