Derzeit kaum vorstellbar: Dicht gedrängt feiernde Narren beim CCR. Archivfoto: Koslowski
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Derzeit kaum vorstellbar: Dicht gedrängt feiernde Narren beim CCR. Archivfoto: Koslowski

Fastnacht

Der Carneval Club Raunheim plant trotz Corona die fünfte Jahreszeit

Viele Fragen um die Kampagne des CCR sind bei den Narren noch offen. Dazu gehört beispielsweise die Suche nach Alternativen zu den Sitzungen.

Raunheim -"Phantasie" lautet das Thema des Carneval Club Raunheim (CCR) für die neue Kampagne. Fantasie ist durchaus nötig, um sich zum jetzigen Zeitpunkt eine Fastnachtssaison überhaupt vorzustellen. Auch wenn es noch ein paar Monate hin ist bis zur fünften Jahreszeit, scheint ausgelassenes Feiern in voll besetzten Hallen und eine Straßenfastnacht mit Menschenmassen angesichts von Covid-19 in weiter Ferne.

Der CCR geht aber volles Risiko. Zunächst einmal findet für die Fastnachtsabteilung des Turn- und Sportvereins die Saison statt. "Wir planen die Kampagne ganz normal mit Programm und Orden", informiert die kommissarische Gremiumssprecherin Birgit Preuß-Scheuerle. Sie weiß, dass das ein gewagtes Spiel ist, zumal Rosenmontag im kommenden Jahr bereits Mitte Februar ist, die närrischen Termine also schon im Januar angesetzt sind. Es könne alles gleich abgesagt werden oder die Kampagne werde geplant und dann kurzfristig abgesagt, schildert Preuß-Scheuerle die Alternativen. Der CCR nehme Corona jedoch ernst, "wir wollen kein zweites Gangelt werden", betont sie.

Redner aus den eigenen Reihen

Es sei jedoch wichtig, dass die Abteilung ein Ziel vor Augen hätten. "Sie müssen bei der Stange bleiben, sie sollen sich Gedanken machen", sagt die Gremiumssprecherin. Denn es bestehe durchaus die Gefahr, dass sich alles verlaufe, wenn die Abteilung keine Kampagne plane, nennt sie einen triftigen Grund, die Fastnachtssaison nicht aus den Augen zu verlieren. Wenngleich eine vernünftige Planung nicht ganz einfach sei und mitunter im Nebel gestochert werden müsse. Was ist, wenn nur 100 Menschen in die Heinrich-Press-Halle dürfen? Kommt dann noch Stimmung im Saal auf? Bei der Jahreshauptversammlung am Freitag, 21. August, solle auch darüber gesprochen werden, ob es Alternativen zu einer Sitzung mit Publikum gibt.

Abgesehen davon rückt bei einer reduzierten Zuschauerzahl die finanzielle Frage in den Vordergrund. Preuß-Scheuerle weist darauf hin, dass der CCR viele eigene Redner in seinen Reihen und eigene Tanzgruppen habe. Mit Fremdredner müsse verhandelt werden. Dabei müsse über mögliche Absagen und Entschädigungen gesprochen werden. Der CCR sei auch auf Leute angewiesen, die ihm seit vielen Jahren verbunden sind.

Offene Fragen würden sich zudem über die Eröffnung der Kampagne am 11. November, die Stehung, den Senatsball, den Rathaussturm und die Straßenfastnacht ergeben. Eine Kampagneneröffnung im November kann sich Preuß-Scheuerle durchaus vorstellen. So wahnsinnig viel Publikum komme in der Regel nicht. Anders sehe es bei der Stehung aus. "Mit Corona können wir sie kicken", nimmt sie kein Blatt vor den Mund. Den Senatsball würde der CCR ebenfalls gerne feiern. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die bisherigen Senatoren willig sind, Geld zu spenden, wenn es noch offen ist, ob überhaupt eine Kampagne durchgeführt wird.

Preuß-Scheuerle öffnet gleich noch ein weiteres Feld: Der Narrenspiegel und die Akquise von Anzeigen. "Es steht alles in Frage", resümiert sie. Das Hofballett ist jedenfalls wieder im Training. Die Tanzgruppen mussten wegen des Lockdowns pausieren. Richtig in das Training mit den Choreographien würden sie aber ohnehin erst nach den Sommerferien einsteigen. Das Gleiche gelte für die Dalles Dancer, die Raunheimer Welle und für die Redner.

Zusammenarbeit funktioniert gut

Bei der Jahreshauptversammlung stehen keine Wahlen an. Wie Preuß-Scheuerle informiert, habe Bernd Helbig inzwischen sein Amt als Sitzungspräsident aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. Frank Walloschek hatte es seit anderthalb Jahren kommissarisch inne.

Wahlen sollen wie vorgesehen erst im kommenden Jahr durchgeführt werden, weil das Gremium mit Walloschek und Preuß-Scheuerle an der Spitze gut zusammenarbeite. Und dies trotz vieler junger neuer Mitglieder und der Situation um Corona, ist Preuß-Scheuerle zufrieden mit der Leistung.

Rüdiger Koslowski

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