Bus-Tauziehen

Beim Wettbewerb auf der Kerb stellt das „Team Masse“ einen neuen Rekord auf

Spannender hätte ein Hollywooddrehbuch kaum sein können. Titelverteidiger „Team Masse“ aus Ginsheim-Gustavsburg und als Herausforderer der Rüsselsheimer Judoclub. Das waren die letzten beiden verbliebenen Kontrahenten des Bus-Tauziehens der Stadtwerke Rüsselsheim auf der Raunheimer Kerb. Dabei kam keine der anderen neun Mannschaften an die Zeit der beiden aus dem ersten Durchgang heran.

Der Judoclub Rüsselsheim knackt im ersten Lauf mit 18,18 Sekunden einen alten Rekord von „Team Masse“. Die kontern auf der Stelle mit einer noch schnelleren Zeit. Jetzt geht es um den Sieg. Und während die Judosportler den Bus ziehen, fordern die anderen ihre Mannschaftskameraden auf, nicht zu jubeln, falls ihre Zeit nicht unterboten wird. Lieber auf die eigene Aufgabe konzentrieren. Doch der Judoclub schafft es nicht. Der Titelverteidiger steht wieder ganz oben auf dem Treppchen, der Judoclub ist wie vor zwei Jahren Zweiter.

Aber damit ist die Geschichte des Bus-Tauziehens auf der Kerb noch nicht zu Ende geschrieben. „Team Masse“ ist am Zug. „Zieh, zieh, zieh“, rufen die Zuschauer. Die Männer reißen den eigenen Rekord noch einmal. Unter den Anfeuerungsrufen und dem Jubel ziehen sie den Bus nach nur 17,91 Sekunden über die Ziellinie. Ein Plädoyer für den Fitnesssport? Die zehn Männer kennen sich seit Jahren aus einem Fitnessstudio. Moderatorin Bianca Walther kann das gleichwohl kaum glauben: „Ich muss euch sagen, als ich euren Namen gelesen habe und euch jetzt sehe, bin ich schon ein wenig irritiert“. So ein richtiger Kraftprotz befindet sich nicht in dem Team.

Stolz sind die Jungs nun. „Wir wollten uns noch mal konzentrieren“, sagt Julius Zink. „Wir hatten Respekt“, meint Matthias Lamperts. „Wir wussten, dass die Bedingungen besser sind“, erzählt Tobias Weiß. Vor zwei Jahren nämlich war die Straße wegen des Regens rutschig. Jetzt herrscht Sonnenschein, aber es ist dennoch nicht heiß.

Das vierte Bus-Tauziehen der Stadtwerke, das diese 2014 anlässlich des 75-jährigen Bestehens erstmals ausrichteten, bietet Dramatik und Aktion. Elf Mannschaften melden sich für den Wettkampf, der am Rande des Kerweplatzes ausgetragen wird.

Zwölf Tonnen wiegt der zwölfeinhalb Meter lange Bus, den acht Menschen über eine Strecke von 37,5 Meter ziehen müssen, informiert Pressesprecher Jürgen Gelis. Eigentlich wird das Fahrzeug von einem 300 PS-starken Motor angetrieben. Höchstgeschwindigkeit: 80 Kilometer pro Stunde. Die Mannschaften schaffen im Schnitt eine Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde, weiß Mike Gebhardt, Busfahrer bei den Stadtwerken. Er hat einen besonders verantwortungsvollen Job. Denn er muss nicht nur den Bus lenken, sondern auch aufpassen, dass niemand stürzt. Denn dann heißt es, sofort das Bremspedal durchzutreten, damit der Gestürzte nicht unter die Räder gerät.

Gleich beim ersten Lauf im ersten Durchgang droht es schon, gefährlich zu werden. Ein Mitglied der Raunheimer Feuerwehr gerät ins Straucheln und Gebhardt stoppt den Bus sofort. Nichts passiert. Es folgen aber gleichwohl noch einige Stürze.

Wie stark das Tauziehen schlaucht, schildert Torsten Bahr von der Mannschaft Mac Rotte mit ehrlichen Worten: „Das ist brutal anstrengend. Mir zittern die Beine“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare