Nachwuchsfahrer

Zu Besuch beim 13-jährigen Shootings-Star des Yachtclub Untermain

Pascal Metz ist hessischer Vizemeister im Motorbootslalom. Doch ursprünglich hatte er gar kein Interesse an dem Wassersport.

Pascal Metz ist der Shooting-Star beim Nachwuchs des Yachtclub Untermain. Er belegte bei der Hessenmeisterschaft in Erfelden im Motorbootslalom den zweiten Platz und qualifizierte sich damit in seiner Altersklasse für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. Dort lief es dann nicht ganz so gut. Am Ende fuhr er unter 24 Teilnehmern aber immerhin einen 19. Platz heraus.

Er sei zu aufgeregt gewesen, sagt der 13-jährige Junge. Und fügt für sein Alter erfrischend selbstkritisch hinzu, dass er nach seiner tollen Platzierung bei der Hessenmeisterschaft die Deutsche Meisterschaft vielleicht ein wenig für zu selbstverständlich genommen habe. Der Wettkampf war auf der Insel Rügen. Für Pascal war das eine tolle Erfahrung.

Der Verein sei über seine Platzierung bei der Hessenmeisterschaft überrascht gewesen, erzählt Vater Torsten Metz. Denn Pascal betreibt den Wassersport erst seit einem Jahr. Und dabei ist die Familie inzwischen schon fünf Jahre Mitglied beim Yachtclub, für den die Eltern sich sehr engagieren. Torsten Metz ist technischer Leiter und Sportwart, Mutter Claudia Metz ist Hafenmeisterin. Fast könnte man meinen, dass Pascal eine Vorliebe für den Motorboot-sport in die Wiege gelegt wurde.

Aber es dauerte, bis der Junge sich in ein Schlauchboot setzen wollte. Er hatte zunächst einfach kein Interesse am Wassersport. Bis er beim Kick-off, dem Saisonauftakt für Kinder und Jugendliche, intensiv aufgefordert wurde, doch mal mitzufahren. „Das hat Riesenspaß gemacht“, erinnert sich Pascal noch gut an seinen ersten Ausflug mit dem Schlauchboot auf dem Main. Das war für den Jungen der Start zum Motorbootslalom. Die Eltern waren froh, dass er ein Hobby gefunden hatte. Auch wenn der Sport sehr aufwendig ist. Denn die Jugendgruppe trainiert am Altrhein in Erfelden beim befreundeten Yachtclub Darmstadt.

Die Nachwuchsabteilung wuchs im vergangenen Jahr von drei auf neun Kinder an, berichtet Torsten Metz. Alle nahmen mit guten Ergebnissen an der Hessenmeisterschaft teil. Im eigenen Yachthafen an der alten Schleuse sei nicht ausreichend Platz vorhanden, um einen Parcours zu stecken, erzählt der technische Leiter. Und draußen auf dem offenen Main ist ein Parcours wegen der Berufsschifffahrt nicht erlaubt.

Die Jugendgruppe trainiert in der Sommersaison jeden Samstag ab 11 Uhr. Schluss ist spätestens um 18 Uhr. „Das ist sehr zeitaufwendig“, sagt der Vater. Dabei werden die Jugendlichen im sicheren Umgang mit einem motorisierten Schlauchboot und dem perfekten Durchfahren eines Parcours geschult. Sie müssen dabei auf einer Strecke von rund 100 Metern zwischen mehreren Bojen durchfahren und das Boot auch rückwärts durch ein Tor manövrieren können.

Pascal brauchte in Erfelden eine Zeit von 89,72 Sekunden, die Siegerzeit betrug 87,80 Sekunden. Es wird durchgehend Vollgas gefahren, erzählt Pascal lachend. Ihm macht es am meisten Spaß, wenn er eine Boje umkurvt und dann seine eigene Welle überholt. „Das gibt einen extra Schub, dann wird man noch schneller“, erzählt er stolz. Er fuhr in diesem Jahr in der Altersklasse für zwölf- und 13-Jährige. Im kommenden Jahr meldet er sich bei den 14- und 15-Jährigen an. Dann wird der Wettkampf um eine Geschicklichkeitsübung mit einem Rettungsring erweitert.

Noch wird das Boot von einem sechs PS starken Motor angetrieben. Mit Vollendung des 16. Lebensjahres darf er die Prüfung für den Bootsführerschein ablegen. Dann werden an die Schlauchboote 15 PS starke Motoren gehängt. Mit dem Führerschein dürfe man dann auch mit noch leistungsfähigeren Motoren und richtigen Sportbooten auf dem offenen Gewässer fahren. Das ist Pascals großer Wunsch und Traum. Er freut sich schon darauf, mit der Yacht seines Vaters zu fahren. Denn die hat immerhin 270 PS.

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